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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-17 · Heft 29 (17.7.1883) · p. Seite 473

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 29 (17.7.1883)
Date
1883-07-17
Page
Seite 473 (sequence 11)
Language
German
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473 kein Soldat mehr im Gotteshause erscheint auf diese Eingabe hat folgenden Wortlaut: Garnison-Commando. Minden, den 1. Juli 1883. I. Nr. 239/83. Herrn Prediger Liepmannssohn Wohlgeboren'. Hier. Die Antwort welches ihm droht, er sei zum Tode verurtheilt und das Todesurtheil werde nach der Schlußverhandlung vollführt werden. Der Bertheidiger Eötvös erhält zu Hunderten Droh- und Schmähbriefe. Die Stadt ist vollkommen ruhig. — Nach einem Telegramm des „D. Montgbl." wurde Staatsanwalt Szeyfert bereits am Sonnabend von einem Burschen, Auf Ihr gefälliges Schreiben vom 29. v. M. erwidert ' angeblich einem Berichterstatter eines antisemitischen Blattes, Ihnen das Garnison-Commando hierdurch ergebenst, daß es in gröbster Weise insultirt. Die Regierung hat die sofortige sich — im Hinblick auf die bestehenden Allerhöchsten Bestim- Verhaftung des Burschen angeordnet. — Wie verlautet hat mungen — außer Stande sieht, nur generelle Anordnung Präsident Kornis gegen den Kanzlisten Koloman Peczely eine Disciplinar - Untersuchung eingeleitet, weil dieser bei seinem Amtsantritte ein falsches Curriculum vitae eingereicht hat,! berst. in welchem er sein Vorleben verheimlichte. Krakau, 29. Juni. Wir entnehmen dem Lemberger „Israelit" folgende bezeichnende Correspondenz. Ter Kamps, der anläßlich des durch den Tod des Rabbiners Schreiber vacant gewordenen Rabbinerpostens unter im Sinne Ihres Gesuches zu treffen. I. A. d. G. A. Stockmar, Oesterreich-Ungarn. Prag, 50. Juni. (Privatmitth.) Das Ergebniß der Wahlen in den böhmischen Landtag verzeichnet bis heute nur einen Juden: I)r. Ludwig Schlesinger von hier, der der hiesigen orthodoxen Judenschast ausgebrochen ist, scheint der deutsch-liberalen Partei angehörend, in Reichenberg mit ein tiefgehender zu sein. Während die Partei der „Chassidim", 176 von 184 Stimmen gewählt wurde. In der hiesigen welche sich bei den letzten Reichsraths- und Landtagswahlen Josephstadt verbreiteten die Czechen Schmähschriften gegen in Galizien so oft im Gegensatz zu den Wünschen der nadie bisherigen Abgeordneten Wiener und Todesco, welche als tionalen Partei im ikande zu setzen wußte, den Schwieger- Candidaten wieder aufgestellt waren. Czechische Blätter hasohn des verstorbenen Rabbiners Schreiber, Akiba Kornitzer ranguirten die Juden, nunmehr zu zeigen, ob sie für oder auf den Schild heben, zu deffen Gunsten jedoch kein anderer gegen das Czechenvolk seien, und Wiener sowohl wie Todesco Umstand sprechen dürfte, als daß er eben eine Tochter des unterlagen gegen die czechischen Candidaten. fel. Schreiber zur Frau hat, perhorresciren die dieser Partei Ryiregyhaza, 1. Juli. Meldung der „Budapester Kornicht angehörenden Juden Krakau's gerade diese Candidatur respondenz": Heute Morgens trafen im Aufträge der Tißaauf das Entschiedenste. Ta aber die „Chassidim" in Folge Eßlarer Juden die dortigen Einwohner Süßmann, Großberg, der indolenten Haltung der anderen Parteien bei der letzten Einhorn und Wertheim hier ein, um den Vicegespan Zolt-ln Wahl im israelitischen Vorstände die Majorität bilden, so zu bitten, er möge für ihre Sicherheit, da sie sich vor dem! geht das Bestreben der Opposition dahin, die Ernennung seit einigen Tagen ausschreitenden Volke keinen Augenblick! eines Rabbiners über die im September dieses Jahres stattmehr sicher fühlen, Sorge tragen. Vicegespan Zolt-in, der! findenden Neuwahlen in den Vorstand hinauszuschieben. Um sich vom Ernste der Lage überzeugte, schickte sechs Gendarmen j einer sichern Niederlage in dem neugewählten Vorstände zu mit strengen Instructionen nach Tißa-Eßlar. Später, gegen entgehen, halfen sich die Anhänger Kornitzers dadurch, daß Mittag, langten mehrere Frauen an, die mit Schreck ersie in einer der letzten Sitzungen des Vorstandes, nachdem zählten, das sonst so friedliche Volk fei feit drei Tagen, seitder Präsident Pr. Mendelsburg dieselbe nach einer 6 stündem einige „Herren" dasselbe direct aufhetzen, wie ausge-! digen Dauer bereits geschloffen und mit mehreren andern wechselt; ganze Schaaren ziehen über die Straßen, bleiben Mitgliedern sich entfernt hatte, auf eigene Faust unter dem vor jedem jüdischen Hause stehen und da werden von einigen: Vorsitze des Hrn. S. Deiches den Herrn Akiba Kornitzer zum begleitenden „Herren" stets neue aufreizende Reden gehalten; Rabbinatsverweser Krakaus proclamirten. die Juden wagen in Folge deffen nicht, die Gasse zu be- Um jedoch die gesetzliche Sanction dieses — wir wietreten. Obergespan Grast, über die Tißa-Eßlarer Vorgänge > derholen vollständig illegalen Actes zu erlangen, reichten sie besorgt, ließ die Judenfrauen zu sich rufen und gab ihnen! um die Bestätigung Kornitzers beim hiesigen Magistrat ein. ein Schreiben an den Tißa-Eßlarer Ortsrichter mit der Ber-; Am 15. d. M. begab sich nun in dieser Angelegenheit ficherung, daß ihnen nichts geschehen werde, sie mögen nur eine Deputation der nicht chassidischen orthodoxen Juden zum eiligst nach Hause gehen. Ryiregyhaza, 30. Juni. Wiener Blätter melden: Der Staatsanwalt Szeyfert erhielt gestern aus Preßburg einen Drohbrief, unterschrieben „antisemitisches Executivkomitc", Bürgermeister Dr. Weigel, um ihm die Gefahr vorzustellen, die den Juden Krakaus aus einer eventuellen Ernennung Kornitzers erwachsen würde. Ihr Sprecher, Herr Pinkas Landau, hob in seiner polnischen Ansprache hervor, daß dem 29'

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