Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1883)
- Date
- 1883-05-22
- Page
- Seite 332 (sequence 2)
- Language
- German
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332 üben. Es ist also entschieden, daß sie alle reich sind? Man! von den Nationalschriftstellern, selbst von den ältesten, als frägt sich auch, durch welches Wunder in einer Zeit, wo Wahrheiten vorgeführt werden, welche die Vernunft ersaßt die politische Oekonomie, die Finanzwissenschaft, die Credit.! und die durch ihre eigene Klarheit sich einführen. Gott, institute, die Macht der Industrie und des Handels bei den! das ist das Sein, das einzig wirkliche Sein, wie sein Name civilisirten Völkern so verbreitet sind, das jüdische Geld die Jehovah es anzeigt, dessen alte Aussprache beizubehalten Gabe besitzen soll, das christliche oder freigeistige Geld zu! Sie mir gestatten werden, denn ich bin nicht sicher, daß die neutralisiren und die allgemeine Unterwerfung herbeizuführen? Gelehrten Deutschlands Recht haben, ihn Jahveh zu nennen. Während beinahe der ganzen Dauer ihrer Existenz unter! Das Dasein Jehovahs wird uns durch den Anblick der der Last des härtesten Druckes, haben die Juden niemals!Natur bestätigt: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes"; den Ehrgeiz besessen, die Welt zu unterjochen, sie haben sich begnügt, ihr in allen Zeiten und in allen Ländern durch die Religion und die Wissenschaft zu dienen, zwei Dinge, welche in ihrem Geiste niemals getrennt sind, wie sie es manchmal anderswo waren, zwei Dinge, welche ihre Annalen, seit dem höchsten Alterthum -is zur Jetztzeit derart vereint 'zeigen, daß sie in einander verschmolzen erscheinen. Ja, ich habe Unrecht, zu sagen, sie scheinen verschmolzen; sie sind wirklich eines. Indem ich mich derart ausspreche, vergesse ich nicht die anderen, übrigens so glänzenden und mannigfaltigen Eigenschaften unserer Race. Das würde mir schwer fallen, in Gegenwart dieser auserlesenen Versammlung, wenn ich das glänzendste Vermögen und einen geehrteren Namen als der vieler Dynastien, so wohlwollend im Dienste der Wissenschaft sehe. Ich will mich nur an den hervortretendsten Zug undurch die wunderbaren Eigenschaften des Menschen, seines Abbildes auf Erden, und durch die Geschichte der Menschheit, besonders die des jüdischen Volkes, welches von der Vorsehung die Mission erhalten hat, der übrigen Welt kund zu thun: „Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus dem Hause der Knechtschaft befreit hat." Nichts ist einfacher, nichts tiefer, nichts philosophischer. Die anthropologischen Erzählungen, in denen Gott in einer menschlichen Form auftritt, sind der Einbildungskraft eingeräumt worden, welche nichts zum Stillschweigen bringen kann, so wenig in dem Leben der Völker wie in dem der Individuen. Aber was das Richtige in diesen Erzählungen ist und die Phantasie corrigirt, das ist das absolute Verbot, Jehovah durch irgend ein Abbild darzustellen; es giebt kein mögliches Abbild des unendlichen und unumschränkten Seins, welches die Vernunft allein und, ich wage es zu sagen, welches die wahre Wissenserer moralischen und historischen Physiognomie halten: die! schaft uns zwingt, über allen Erscheinungen und über allen Religion als die Vollkommenheit oder das letzte Wort der Vernunft und der Wissenschaft aufgefaßt, und die Wissenschüft, wie sie die Religion zu entwickeln und zu erklären strebt. Eine bemerkenswerte Thatsache unter allen ist es, daß die hebräische Sprache, ich meine die Sprache der Bibel und der Propheten, kein Wort besitzt, das dem Begrisse von „Glauben" entspricht. Dasjenige, was man später in einigen Werken der theologischen Controverse auf diese Art übereinzelnen Existenzen zu erfassen. Die positiven Beweise, die authentischen Texte fehlen mir nicht, um zu rechssertigen, was ich soeben gesagt habe. Da ist zunächst die Stelle in den Psalmen (XIV und LIII), welche, wenigstens sechszehn oder siebzehn Jahrhunderte, nachdem sie geschrieben sind, zu einer sehr interessanten Discussion zwischen zwei christlichen Philosophen des Mittelalters Veranlassung gegeben hat: „Der Unvernünftige sagt in seinem Herzen: es giebt keinen Gott". Sie sehen. setzt hat, (Emunaj bedeutet die Beständigkeit, die Festig-! dieser Verleugner der Gottheit, dieser Atheist aus den bibkeit, die Treue, die Wahrheit. Das ist die Tugend, durch lischcn Zeiten wird nicht ein Gottloser, ein Sünder, ein welche der Gerechte bestehen bleibt (Habakuk, II, 2.) wie j Rebell, sondern ein Unvernünftiger (Nabal) genannt, ein das Iustum ac tenaeem propositi virum des Horaz; cs ist! Mensch, welcher den Gebrauch seiner Vernunft nicht kennt nicht jene blinde Unterwerfung, welche das Opfer unserer! und den die Schrift oft im Gegensatz zum Weisen hinstellt. Vernunft verlangt. Das Wort des Tertulian: „ich glaube,! Aber was besonders die Aufmerksamkeit des Philosophen verweil es unvernünftig ist, „Oreäo quia absurdum", hätte in § dient und eines Jeden, der sich nicht nur für Geschichte der Israel einen heiligen Abscheu erregt. St. Paulus konnte Religionen interessirt, sondern auch für die des menschlichen die Revolution, der er seinen Namen verlieh, und die neue Richtung, die er dem erwachsenden Christenthum geben wollte, nicht besser stempeln, als indem er für das Gesetz den Glauben einsetzte (eu substituaut. la foi ä la loi). Was ist aus dieser allgemeinen Anlage, aus diesem unverwischbar gebliebenen Charakter des jüdischen Geistes entstanden? Daß die hauptsächlichen Dogmen der Religion ihm Geistes, das ist die Sprache, welche das Buch der Sprüch- Wörter die Weisheit führen läßt, das heißt die ewige Vernunft, welche man später das Wort (Logos) genannt hat. Die strengsten Kritiker geben zu, daß das Buch der Sprüche, ohne von Salomon zu sein, einer der schönsten Zeiten der biblischen Epochen angehört, folglich daß cs vor dem babylonischen Exil entstanden ist. Folgenderweife spricht die j