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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-22 · Heft 21 (22.5.1883) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 21 (22.5.1883)
Date
1883-05-22
Page
Seite 338 (sequence 8)
Language
German
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338 Judenthume keinen Boden fand, wo sie Wurzel schlagen konnte, blieb dasselbe auch vor jenen extatischen Erscheinungen und jener Wahnbegeisterung bewahrt, welche so Viele den Märtyrertod aufzusuchen antrieb, um desto sicherer und reiner in den Himmel zu gelangen. Zwar waren, wie aus unsrem Berichte ersichtlich ist, die jüdischen Märtyrer auch von der die uns bis jetzt nicht zugekommen. Wie er in der Vorrede zu der vorliegenden Schrift sagt, erwies er in jener. Schrift „das jüdische Volk als die Musternation, die allen menschlichen Gesellschaften, welche eine Rolle in der Welt gespielt haben, zum Vorbild (tzqre) gedient hat". Er glaubt erwiesen zu haben, „daß es die reinste und die vollkommenste Form tröstlichen Hoffnung erfüllt, nach dem Tode in die Gefilde der Regierung besessen habe, und daß es für alle Zeit der ewigen Friedens, ewiger Seligkeit, einzugehen; allein dieselbe! Pol der Civilisation sein werde, nach welchem alle demoerweckte in ihnen keine Sehnsucht nach dem Märtyrertode, sie kratischen Nationen hinsteuern werden". Er fügt in einer war bei ihnen auch nicht einmal das Motiv, das Martyrium,, Anmerkung hinzu: „Es ist wahr, daß die modernen Nationen, das man ihnen aufgenöthigt, standhaft zu übernehmen und! gegründet durch den menschlichen Egoismus und auf die Erauszuführen. Dieses war vielmehr frei von Egoismus — ' oberung und den Despotismus basirt, bis zu unsrer Zeit nur denn auch die Hoffnung auf jenseitige Belohnung ist egoistisch sehr unvollkommen diesem erhabenen Vorbilde nachgefolgt zu nennen — ganz uneigennütziger, reiner und höherer Art:! sind; aber ich bin überzeugt, je mehr die Menschen sich aufdas Bewußtsein, am Sinai erkoren worden zu sein, um den klären, je mehr das Volk sich durch sich selbst unterrichten Namen Gottes, den Einzig-Einen, standhaft zu bekennen und! werde, desto ernstlicher werden die Gesetze Mosis nachgeahmt zu heiligen, den reineren Monotheismus zu tragen durch j werden. Ich bin glücklich, mich in diesem Punkte mit Herrn alle Welt und alle Zeit — dieses Bewußtsein allein war es,! Philippson („Die Entwickelung der religiösen Idee u. s. w.") welches in ihnen Allen, als jeder Ausweg verschlossen war,! übereinstimmend zu finden. Wenn eine Idee also durch den historischen Enthusiasmus erweckte, auch das Theuerste zwei Männer vertheidigt wird, die sich nicht kennen, die in und Liebste für ihren Glauben hinzugeben, sich, ihre Frauen zwei verschiedenen Sprachen schreiben, nicht derselben Re- und Kinder mit eigener Hand hinzuopfern. Und dieses hehre,! ligion angehören, wohl aber zweien rivalisirenden Völkern, lautre, nur der Pflicht und Aufgabe gehorchende Motiv verleiht ihrem Martyrium jene unvergleichlich strahlende Erhabenheit, deren Glanz nie verlöschen wird. - Uebereinstimmend mit dieser Auffassung des jüdischen Martyriums ist auch die von R. Kalonimos b. Jehuda auf die Schrecken der Kreuzzüge verfaßte Selicha cm; cpjr hp ^pn rs, von welcher eine Uebersetzung von Zunz in seinem geschätzten Werke: Die synagogale Poesie rc. S. 16 gegeben worden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 10. Mai. Wir erhalten soeben eine erfreuliche! liegende Schrift betrifft, so will der Vers, in derselben, aus- Ankündigung: Herr W. H. Lowe, von der Universität Camgehend von alten griechischen Traditionen, erweisen, daß, wie bridge, dessen Commentar zum Secharjah wir vor Kurzem! die Phönizier, auch die Griechen Zweige des semitischen besprochen haben, giebt aus dem einzigen vorhandenen! Stammes gewesen, und während Moses die Israeliten nach Manuscript die Mischnah, auf welcher der palästinensische Palästina führte, that dasselbe Kadmus nach Phönizien und Talmud beruht, nach Seitenzahl und Linien heraus, unter Danaus nach Griechenland. Ebenso hatte Bacchus an der dem Titel: rirrtwoD ’DPcrrr! mo^nri 'io; -L-«! Spitze einer Colonie von Cretensern gethan, und die Ufer hod ~j7i. Das Werk erscheint in London bei C. I. Clay; des Indus besetzt. Der Vers, vergleicht das Gesetzbuch und wird durch Brockhaus in Leipzig zu beziehen sein. Der Manu's mit dem Gesetze Mosis:.das letztere ist ihm das und die dennoch zu demselben socialen Schluffe kommen, oder fast zu demselben: so ist es unzweifelhaft, daß diese Idee groß, hochherzig und wahr ist." Den Schluß der Anmerkung übergehen wir, weil er sich in anerkennenden Ausdrücken über uns ergeht. Wir hoffen, bald im Besitz jener Schrift zu kommen, um darüber ausführlich zu berichten. Wir heben diese Stelle aus dem Vorwort der vorliegenden Schrift nur hervor, um die Ansicht des Verfaffers über den grundlegenden Charakter des mosaischen Gesetzes für die menschliche Gesellschaft zu bezeichnen. Was nun die voreinzige Gesetz, wo der Schwache — Kind, Frau, Schuldner, Diener — gegen den Starken geschützt ist — Herr, Gläu- Ankündigung ist von Or. Schiller Szinessy eine poetische Empfehlung hinzugefügt, welche in wirklich schönen Verien der Freude über diese Veröffentlichung Ausdruck giebt. Wir brauchen biger, Mann und Vater — das einzige Gesetz, in welchem nicht hinzuzufügen, daß sich alle Freunde des jüdischen Schriftdie Gesetze der Natur respectirt sind. In dem Gesetze Manu's thums dem Dr. Sz. anschließen. — La Race st-mitique par, hingegen sind alle Rechte des Menschen und der Natur miß- Theodore Yibert. Paris. Auguste Ghio 1883. Der achtet, der Schwache, welcher Art er sei, die Beute des Verfasser, der sich schon auf verschiedenen Gebieten der Mächtigen, überliefern sich die Brahmanen allen Ausschwei- Literatur einen Namen erworben, hat vor einiger Zeit eine fungen des Despotismus und der thierischen Natur. Da Schrift Xe Droit divin de la Democratie herausgegeben, erstanden Buddah und Zoroaster. Der erstere zertrümmerte

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