Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1883)
- Date
- 1883-05-22
- Page
- Seite 339 (sequence 9)
- Language
- German
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339 mit seinem Fuße die Monstrositäten des Gesetzes Manu's wesen ist. Hierzu trägt auch die vorliegende Schrift bei. und versuchte das Volk von seinen Ketten zu befreien; aber! Denn die umsichtige Prüfung der Anlage und Quellen des er verfiel in den Atheismus, in die mönchischen Nichtigkeiten - und in die Absurditäten der Seelenwanderung, von denen, er sich nicht freimachen konnte. Zoroaster hingegen, durch, seine Berührung mit den Judäern aufgeklärt, erhob sich zu i der Erkenntniß des höchsten Wesens und proclamirte die! Gleichheit der Menschen, ohne jedoch die Abschaffung der Sclaverei zu wagen, die Heirathen unter Blutsverwandten i zu verbieten und das Ueberlassen der menschlichen Leichen! an aasfreffende Thiere. Bei allen diesen Vergleichungen legt der Vers, den Maßstab der höchsten Sittlichkeit und der lautersten socialen Principien an, und wir stimmen ihm hier überall bei. Weniger vermögen wir ihm zu folgen, wenn er alle civilisirten Völker in Asien, Afrika und Europa, jetzt auch in Amerika und Australien auf die semitische Race zurückführen will, während von Japhet die Autochthonen abstammten, die überall vor den Semiten zurückwichen und verschwanden. Die Chamiten sind auf der unteren Stufe der Cultur stehen geblieben. Auch wir halten die Urgeschichte des Menschengeschlechtes und die Resultate der vergleichenden Sprachwissenschaft noch lange nicht für abgeschlossen. Allein um so weniger vermögen wir dem System des Bers.'s, so scharfsinnig er es auch verficht, die Zweifellosigkeit zuzuschreiben, die er für dasselbe beansprucht. — Anlage und Quellen des Vereseblt Rabba. Dargestellt von M. Lerner. (Berlin, Benzian 1882.) Mit der talmudisch-midraschischen Literatur geht es, wie mit mancher anderen aus dem Alterthum herübergekommenen, z. Bder jüdisch-griechischen, daß, jemehr man sie auf ihre Quellen prüft, sich die Aussicht in eine ausgedehnte Literatur eröffnet, welche verloren gegangen. Wie man mit Josephus, Philo und einigen Apokrypben die jüdisch-griechische Literatur für erschöpft hielt, und sich dann doch eine größere Zahl von Schriftstellern vorfand, von denen sich theils einige Bruchstücke, theils eben nur noch ihre Namen erhalten haben: so auch in der talmudisch-midraschischen Literatur, wo nur die Mischna, die Gemara und die noch vorhandenen Midraschim das ganze Feld einnahmen, während eine genauere Untersuchung zeigt, wie viele Sammlungen und Schriftwerke bestanden baden, aus welchen die uns übrig gebliebenen geschöpft hatten. Diese Erkenntniß bietet den Vortheil, daß wir einsehen, wie viel größer und früher die Geistesthätigkeit und das regsame literarische Schaffen ge- Bereseliit. Rabba, die der Vers, anftellte, erweist, daß dem Redacteur desselben „ältere, amoräische Sammlungen “ zu Gebote gestanden haben, auf welche besonders die Bestandtbeile dieses Midrasch Hinweisen, welche in keinem der uns bekannten Werke Parallelen finden. Ueber diese Quellen sind allerdings nur Bermuthungen aufzustellen. Der Vers, hält drei verschiedene Sammlungen hierfür: die eine, welche die älteren, tanaitischen Erklärungen zur Genesis enthielt, die R. Hoschaja rabba zugeschrieben wird, die andere, welche die Agadot umfaßt hat, welche die Weisen des Südens von Lehrer auf Jünger tradirten, und eine dritte, welche die Agada des nördlichen Palästina ausgenommen hatte. Diese Sammlungen bilden den Hauptinhalt des Beresebit Rabba. lieber alle Details müssen wir auf die verdienstvolle Arbeit selbst verweisen. — Von der Bibliotheca Rabbinica von Dr. A. Wünsche ist uns soeben die 23. Lieferung zugckommen. (Leipzig, Qtto Schulze 1883.) Sie enthält den ' Midrasch Ruth rabba, und ist hiermit der Midrasch zu den fünf Megilloth beendet. Eine kurze Einleitung macht mit dem Charakter dieses Midrasch, namentlich vom culturhistorischcn Gesichtspunkte aus, bekannt. Ein „Nachweis der Quellen und Parallelen zu dem Midrasch Ruth rabba - giebt über den Zusammenhang desselben mit dem Talmud und dem Midrasch rabba Aufschluß. Dr. I. Fürst fügt eine Reihe Anmerkungen hinzu. Ein Anhang endlich bringt eine Uebersetzung aus dem Bet ha-Midrasch von A. Jellinek ..Einige Sagen von dem Könige Salomo" und alsdann drei Petrussagcn. Unter den ersteren sind einige recht anziehende, und dem Ernste unsrer Väter gegenüber sei bemerkt, was den modernen Roman- und Novellenschriststellern zum Tröste gereichen wird, daß es sich in jenen meist um Frauen handelt. Trübseliger sind die Pctrussagen, denn sie drehen sich um die Frage, wie die Juden vor den Gewaltthätigkeiten der Christen gerettet würden. Zu diesem Zwecke sandten sie Simeon Kepha zu den Christen, der sich als einen Apostel Jesu gerirte und ihnen in dessen Namen verbot, den Juden etwas zu Leide zu thun. Unter Anderem spricht sich auch die Befriedigung der Juden darüber aus, daß die Christen in Bezug auf den Sabbath und die Festtage wesentliche Veränderungen vorgenommen, so daß die Jünger der beiden Religionen sich unterschieden. — %<2 t/fr/t racj.Mi clc fj yCaw. Deutschland. seit 1879 den Fortschritt, die Ausdehnung und die Ausbrüche Bonn, 7. Mai. (Privatmitth.) Es wird Niemanden des rohesten Antisemitismus zu lange und zu viel zu ververwundern, wenn wir hier noch einmal auf die antiscmiti zeichnen, daß es ganz natürlich ist. wenn wir bei den offen sche Versammlung in Chemnitz zurückkommen. Wir hatten kundigen Symptomen seines Erlöschens länger verweilen. Tie 21