Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1883)
- Date
- 1883-06-19
- Page
- Seite 405 (sequence 7)
- Language
- German
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405 Grunde immer nicht entsprochen würde, was auf's strengste; Kandidaten zu thun. Schließlich fordere ich Sie auf, die zu kontroliren, Sie hiermit angewiesen werden, ich gezwungen! behufs Kontrole nothwendigen Verfügungen seinerzeit zu wäre, a. h. Orts die nothwendigen Schritte zur Entziehung treffen und mir über Resultat Ihres der Nothwendigkeit des Oeffentlichkeitsrechtes der Preßburger Jeschiba und Entk entsprechenden Vorgehens Bericht zu erstatten. Budapest, ziehung der Wehrpflicht-Begünstigung der dortigen Rabbinats-! 30. Mai 1883. Tröfort m. p. Deutschland. Berlin, 6. Juni. (Privatmitth.) Wir hatten jüngst in dieser Zeitung Gelegenheit, die Anstalten der hiesigen jü-. dischen Gemeinde wegen ihrer trefflichen Einrichtung zu rühmen, ■ Um hierfür zum Beweise zu dienen, sei folgende Notiz ani geführt: Den Theilnehmern an den Verhandlungen des „Vereins für öffentliche Gesundheitspflege" (14.—16. Mai d. I.) wurde von dem Magistrate der Reichshauptstadt Berlin ein „Hygienischer Führer durch Berlin" überreicht, aus dem eine Notiz die Leser dieser Zeitung interessiren dürfte. Das intereffante Buch führt die Einrichtungen der verschiedenen Kirchhöfe auf, auch die der jüdischen Gemeinde an der Schönhauser Allee 22/25 und bei Weißensee, und sagt darüber: Während die christlichen Gemeinden auf ihren Kirchhöfen in der Bestattungsweise nichts Neues eingeführt haben, sind die hygienischen Einrichtungen des neuen jüdischen Friedhofes in Weißensee rühmend hervorzuheben. Derselbe enthält ein Gebäude in Form eines 1 mit 3 Flügeln, einer als Versammlungsraum, einer als Kapelle und einer zur Leichenreinigung. Die getroffenen Einrichtungen in Betreff der Leichenreinigung verdienen besonderer rühmender Erwähnung. Auch das jüdische Krankenhaus findet in dem interessanten Buche eine ausführliche Beschreibung. Münster (Westfalen), 7. Juni. (Privatmitth.) Unter all' den bestehenden jüdischen Lehrerseminarien besitzt die „Marks-Haindorf'sche Stiftung" zu Münster den Vorzug, die älteste solcher Lehranstalten zu sein und für die Provinzen Westfalen und Rheinland durch Beschaffung tüchtiger seminaristisch geschulter Lehrer eine segensreiche Wirksamkeit hinter sich zu haben. Wie jedes solcher Institute hat diese Stiftung wechselnde Zeiten des Aufsteigens und zeitweiligen Niedergangs gehabt; aber man kann wohl mit Recht sagen, daß es sich gegenwärtig wieder auf der Höhe feiner Aufgabe und Ziele befindet. Die Anstalt besteht seit 1825 und wird am 2. Mai des nächstey, Jahres den 100jährigen Geburtstag ihres Stifters, des Prof. Dr. Haindorf, feiern. Sie möchte zu diesem Tage ein eigenes Seminargebäude beziehen, und wünschen wir von Herzen, daß es dem Kuratorium gelingen möge, die ausreichenden Mittel hierzu zu finden. Dazu ist jedoch die kräftige Beihülfe edler Menschenfteunde erforderlich. Der in diesen Tagen ausgegebene 31. Bericht giebt für das verflossene Jahr aus Westfalen die Einnahme der Sammlungen auf M. 6500 an, wogegen die Rheinprovinz nur M. 1058 liefette. Die Staatskasse gewähtt einen jährlichen Zuschuß von M. 6000. Die Einnahmen und Ausgaben balancirten genau auf M. 18,044. Um so mehr leuchtet es ein, daß das Seminar kräftiger Unterstützung nicht entbehren kann, nnd in der That brauchten sich die westfälischen und rheinländischen Gemeinden keine zu großen Opfer aufzulegen, um das Seminar, das doch ihren wesentlichsten Bedürfniffen Befriedigung schafft, reichlich zu erhalten, wenn dies — die Mehrzahl thäte! Oesterreich-Ungarn. Lemberg, 1. Juni. Die Wahlen zum galizischen Land I tage mit sammt den üblichen Wahlkämpfen find in vollem Gange. Hier wurden vr. Goldmann und Simon, letzterer von der hiesigen Handelskammer, wieder gewählt. Von der Krakauer Handelskammer wurde Arnold Rapoport und in Biala vr. Rosner gewählt. Brodh, 1. Juni. Hier wurde, wie der „N. F. Pr." berichtet wird, der von der orthodox-jüdischen Partei in letzer Stunde aufgestellte Kandidat Joseph Simon, Buchhalter im Hause Hausner, mit 308 Sttmmen zum Landtags-Abgeordneten gewählt. Der Candidat des Central-Comitös, vr. Philipp Zucker, blieb mit 178 Stimmen in der Minorität. Herr Simon erklärte telegraphisch dem Central-Wahlcomite, daß er die auf ihn gefallene Wahl, die er ganz eigenthümlichen Umständen zu verdanken habe, nicht annehme. Es verlautet, daß vr. Zucker von dem Central Comite in einem der Wahlbezirke des Großgrundbesitzes candidirt werden wird; allein es ist kaum anzunehmen, daß die Schlachzizen einem Juden ihre Stimmen zuwenden werden. Frankreich. Paris, 10. Juni. Das monatliche Bülletin der .Alliance isr. univ. für den Monat Mai bringt drei Rechtsgutachten! von Pariser Professoren des Rechts über die Blutbeschuldigung.! Es ist in der That eine Schmach für unser Jahrhundert,! daß Gutachten über ein solches Wahngebilde des Haffes noch! abgegeben werden müssen. Man wird unser Jahrhundert