Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1883)
- Date
- 1883-06-05
- Page
- Seite 373 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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373 bem achtenswerthen Vereine den Wunsch aussprechen, in Bezu billigen vermag. So fand ich dieser Tage in dem Feuilrathung zu ziehen, ob er nicht auch diesem Zweige jüdischer I leton eines Blattes einen Artikel mit der Ueberschrift „Der Literatur seine Bestrebungen zuwenden wolle, wie es seiner Welt - Vampyr", strotzend vom widrigsten Antisemitismus. Zeit mit so großem Erfolge das „Institut zur Förderung Das ist nicht gerechte Entrüstung über Unrecht und Bergewalder Israelitischen Literatur" die achtzehn Jahre seines Betigung, die zu solchem Geschreibe die Feder führt. Wer ehr standes kräftig gethan hat. Von einer anderen Tenlich gegen Ausbeutung den Kampf führen will, muß gerecht denz ist die amerikanische Uedrerv Review, welche die dortige genug sein, um nie außer Acht zu lassen, daß diese Plage rabbinisch-literarische Gesellschaft herausgiebt (Llocll & Co., fast so alt ist als die menschliche Gesellschaft und daß sie Cincinnati). Sie widmet ihre Spalten vorzugsweise dogma-! weder einer Raste noch einer Religion eigenthümlich angehört, tischen und religionsphilosophischen Erörterungen. Mit dem Will man denn vergessen, welches Unheil die Langrand- Tode ihres Redacteurs, des sel. Dr. Max Lilienthal, gerieth Dümonceaux und Bontoux, die Horn und Schuster angerichtet sie ins Stocken, und jetzt erst ist die vierte Lieferung des i und weiß man nicht, daß Diesen nur die Macht gebrach, um 2. Jahrgangs zu uns gelangt. Eine Erklärung bezeichnet! noch weit größeres Uebel zu stiften? Ist nicht das Denkbare diese als Schlußheft, weil erst die im Juli stattstndende Ber-! an finanzieller Bedrückung von den französischen Steuersammlung des Vereins über die Fortsetzung beschließen soll, j Pächtern des vorigen Jahrhunderts geleistet morden? Man Das Heft enthält zuerst Erinnerungen an Lilienthal, über z verdammt mit vollstem Rechte den Wucherer. Warum aber besten Leben und Wirken in Amerika. Alsdann von Dr.! übersieht man die hartgesottenen christlichen Sünder und be Isaak Schwab eine Abhandlung über die Uebertragung der! tont so pharisäisch immerfort den „jüdischen" Wucher? Doch Schuld auf die Nachkommen nach Bibel, Talmud und Rab-! Ihr sagt ja, um auch Wucher und Corruption der Anderen binen und gewissermaßen als Ergänzung von demselben j den Juden aufbürden zu können, daß Jene das Schlimme Autor an dritter Stelle über die Erbsünde. Dazwischen lesen ■ von ihnen gelernt haben. Wer aber waren denn die Lehrwir über das Leben und die Schriften von Saadia Gaon! meister der Lombarden und der reichsstädtischen Geldgeber von Di'. Abraham De Sola. ^des Mittelalters, wer hat, als Israel in Palästina die Scholle Fügen wir heute noch die Besprechung einiger kleinen! pflügte, die hartherzigen römischen Ritter gelehrt, ihre Ple- Schriften hinzu. „Steuer oder Reform. Ein aufrichtiges! bejer mit Zins und wieder Zins so lange zu schrauben, bis Wort über die Börse von Gustav Sandow" (Stuttgart,! die Aermsten ihnen persönlich zu eigen wurden? Wo blüht Bonz, 1883). Nachdem der von conservativer Seite ein-! die Corruption zur Zeit mehr als in Rußland, von welchem gebrachte Antrag auf Börfensteuer von der Commission des doch ganze Gebiete der jüdischen Niederlassung versagt sind Abgeordnetenhauses abgelehnt worden, fürchtet der pfeudo- und bringen's da die orthodox-gläubigen Christen nicht ganz nyme Berf. dieser Broschüre, daß auch die Reform der Börse, prächtig unter stch fertig?" Möchte dies aller Orten beherzigt welche diese selbst am nachdrücklichsten wünscht, unbeachtet werden! — In den entferntesten Landstrichen hat der Antibleiben werde. Wir haben hier seine, allerdings mit Grün-! semitismus die Gemüther aufis Tiefste erschüttert. Jeder den belegte Ansichten über das Berhältniß des Estektenbesitzes Jude, der sich redlichen Lebenswandels, des Strebens nach in Deutschland zu dem Grundbesitz, über die Steuerlast des Bildung und Wisten, der humansten Gesinnung und des lauletzteren u. dgl. nicht zu besprechen. Ebenso wenig was er tersten Patriotismus bewußt war, mußte sich von den antiüber die Börsen-Consortien und die Corruption in der Börsen-; semitischen Schriften und Reden, Gebühren und Treiben heftig presse und Correspondenz sagt, auch nicht, was er (2. 13)i entrüstet fühlen, um so mehr, da ihm die Lügenhaftigkeit der darüber sagt, daß „es eben nur ein Theil der haute tinance! Beschuldigungen, die ganze maßlose Ungerechtigkeit und Un ist, der das Xodl6886 oblige noch beachtet. Die Rothschilds'sittlichkeit zum Bewußtsein kommen mußte, welche den Geist scheinen diese Devise nicht mehr zu beherzigen. Und doch der Zeit und den Fortschritt der Entwickelung zu fesseln sollten gerade ste vor Allem trachten, das Gemeingefährliche > drohten. Daß pch dieser tiefgehende Unwille noch immer zum der Macht, welche in ihre Hand gegeben ist, der allgemeinen j Ausdruck drängt, ist natürlich, wenn sich auch bereits die Aufmerksamkeit zu entrücken, mindestens es ihr nicht aufzu-! Sturmfluth zu legen begonnen. Aus solcher Erregung ist drängen u. s. w." Wir unsrerseits haben mit dieser Ansicht i die Lchrist erstopen: Semiten und Antisemiten. Schauspiel über die Rothschild's niemals zurückgehalten. Haben sie doch in 5 Aufzügen von Josef Sußmann (Bottuschan (Ruin der Angelegenheit der russischen Flüchtlinge obige Devise mänienj Selbstverlag, 1883.) Wir sagten „Schrift', denn ebenfalls nicht beachtet. Was uns vielmehr in dieser Brodas Werkchen besteht aus einem Schauspiel, aber auch aus schüre bemerkenswert erscheint, lesen wir S. 17: „Diesen einer 48 Seiten langen polemischen Vorrede. In dem L-chau- Uebergriffen der Geldfürsten erwächst auch Gegnerschaft; aber spiele wird das Treiben der Antisemiten in seiner Gemeinoft erfolgt der Angriff darauf in einer W-,f°. diman »ichnheit, in der UnfiMichk-tt feiner Motive, fomie die Einwir-