Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1883)
- Date
- 1883-05-15
- Page
- Seite 323 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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323 »Die fruchtbarsten und erfolgreichsten Resultate verspricht schäften Ihres Geistes und Herzens die Sache der Rechtsfich der Verein von der möglichst umfassendsten Unterstützung! gleichheit der Juden mit der übrigen russischen Bevölkerung der jüdischen Elementarschulen und dies ist nur möglich zu immereinen lebendigen Wiederhall in Ihrer Seele gefunden", erreichen mittels Erweiterung des Thätigkeitsfeldes des Vereins »Nicht ihre Schuld wahrlich ist's, wenn diese Sache durch Gründung neuer Bereinszweige in den bedeutenderen so lebhaft im Bewußtsein der Regierungssphären, wie auch Provinzialstädten."! der russischen Gesellschaft, am Ende der fünfziger und Anfang Allgemeines Interesse beansprucht auch diejenige Stelle der sechziger Jahre angeregt, nicht auf gehöriger Bahn weiter des besagten Berichts, wo er über eine Adresse, die der B. fortgeschritten ist." an den berühmten Arzt und Pädagogen 9!. I. Piragow bei »Aber je dunkler und düsterer der Horizont für die Gelegenheit der Vollendung seiner 50 jährigen erfolgreichen russische Judenheit ward, mit desto größerer Erkenntlichkeit Dienstthätigkeit richtete, referirt. und Ehrfurcht gedenkt sie Ihrer unveränderten Beziehung zu Nachdem die Adresse der humanen, unparteiischen Be-! derselben, eine Beziehung, die eines so hohen, tiefen staats- Ziehungen Pirogow's zu den jüdischen Studirenden, deren! männischen Verstandes würdig ist. — Schon vor 20 Jahren Tugenden er mit Freuden anerkannte, während seiner Beklei-? erklärten Sie, verehrter Herr, daß Sie die Bedrückungen und düng der Curatorstelle im Kiewer und Ovessaer Lehrbezirke! gesetzlichen Beschränkungen unseres Stammes für eine politische den Tribut der Anerkennung und Erkenntlichkeit gezollt, sagt! Absurdität halten, die nur zur Demoralisirung sowohl der dieselbe: »Es ist kein Wunder, daß bei solchen hohen Eigen- Unterdrückten als der Bedrückenden führt. — In dieser seier- - lichen Stunde, da wir den Gefühlen der Erkenntlichkeit und giftigsten Blüthen treibt. So sehen nur esmit anund lesen es jede Ehrfurcht zu Ihnen einen Ausdruck verleihen, finden wir Woche rn den Zeitungen, mit welcher Frechheit und Gewissen!„ilgkeu i . 7 . , . . ./ . .. die alten grau gewordenen Zaddikim, die durch ihre schriftlichen! keine Worte, um auszudrückcn, wie inbrünstig wir wünschen, Verpflichtungen von der Regierung gehalten sind, ihre Nester nicht eben so im Interesse unseres gesammten Vaterlands, als zu verlassen, ihre Jungen, die indes flügge geworden sind, aus,enden i Z. . ' . ' . , ' „ ' _ ..... , um sich über das Volk mit schrecklicher Geldgier zu stürzen und es | auch unseres Stammes, diese Quelle der Demoralisation bald aufs Schändlichste auszubeuten. Wir^könnten Hundertevon notorischen verschwinden möge! Wenn aber die Verwirklichung dieses Facten von diesem schändlichen Treiben und der raifimrten Plunde-! ° , . . rung anführen, doch man kann es ja täglich in den Zeitungen lesen. Wunsches Nicht von Ihnen abhangt, so werden doch die Was wäre aber das Gegengift gegen diese giftigen, markaussaugenden > Worte, mit denen Sie die jüdische Frage in Rußland formu- Pflanzen auf dem Boden des Judenthums, die seine zum höchsten , Gipfel gestiegene elende Lage noch verschlimmern, die jedem Strahle lirten, aus immer in dem Herzen jedes Hilden eingepragt der Vernunft Thür und Thor verriegeln, jede Reform nicht auf-! bleihxri". kommen lassen? Bildung und Aufklärung allein'. Wo aber diese! ^,7 .. , . , .... hernehmen? Die jüdischen