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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-07-03 · Heft 27 (3.7.1883) · p. Seite 438

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 27 (3.7.1883)
Date
1883-07-03
Page
Seite 438 (sequence 8)
Language
German
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438 stämmen zu identifiziren, während man der eigentlichen Wort-; bilden. Es versteht sich, daß hier ein reiches Material zu stämme in diesen Sprachen noch gar nicht sicher war. Ebenso j weiteren Forschungen geboten wird, zu welchen einen kräfunsicher ist noch die Beantwortung der Frage, ob die hebräische Sprache zwei- oder dreibuchstabige Stämme oder beide zugleich hatte? Hier bieten die hebräischen Lexika noch ein ganz wüstes Feld, aus welchem eine gründliche Untersuchung außerordentlich viel Unkraut auszujäten haben wird. Einen bedeutenden Schritt vorwärts führt uns nun die soeben ertigen Anstoß gegeben zu haben, das bleibende Verdienst Herzfelds sein wird. Die vorliegende Arbeit ruft gewiß eine neue kritische Bearbeitung der hebräischen Lexikographie hervor. Durch die Herausschälung der Mutterstämme werden viele Sprößlinge richtiger verstanden werden. Die Lexikographie wird sich nicht mehr damit abzuquälen haben, die so oft schienene Schrift des Landesrabbiner Prof. Dr. L. Herzdisparaten Bedeutungen eines Stammes mit einander in feld: „Einblick in das Sprachliche der semitischen Urzeit Harmonie zu bringen, sobald erkannt ist, daß gar nicht selten betreffend die Entstehungsweise der meisten hebräischen Wortstämme" (Hannover, Hahn, 1883). Der Vers, versucht nachzuweisen, daß und in welchen Weisen die Mehrzahl der hebräischen Wortstämme aus älteren, einfacheren hervorgebildet wurde, und er thut dies, wie wir gern anerkennen, mit umfassender Sprachkenntniß und großer Umsicht. Nach ihm reichen manche Arten der Stammbildung offenbar in die Zeiten hinauf, als der semitische Sprachstamm sich noch gar nicht in Dialekte gesondert hatte. Von den jüngern Stämmen die Ausläufer ganz verschiedener Mutterstämme von grundverschiedenen Bedeutungssphären zufällig vollkommen gleich lauten. Gewöhnlich wird versucht, die Grundbedeutung eines Stammes dadurch zu gewinnen, daß man zu erfaffen trachtet, was wohl das Gemeinsame sei aller der Bedeutungen, in welchen er vorkommt: aber dieses Abstrahiren muß oft Abstrakta zu Tage fördern und noch öfter gar zu allgemeine oder halbideelle Grundbegriffe, während umgekehrt die erste Bedeutung der meisten Stämme, dem ganzen Wesen der Urglaubt er, daß nur ein mäßiger Theil derselben älter noch zeit gemäß, eine völlig bestimmte, concrete und sozusagen als Abraham ist, dagegen die meisten von ihnen erst später, materielle gewesen sein muß. Der Vers, erkennt selbst an, von jener dunkeln Urzeit an bis tief in die Periode des daß viele seiner Resultate noch modifizirt werden würden, zweiten Tempels hinab allmählich gebildet worden find. Der Aber dies nimmt seinem Werke den Werth nicht, eine viel- Berf. findet nun drei Hauptarten semitischer Hervorbildung fach neue Bahn eröffnet zu haben. — Man macht unserer neuer Stämme aus älteren: 1) die Vertauschung irgend eines Zeit den Borwurf der Schnelllebigkeit; die Erscheinungen Consonanten des Stammes mit einem lautverwandten; 2) die Anwendung bestimmter Bildungsformen, z. B. die Borsetzung eines Nun und 3) die Transposition. Diese drei Arten nimmt nun der Vers, genauer durch und exponirt ihren Charakter. Wir heben z. B. die zweite Klaffe hervor: fie entstand dadurch, daß man zweibuchstabige Urstämme zu dreibuchstabigen erhob und hierzu vorläufig einen solchen Buchstaben wählte, daß der neue Stamm ein „schwacher" wurde, ein *"2 oder i"y oder oder n“b, also wesentlich noch zweibuchstabig blieb, nachmals aber dieses Verfahren steigerte, indem man durch Hinzunahme eines derberen Consonanten den schwachen Stamm in einen stärkeren oder völlig starken verwandelte. Wir heben dieses Beispiel hervor, um zu zeigen, mit welchem Scharfblick der Verfasser den Prozeffen der Stammbildungen nachgegangen. Nach der auskommen und gehen in rascher Folge. Aber dies ist nur auf der Oberfläche der Fall; tiefer beobachtet, hat der Mensch in keiner Zeit geistig und materiell mehr gearbeitet, mehr Ausdauer und Consequenz verwendet als der jetzige. Die nüchterne holländische Philologie ist längst nicht blos an Fleiß überttoffen, sondern auch durch den geistigen Gehalt, durch die wissenschaftlich historische und philosophische Auffaffung ersetzt. Einen Beweis hierfür liefert auch die Bearbeitung und Uebersetzung der Talmudim und Midraschim, an welche sich die ftühere Zeit wiederholt gewagt hat, ohne etwas mehr als über die Schwelle zu gelangen. Jetzt hat man derarttge Arbeiten nicht blos kühn unternommen, sondern führt fie auch energisch fort und durch. So liegt uns heute von der ersten, und zwar französischen Uebersetzung des Jerusalemischen Talmud, die Herr Morse Schwab, Beamter der Nationalführlichen Exposition in der Einleitung behandelt er zunächst j bibliothek zu Paris, verfaßt, bereits der sechste Theil vor die Buchstabenvertauschungen, dann die Umbildungsformen,! (Paris, Maifonneuve, 25 Quaie Voltaire, 1883). Derselbe welche allmählig entstanden und gebräuchlich geworden. Der i enthält die Tractate Succa. Rosch ha-schana, Taanith, Megilla, zweite Abschnitt geht noch positiver in den Gegenstand ein,; Chagiga und Moöd Katon. Das Werk ist hiermit bis etwas indem er das ganze Lexikon durcharbeitet, um die „Sippenüber die Hälfte des Ganzen gekommen. In einer Vorrede weise Aufzählung der erkannten jüngeren Stämme mit thunj skizzirt Herr Schwab den Inhalt dieser Tractate und in lichstem Nachweise ihrer Entstehung aus älteren", nachzu-j Anmerkungen weift er auf die Paraüelstellen und andere weisen. Es iverden hier 447 Stämme der Prüfung i Citate hin. Register erleichtern die Benutzung des Werkes, unterworfen. Ein Register zu diesem Abschnitt erleichtert j Gewiß wird der Vers, in seiner großen und verdienstvollen die Benutzung: es umfaßt 2055 Stämme, welche 458 'Gruppen | Arbeit fortfahven, und hiermit wesentlich dazu beitrage^ daß

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