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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-31 · Heft 31 (31.7.1883) · p. Seite 508

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 31 (31.7.1883)
Date
1883-07-31
Page
Seite 508 (sequence 14)
Language
German
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508 haben, nach Anderen dagegen soll er ein Kreuz in die Glnth geworfen haben, um daran das Unvermögen desselben zu beweisen (!); aber die Flammen hätten als Strafe für diese Lästerung die ganze Judengasse verzehrt 3)! — — Die den Juden zugeschriebenen Gerüchte vertraten drei Meinungen. Einige behaupteten, der Rabbiner hätte in seinem Hause Kerzen fabrizirt, weil die gewöhnlichen ihm nicht „koscher" waren!') Andere meinten, die Frau des Rabbiners habe Fett auf dem Feuer gehabt, wodurch das Feuer entstanden sei. Wieder Andere endlich meinten, die Sache sei einfach hergegangen. Die „Leute des Rabbiners" seien mit einem Lichte auf den Speicher gegangen, wobei Funken gefallen wären und das Feuer angerichtet hätten. — Nach einem andern Zeugen5) hätte man verbreitet, der Rabbi selbst habe das Feuer angezündet, „um seinen Untergebenen zu zeigen, wie er das Feuer zu löschen verstehe." — Das wäre ihm gelungen, wenn er dann nicht in seiner Eonfusion den Feuerengel anstatt des Wafferengels beschworen hätte 6). — Ein Jude, „dessen Nachrichten jeder Zeit wahr befunden" wurden, soll ^im höchsten Vertrauen" noch gar andere Geschichten vom Rabbiner erzählt haben. Der Rabbiner soll nämlich mit einem in einem benachbarten Dorf wohnenden Baron L. sich vereinigt haben, um an einem bestimmten Orte im Westerwald mit Hilfe der „praktischen Kabbala" einen Schatz zu heben. Zu diesem Zwecke, wohl als Vorübung, soll nun der Rabbi zuerst in seinem Hause „einige Beschwörungen" vorgenommen, aber die Sache nicht recht 3) Lersner bemerkt, daß diese Meinung „ohne Fundament" sei. 4) Dabei soll er die Gemeinde gezwungen haben, von ihm die Kerzen zu kaufen, damit er ein Geschäft mache! — 5) Schudt 6. Buch S. 71. 6) Daselbst S. 73. Grätz (X S. 348) nahm nur von dieser Auffassung Notiz! gemacht haben. Darauf sei der böse Geist erschienen und habe dem Rabbiner die Alternative gestellt, entweder sich oder die Judengaffe zu opfern, und der Rabbi habe das Letztere gewählt. 7) — — Zum Ucberfluß wollten noch Einige kurz vorher eine feurige Ruthe über der Gaffe schweben bemerkt haben. Ein besonders gelehrter Mann^) hat das Feuer schon voraus erwartet, da in dem lateinisch geschriebenen Satze: „die Judengaffe brennt!" -') sich Buchstaben finden, deren Zahlenwerth das Jahr des Brandes ergiebt. Und wie das stimmt! Gleich der erste Monat jenes Jahres brachte den Brand. — — — Nun wurde Rabbi Naphtali selbst vernommen. Er erklärte: Seine Magd hätte ihm geklagt, daß sie einen Brand spüre, er sei darauf, da es an einem in seinem Hause gehaltenen Festtage, an dem nichts gekocht wurde, war, erschrocken hinausgeeilt, um das Feuer zu sehen und zu löschen, da sei ihm ein jüdisch aussehender, eine Axt tragender Mann auf der Treppe begegnet, der die Thüre eines Zimmers öffnete, das „Jahr und Tag" unbenutzt gestanden, und beim Aufschlagen dieser Thüre seien die Flammen so heftig herausgedrungen, daß sie ihm das Haar versengten'"). — Diese Darstellung überzeugte die Behörde, die den Rabbi auch sofort aus der Haft entließ. 7) Daselbst S. 72 Schudt glaubt daran nicht und dennoch sagte i er einleitend, daß er diese Quelle immer „wahr befunden" und nennt j auch R- Naphtali einigemal „den Gasverbrenner"! Wo war denn da der besonders vertraute Freund Schudts, der übereifrige Kabbalist David Grünhut? Er wird doch nicht die „wahr befundene" Quelle gewesen sein! 8) Ein vertrauter Freund Lersners. 9) p Latea JUdaeor U M Conflagrat. Tie großgeschriebenen! Buchstaben ergeben die Jahreszahl 1711. Wir sehen, wie schön auch nichtjüdische Gelehrte und mit lateinischen Buchstaben „praktische Kabbala" zu treiben verstanden. — Bergl. Lersner S. 780. — 10) Daselbst und Schudt VI. S. 71. — (Schluß folgt.) Anzeigen. T—~ cat’Q werden mit 20 Ff. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- ■Lll Ovl l“ folgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Rxpedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Pensionat und höhere Töchterschule von Frau Dr. Leverson. Hannover, Thiergarteustraße 3 n. 4. Näheres durch Prospekte. [14628] Ausnahme no» Zöglinge« z» jeder Zeit. Beabsichtige zum Herbst l oder 2 Knaben, w. eine d. hies. vorzügl. Schulen (Gewerbeschule, Realschule, Gymnasium) besuchen sollen, in Pension zu nehmen. Relig. Erziehung, gute Pflege u. gewiffenh. Beaufs. der Schularbeiten wird zugesichert. Hagen i. W- IK. 1039i] B Cahn, Lehrer u. Prediger. Israel. Miidchen-Pensionat B0NN, Coblenzerstr. 56. [10877s Geschwister Moses. Dam AVB streng rituell, für M, junge Kaufleute und Lehrlinge. [B. 10903] S. Jacobsohn, Berlin, Commandantenstraße 67. Staat!, gepr. Lehrerin. Norddeutsche, m. vorzügl. Zeugn. üb. mehrj. Thätigk. i. Deutsch!, u. Frankreich, s. Stelle i. Ausl. od. Jnl. Frco.-Offert. unter V. 2786 an Nndolf Raffe in Eöl«. lR- 10769] Pensionat A. Cahn Sobernheim Handels- und Borschule zum Studium durch Besuch des Gymnasiums. Englisch unterrichtet ein in England geprüfter Engländer. Beste Referenzen._[F. 10820] Lehrling suche per l. September oder October d. I. Bedingungen: 3 jährige Lehrzeit bei freier Station. [8. 11027] Barrel, Kreis Diepholz. A. R. Lindenberg. Manufactur- und Colonialwaaren.

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