Schulen sind größtemheils geschlossen, in Wir können keineswegs mehr Raum m dieser Zeitung Hunderten von kleinen Städtchen sind nur einclassige Bauernschulen.! beanspruchen, um die weiteren Schritte des Vereins zur die von Lernenden überfüllt sind. — Nur die Verbreitung von, 0 _ , . Büchern und Zeisschriften in hebräischer Sprache unter den niedrigsten > Gründung eines Zweiges nt Moskau, zur Erwirkung beim Schichten des Volkes allein kann einiges Licht in dieses Dunkel bringen > Ministerium der Volksaufklärung, der Einführung des jüdischen und diese Aufgabe erfüllt der Verein, so weit es lerne Mittel erlauben, i . .. ' . . . 3 , , gewissenhaft, und dafür müssen wir ihm Dank wissen, wie es fast j Religionsunterrichts nt den niederen und mittleren Lchulen wöchentlich die Jugend aus den verschiedensten Krähwinkeln des! u r roaber man erlaube uns aus einige Vorwürfe, die Bezirkes, wo Juden wohnen dürfen, im „Hammelitz" thut. — Wir! . ,, konnten uns eines schmerzlichen Lächelns nicht erwehren, als wir > ln dem besagten Berichte in d. Z. dem herein gemacht neulich von einem jüdischen Redacteur in P. g. es hören mußten! worden, zurückzukonnnen. 1s Tie Klagen über die geringe daß die hebräische Sprache und ihre Literatur bereits entbehrlich! , 3 . . .' , geworden, da die russische Judenheit sich der europäischen Eultur! ^hcilnahme ist stereotyp geworden, heißt es, und daran soll ganz angeschloffen u. s. w. — Es ist ein altes vielgebrauchtes Gleichjauc Thätigkcit oder die Ballotage schuld sein. Wir mß, aber sehr wahr angewendet aus gewlffe Publiclsten, die wie der , ' , . ... ~ ~ ■ , ms * Strauß, wenn er verfolgt wird, den Kopf verstecken und dann glauben, fragen aber: klagt nicht m dieser Zeitung ^eite 10 < t>a~ wenn sie nicht sehen, auch von anderen nicht gesehen zu werden. — allgemeine österreichische israelitische Taubstummeninstitut über Diese Publicisten nehmen sich ihren Gesichtskreis zum Muster für i 3 . an-,. < . . ., . .. . . ... ihr Urtheil, das eine allgemeine Geltung haben soll. Selbst der > die geringen Mittel, die ihm zufließen, und wird es Nicht geistreiche, gelehrte Berfaffer der Petersburger Briefe in d. Z. entging! h^rt den Juden in den Provinzeii und nicht dem Verciii bei seinen sonst trefflichen Schilderungen jüdischer Zustände diesem! . . „ , . ...... Fehler nicht, und wir staunen, solchen Maßstab, wie er sich an ein-' zum Vorwurf gemacht. ^vie soll denn der otrun daran zelnen Petersburger, wenn auch authentischen Erscheinungen gebildet, schuld sein, daß solche Millionäre wie Israel und Lasar an das ganze gebildete russische Judcnlhum von ihm angelegt zu! , . . . . ,. ,.. . ■ . sehen. — Mögen doch diese Herren in P. g. zu uns in die Provinz Brodzki oder ^»onas ^eizow und ttiiii in Kiew in kommen und es mit eigenen Augen ansehen, wie sehr die hebräische Qflcn Registern der Rechnungsberichte durch ihre Abwesenheit Sprache und ihre Literatur uns Noth thut, um das irregeleitete Volk zur Vernunft zurückzubringen, sie würden gewiß Gott danken, "innren wenn der Fanatismus der Jugend erlaubte, die Bibel mir den Cornrnentaren zu studiren und ein hebräisches Blatt zu lesen. Es ist eine Thatsache in der Geschichte der Juden, daß das Studium der hebräischen Sprache und ihrer Literatur stets den Jnpuls gegeben zur allgemeinen Bildung und Civilisation; das haben wir ja in jüngster Zeit mit eigenen Augen gesehen! Corresp. glänzen? Fürchten sich solche gewaltige Finanzmänner, der Gefahr einer Ballotage sich auszusetzen? Tie kleinsten Gaben werden ja vom Verein mit Tank cntgegengenommen und ausgezeichnet, und wer sich meldet, ist ein willkommenes Mitglied. Das ersehen wir ja aus den Registern, unter denen 20