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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-24 · Heft 30 (24.7.1883) · p. Seite 489

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 30 (24.7.1883)
Date
1883-07-24
Page
Seite 489 (sequence 11)
Language
German
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489 gefügt, der die stärkere Betheiligung des Publikums mit Geldbeiträgen fordert. Der Aufruf weist auf den zweifachen Zweck hin, welchen der Verein nachdrücklich und erfolgreich daß fast alle liberale Gesinnungen hegen und daß sie für die Candidaten der nationalliberalen Partei gestimmt haben, obgleich sie sich über die Führer dieser Partei, die Herren Braverfolgt: die Bertheidigung der in den Ostländcrn verfolgten tiano und Rosetti, die gegenwärtig an der Macht, nur zu und mißhandelten Juden und die Errichtung von Schulen I beklagen haben, da diese ihre unglücklichen Glaubensgenossen in jenen Ländern. Werden doch bereits 4000 Zöglinge in i so sehr verfolgt haben und noch jetzt verfolgen. Diese Selbstden vom Vereine gegründeten Schulen unterrichtet. Zu beiden j losigkeit der Israeliten macht ihnen um so mehr Ehre, da die Zwecken sind aber bedeutende Geldmittel erforderlich und dies j Versprechungen der confervativen Opposition, ihr Geschick zu steigert sich in dem Maße als das Verlangen nach Schulen verbessern, ebenso zahlreich wie feierlich waren. Man konnte sich unter unsren östlichen Glaubensgenossen immer mehr versich auf die eklatanteste Weise davon überzeugen, daß wir breitet. Der Verein berücksichtigt allerdings den Grundsatz! unseren Unwillen zu vergessen und unsre Interessen dem der Selbsthülfe; allein zur Gründung und zu zeitlanger Er- Wohle des Vaterlandes zu opfern verstehen. — Bei Gelehaltung der Schulen muß der Verein bedeutend beisteuern.! genheit dieser Wahlen ereigneten sich mehrere Vorfälle, von Wir können nur wünschen, daß dieser Aufruf die verdiente! denen folgende die interessantesten: 1) Die Bauern der Ge- Wirkung thut und der Verein in den Stand gesetzt wird, meinde Miclocheni (Moldau) haben einstimmig als Deleseine segensreiche Wirksamkeit immer weiter auszudehnen. j girten für die Wahl eines Abgeordneten den Juden Joseph Moscovitz, ein Mitglied der Gemeinde, gewählt. Wo ist also ZrNtzlcmv. der Haß der Bauern gegen die Juden? 2) Die jüdischen Petersburg, im Juli. Unter den zahllosen Deputa- Wähler der Stadt Roman haben für den berühmten liberalen tionen, welche der Kaiser aus allen Theilen des unermeß-! Redner Jonesco gestimmt, der immer die Juden bekämpft lichen Reiches nach Beendigung der Krönungsfeierlichkeiten! und die gegen sie aufgestellten beschränkenden Gesetze aufrecht empfangen hat, befanden sich auch zwei israelitische: die eine! erhalten hat. Dieser beredte Feind des Judenthums, als er aus Israeliten Moskaus bestehend, die andere aus Notabili-! sah, daß ihm nur die Unterstützung der jüdischen Stimmen täten aus Petersburg. Tie letztere bestand aus dem Baron! den Sieg sicherte, konnte sich nicht enthalten auszurufen: Es Günzburg, Poljakow und dem Rabbiner. Die erstere überkleben die neuen Bürger! Er hat viele Versprechungen gegereichte das landesübliche Salz und Brod auf einer reichverben; wir wollen sehen, wie er sie hält. 3) In Bukarest zierten großen silbernen Platte, auf welche der bekannte verdankt man den Sieg des liberalen Candidaten für das Spruch über die drei Kronen (Lehre, Hohepriesterwürde und j orfte Collegium der Kammer den Stimmen dreier Israeliten' Königthum) und die Krone des guten Rufes eingegraben war. den Herren Salomon Halfou, Moise und Leon Manoach. Der Kaiser empfing beide Deputationen in huldreichster 14) Bei der Wahl zum zweiten Senatorencollegium von Bu- Weise. — Unter den bei Gelegenheit der Krönung Dekorirten karest, bezeichnete das Loos als Mitglieder des provisorischen befinden sich auch einige jüdische Finanzgrößen in Petersburg, wie Baron Günzburg, Sack u. A. Büreaus zwei Christen und einen Juden, Herrn Moscou Ascher. Dieser letztere ist zum Präsidenten des Büreaus cr- Rnmänien. — Dem Baron Salomon Günzburg ist für besondere! nannt worden. Herr Ascher unterzog sich dieser delikaten Verdienste um das Kinderasyl des Prinzen von Oldenburg! Ausgabe zur allgemeinen Zufriedenheit und empfing die der Stanislausorden II. Klasse verliehen worden.! Glückwünsche aller anwesenden Wähler wegen seiner Geschicklichkeit und Unparteilichkeit. Da ich gerade von Herrn Ascher rede, so gestatten Sie mir, hinzuzufügen, daß er soeben einen Bukarest, 17. Mai. (Univ. isr. Verspätet.) Wie Ihnen! Verein zur Förderung der Handwerke unter den Juden gebekannt, ist jetzt in Rumänien die Rede davon, die Constigründet hat. Diejenigen, welche das Talent und die unertution und das Wahlgesetz in liberalem Sinne zu revidiren. müdliche Hingebung des Herrn Ascher kennen, erhoffen den Zu diesem Zwecke ist ein Aufruf an die Nation ergangen, besten Erfolg von diesem löblichen Unternehmen, seine Vertreter für die constituirende Kammer zu wählen, welche sich am 22. dieses Monats in der Hauptstadt versammeln soll. Von den 250 Tausend Israeliten, welche das Land bewohnen, haben ungefähr hundert. Dank dem internationalen Vertrage von Berlin im Jahre 1878, für ihre Person, allerdings nicht ohne Mühe und große Opfer, die bürgerlichen und politischen Rechte erlangt und sind folglich Wähler und wählbar. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich. Bonn, 15. Juli. (Notizen.) Aus Pest wird geschrieben: In Galszecs wurde Joseph Politzer mit großer Majorität zum Stadtrichter gewählt. Aus Brünn wird berichtet: Herr Dr. M. H. Friedländer, Rabbiner in Kanitz, wurde an Stelle des verstorbenen Z. Spitz als Rabbiner nach G. Jenikau in Böhmen berufen. — Man schreibt uns aus Ulm den 10. Juli: Heute wurde auf dem hiesigen israel. Friedhofe 30*

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