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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-06-19 · Heft 25 (19.6.1883) · p. Seite 407

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 25 (19.6.1883)
Date
1883-06-19
Page
Seite 407 (sequence 9)
Language
German
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407 Gunsten der Juden behandelt, und sie durch Abschaffung der die Polizei und andere Unterbeamten von den Juden ungebeschränkenden Gesetze und die Gewährung der Freizügigkeit führ 200 Pfd. Sterling erhalten. Die Bestürzung der Juden zu lösen versucht hat. Es versteht sich, daß die judenge-! (welche gewiß die geforderte Summe nicht besitzen und deren häsfige „Nowoje Wremja" ganz außer sich über diese höchst! Leben wahrscheinlich auch in Gefahr ist) ist grenzenlos. Sie wichtige Erscheinung ist. welche in diesem Momente einige! haben sich theilweise in die Stallungen des Ministers ge- Hoffnung zu schöpfen veranlaßt.! flüchtet, welche nach der Landesfitte ein unverletzliches Asyl Rostow, 26. Mai. Von hier wird berichtet, daß die! strengsten Maßregeln gegen die Excedenten ergriffen worden.! Es heißt: Die Polizei konnte keinen Schutz gewähren, weil! ihre Macht zu gering gegenüber den wilden Rotten war.! Um 6 Uhr Nachmittags endlich kamen Kosaken aus Novo-! Tscherkask, welche durch energisches Einschreiten mit der Waffe bewirkten, daß die Ruhe um I I Uhr Nachts wieder hergestellt war. 156 Personen sind verhaftet worden, und weitere Verhaftungen stehen bevor. (Nach einem neueren Telegramme sind bei diesen Unruhen drei Juden getödtet worden.) Ein Comite hat sich gebildet, um Sammlungen für die unglücklichen Opfer einzuleiten. Persien. Teheron, im April. Die Auglo Jewish Association hat von hier folgende betrübende Mittheilung erhalten: Ein großes Unglück hat die jüdische Gemeinde von Teheran getroffen. Am 3. März wurde der Jude Isaak Davisch im; Besitz eines Schmuckgegenstandes befunden, welcher, wie man behauptete, zu den Edelsteinen gehörte, welche dem Mirza Ali Khan, dem Sohne des verstorbenen Großvezir des Schah's , gehört hatten. Isaak Davisch wurde sofort in den Kerker geworfen und der Feuertortur unterworfen. Er erklärte dann, daß er den Schmuck vom Juden Harm Isaak und von einer anderen Person erhalten habe, welche ihn gestohlen hätte. Harm Isaak wurde ebenfalls gefangen genommen, aber ob gleich er der Tortur unterworfen wurde, betheuerte er seine Unschuld. Die Behörde ließ alsdann Bacschi ins Gesängniß werfen, den Sohn von Simon, welcher der Vorsteher der jüdischen Gemeinde von Teheran ist und dessen Sohn, Namens Khodadad, sich in diesem Augenblicke in London vorbereitet, um in der israelitischen orientalischen Normalschule in Paris ausgenommen zu werden und später im Namen der Alliance israelite universelle eine französische Schule in Persien zu bieten. Andere, Männer wie Frauen, haben sich um die große Kanone versammelt, welche vor dem Palaste des Schah's steht und wo, wie es gebräuchlich ist, die Petitionäre sich hinstellen, welche die Aufmerksamkeit des Monarchen auf sich ziehen wollen. Aber bis jetzt sind ihre Bitten an die Gerechtigkeit des Schah's ohne Erfolg geblieben. Die englische Regierung hat ihrem Minister in Teheran telegraphirt, zu Gunsten der Juden „im Namen der Menschlichkeit sich zu verwenden". (Wie uns aus Paris mitgetheilt wird, hat sich I auch das Centralcomite der Alliance an den französischen Minister des Auswärtigen und an den persischen Gesandten gewandt. Letzterer telegraphirte an seine Regierung und er- > hielt auf demselben Wege zur Antwort, daß die Gefangenen! frei gelassen und die Juden beruhigt seien. Es werde vollkommene Gerechtigkeit geübt werden. Redact. d A. Z d. I.) Afrika. Gotha, im Mai. In den hier erscheinenden geographischen „Mittheilungen von Petermann" (Bd. 29, Hst. 6.) befindet sich ein Aufsatz von Gerhard Rohlfs: „Die Anzahl der Juden in Afrika", aus welchem wir Folgendes entnehmen. Die Anzahl der Juden in Afrika ist oft übertrieben angegeben worden, da sich nur für wenige Landstriche dieses Welttheils auf Zählung beruhende Angaben machen lassen, so daß man zur ungefähren Schätzung seine Zuflucht nehmen muß. Für Algerien ist der Census vom 28. Dezember 1881 maßgebend, nämlich 35,665. Auch ziemlich zuverlässig ist die Zahl von 8000 Seelen in Egypten, wo die Levantiner, Armenier und Griechen den Handel an sich gerissen, was in! den östlichen Ländern Afrikas für die jüdische Bevölkerung nachtheilig ist, da sie hier dem Handel obliegt, während sie im westlichen Afrika Handwerker sind und selbst Ackerbau treiben. Für Tunesien sind die Angaben der Franzosen zuverlässig, welche die Juden dieses Landes auf 60,000 schätzen. leiten. Man wollte den Bacschi einen Wechsel unterschreiben! Wenn dagegen von Brunialti aus Tripolitanien 100,000 lassen, auf den die Juden die Summe von 125,000 Frcs. Juden gerechnet werden, so ersieht mau nicht, wie diese Zahl bezahlen sollten, was nach Mirza Ali Kahn das Aeauivalent > mit der Einwohnerzahl der tripolitanischen Städte überhaupt der ihm gestohlenen Gegenstände wäre. Bacschi blieb acht! in Uebereinstimmung zu bringen wäre. Außerhalb der Städte Tage im Gesängniß; er wurde der Tortur unterworfen, aber giebt es nur im Djebel (im Goriangebirge) einige fLeine jü« er verweigerte aufs Energischste, den Wechsel, den man von dische Ortschaften. Alle tripolitanischen Städte znsammenihm forderte, zu unterzeichnen. Man arretirte dann vierzehn gerechnet haben höchstens 50,000 Einwohner, von denen jüdische Notablen von Teheran, unter denen der Oberrabbiner wieder nur 5000 jüdischer Religion sein dürften. Einer ebenso Abraham Hadji Baba, und diese Unterzeichneten schließlich! argen Täuschung hat man sich hinsichtlich Marokkos ergeben, eine Verbindlichkeit für I2ö,00o Frcs. Unter Anderem hatten! wo man auf 200,000 Juden rechnete. Diese seine frühere 25

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