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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-29 · Heft 22 (29.5.1883) · p. Seite 358

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 22 (29.5.1883)
Date
1883-05-29
Page
Seite 358 (sequence 8)
Language
German
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358 nur von einem oder zwei Individuen vertreten sind. Breslau, Posen, Königsberg, Hamburg, Frankfurt a. M., Köln, Karlsruhe, Baden, Mannheim, Hannover, Dresden u. s. w. haben für den gemeinsamen Zweck nichts übrig gehabt. Lobend hervorheben wollen wir die Gemeinde Bonn, welche als solche 200 M. und von Einzelnen 300 M., zusammen 500 M. beitrug. Es ist daher erklärlich, daß die Summe von M. 20,274 nur erreicht werden konnte, indem der Gemeindebund selbst aus seinem allgemeinen Fond 5000 M. und die Versicherungsgesellschaft „Victoria" zu Berlin M. 1608 zuschosien. Wir erklären uns diese Nichtbetheiligung der Deutschlands bei der genannten Gesellschaft gewiffe erleichterte und vortheilhaftere Bedingungen der Berficherungsnahme erwirkt, welche bereits besonders bekannt gemacht worden find. Zur Berficherungsnahme jüdischer Gemeindebeamten bei der „Victoria", sowie zur Erwerbung der Mitgliedschaft bei geeigneten unter den Deutschen Juden bereits bestehenden localen und provinciellen Unterstützungsvereinen wird der D. I. G. B. durch die Friedrich-Wilhelm Victoria Stiftung dergestalt Beistand leisten, daß er im Falle unzulänglicher Vermögensumstände des Versicherungsnehmers: a) einen Theil der erforderlichen Aufnahme-Prämien, sonstigen Beiträge und Gegrößeren Gemeinden aus dem schon oben bemerkten Umstande,; bühren für den bedürftigen Beamten darlehns- oder schenkungsdaß dieselben für ihre Cultusbeamten ausreichend gesorgt zu weise entrichtet; d) in besonders geeigneten und dringlichen haben glauben, während uns dock» selbst die Fälle bekannt j Fällen diese Gebühren in ihrer vollen Höhe darlehns- oder sind, daß die Wittwen und Waisen ihrer Kultusbeamten! schenkungsweise für den Beamten bezahlt; e) in Fällen herhülflos waren und es besonderer Sammlungen bedurfte, um > sie vor der äußersten Dürftigkeit zu schützen. Jedenfalls tritt > hier aber ein Mangel an gemeinnützigem Sinne hervor, den j wir sehr bedauern. Es ist eben eigenthümlich, daß, während! für gewiffe Zwecke, für Armen- und Krankenpflege, für j Waisen u. s. w. unsre Glaubensgenossen stets ein offenes! Herz und eine offene Hand bethätigen, sie für andere Zweige! noch geringe Theilnahme bezeugen, namentlich für Unter-! stützung der studirenden Äugend und für genügende Aushülfe zur Heranbildung und Versorgung ihrer Lehrer und Kultusvorragender Würdigkeit eine bereits vollzogene Selbstversicherung durch aliquote Mehrversicherung prämiirt." Hoffen wir, daß der eingeschlagene Weg zu günstigen Erfolgen führe, und die Stiftung ihre segensreiche Wirksamkeit immer mehr auszudehnen vermöge. Dazu gehört aber vor Allem eine bedeutend reichere Unterstützung, als sie bisher gefunden. — Das Auerbach sche Waisenhaus hat als ihren fünfzigsten Jahresbericht ein starkes Heft veröffentlicht, in welchem die Jubelfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Anstalt, von beamten. Es tritt diese Eigenthümlichkeit auch anderweitig! der wir bereits Bericht erstatteten, ausführlich beschrieben zu Tage. Die größeren Gemeinden möchten wir doch da- ' wird. Hieran reihen sich die Mittheilungen über das abgerauf aufmerksam machen, daß sie doch ihre Kultusbeamten laufene Jahr. Hiernach beläuft sich das Vermögen der An- und Lehrer nur selten aus ihrem eigenen Schooße beziehen,! stalt gegenwärtig auf M. 675,886. Tie Einnahmen des sondern ihren desfallsigen Bedarf von außen her befriedigen,! verflossenen Jahres auf M. 65,114, wovon über die Hälfte d. h. von den mittleren und kleinen Gemeinden her, daß > bereits aus den Zinsen des Fonds crfließt. Was die Ausalso nicht blos ihre Pflicht, sondern ihr eigener Nutzen ihnen > gaben betrifft, so betrugen sie nach Abzug der gekündigten vorschreiben sollte, an den gedachten Bestrebungen thatkräftig sich zu betheiligen. Was nun die Stiftung selbst betrifft, so veröffentlicht der Ausschuß des Gemeindebundes das Statut der Stiftung, die Geschäftsordnung und einen neuen Aufruf, welchem wir den besten Erfolg wünschen. Den Zweck der Stiftung drücken am füglichsten die §§ 2 und 3 des Statuts aus, die also lauten: „Die Kaffe bezweckt, die Selbstthätigkeit der jüdischen Gemeindebeamten in Deutschland dahin anzuregen, zu befördern und zu unterstützen, daß durch geeignete Versicherungsnahmen einerseits den Beamten selbst für die Zeit der Dienstuntüchtigteit resp. des vorgerückten Lebensalters eine Pension, andererseits den Angehörigen der Beamten nach dem Tode des Familienhauptes eine Subsistenz-Beihülfe geleistet werde. — § 3. Zur Erreichung dieses Zweckes hat der D. I. G. B. mittelst eines unter dem 20. November 1882 mit der Allgemeinen Verficherungs Actien-Gesellschaft „Victoria" zu Berlin geschloffenen Vertrages den jüdischen Gemeindebeamten und gekauften Fonds M. 51,056, so daß sich für die in der Anstalt erzogenen 76 Waisen pro Kopf jährlich ca. 680 M. Herausstellen. Erfreulich ist es, daß von den in der Anstalt erzogenen Waisen sich eine recht große Zahl den Handwerken und den Kunstgewerben widmen. Essen, 18. Mai. (Privatmitth.) Es gereicht uns stets zu großer Befriedigung, wenn wir sehen, wie israelitische Gemeinden die Bestrebungen des Lehrerstandes zu einer kräftigen Selbstentwickelung mit Liebe und Eifer aufnehmen und diese richtige Würdigung zum Ausdruck bringen. Bor 21 'Jahren tagte hier der jüdische Lehrerverein Westfalens und der Rheinprovinz und hatte sich der freundlichsten Aufnahme seitens der Gemeinde zu erfteuen. Seitdem versammelte sich der Verein am hiesigen Platze erst wieder in diesen Tagen. Der Vorstand der Gemeinde, Herr I. S. Hirschland an der Spitze, begrüßte die Versammlung mit der herzlichsten Ansprache, aus welcher wir die Hauptstellen wiedergeben: „Eine lange Reihe von Jahren ist es her, daß die

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