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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-15 · Heft 20 (15.5.1883) · p. Seite 321

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 20 (15.5.1883)
Date
1883-05-15
Page
Seite 321 (sequence 7)
Language
German
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321 4 s 'i 4 3 der Jude die vom Staate als zulässig bestimmten Zinsen bei Der Verein zur Verbreitung der Aufklärung unter Anleihen entgegennehmen. Ist es ihm aber auch erlaubt, sie fcCn 3ttJ(Cn \n Rußland, von Juden anzunehmen? — Nun, ich frage die gesetzestreuesten Juden, ob sie in der Gegenwart ihren Glaubens- Koretz, 27. April 1883. genosien größere Summen ohne Interessen leihen oder leihenj Die Nr. 8 dieser gesch. Zeitung a. c. brachte eine Privatmöchten? — In unserer Zeit ist das Geld eine Waare für! mittheilung aus Petersburg datirt den 4. Februar, über die den, der damit Geschäfte treibt und für den, der es müßig Wirksamkeit dieses Vereins, worin der Berichterstatter einen ruhen läßt, d. h. der das Geld hypothekarisch oder in Werth- Schatten über denselben zu werfen sucht, indem er über die papieren anlegt, ein Feld, welches Früchte trägt, ohne eine Lauheit der Leiter und die daraus erfolgten unzulänglichen Bearbeitung nöthig zu haben. Manche Juden, die nicht den Ziele desselben Klage führt und demzufolge manche Vorlebendigen Geist, sondern den todten Buchstaben für heilig schlüge zur Hebung und Verjüngung des Vereins macht. — halten, schlagen allerdings, wenn sie den eigenen Glaubens- Ohne vorerst in die Details des besagten Referats und genossen ein Darlehn machen, gewisie Schleichwege ein, der darin dem Vereine gemachten Ausstellungen cinzugehen, thun, als ob sie Theiluebmer eines Geschäfts würden, ohne wollen wir den Rechnungsbericht für das Jahr 1881 des aber etwaige Geschäftsverluste zu tragen und suchen vielleicht Vereins, auf den sich jener rügende Artikel auch beruft, auch bei hypothekarischen Eintragungen auf irgend eine sprechen lassen, um einen Gesammtüberblick über die Thätigschlaue Weise das Gesetz zu umgehen; dies Alles ist aber keit des Vereins seit seinem Bestehen zu gewinnen, wobei es nur das alte Spiel der Katze mit der Maus und gerade bei sich von selbst Herausstellen wird, inwiefern jene Vorwürfe religiösen Satzungen als im höchsten Grade verwerflich zu berechtigt sind — wir glauben, Zahlen werden wohl ganz bezeichnen. andere Ergebnisse bringen und zeigen, inwiefern der Verein Aus meiner eigenen rabbinischen Praxis erinnere ich oder bester dessen Leiter bestrebt waren, seine Mission und mich sogar eines solch' schlauen Ausweges, zu dem ich einst Tendenz zu erfüllen. — meine Zuflucht zu nehmen gezwungen war. Eine kleine Eingangs dieses Rechnungsberichtes heißt es: In der Landgemeinde meines hiesigen Rabbinats, die eine Synagoge Sitzung des Comit6s am 23. April des Rechnungsjahres zu bauen und dafür eine Anleihe von 2000 fl. aufzunehmen hat der Vorsitzende (Baron H. Günzburg) zur Kenntniß beabsichtigte, wandte sich nämlich vor ungefähr 20 Jahren gebracht, daß er dem Herrn Minister der Volksaufklärung mit der Frage an mich, wie sie sich zu verhalten habe, da ein Memoire über die Wirksamkeit des B.'s für die ganze sie die bezeichnete Summe nur von einem Juden vorgestreckt Zeit seines Existirens folgenden Inhalts unterlegt, erhalten könne, der aber die Jnteresten, 5 Procent, weder „Zufolge der, denjenigen Juden im Jahre 1861 zugeverlieren wolle, noch könne. Ich rieth ihr hierauf, sich die standenen Rechte, die den Cursus der Lehranstalten mit 2000 fl. in 5procentigen Werthpapieren mit Coupons vergewissen Gelehrtenstufen durchgemacht, sing die Anzahl der abreichen zu lasten, da in diesem Falle die Coupons die jüdischen Studenten an, von Jahr zu Jahr zuzunehmen, und Zinsen vollständig decken, so könne man dem Verleiher die das Bedürfniß, die unbemittelten Studirenden zu unterstützen, Procente, die er ja mitgeliehen, jährlich zurückerstatten, wenn wurde immer mehr gefühlt. Dieser Umstand rief im Jahre auch die Papiere verkauft werden. Sogeschah es denn auch; 1863 die Gründung des Vereins zur Verbreitung der Aufwar aber diese Berfahrungsweise nicht nur ein Scheinklärung unter den Juden Rußlands ins Leben." Manöver, ein unwürdiges Spiel auf religiösem Gebiete? „Im ersten Jahre seines Bestehens zählte der B. in Wie einst Hillel den Prosbul (allerdings auch eine Retseiner Mitte 170 Mitglieder, zum ersten Januar des Jahres tung des Buchstaben und Verletzung des Geistes) festgesetzt, 1881 belief sich die Zahl derselben auf 552." „um denen, welche entleihen müssen, die Thüre des Ver- , „Die Mittel des B.'s bestehen: 1) in den jährlichen leihers nicht zu verschließen", so müßte in der Gegenwart Beiträgen der Vereinsmitglieder, 2) in den speciellen Spenden aus dem gleichen Grunde die Annahme der staatlich festeiniger Mitglieder des Comit6s und 3) in den freiwilligen gesetzten Zinsen, jedoch ohne irgend ein schlaues Auskunft- Gaben privater Personen." mittelchen, gestattet werden, wenn eine diesbezügliche Frage „Der Verein hat stets seine Thätigkeit auf die Verbreieinem Rabbiner vorgelegt würde. Tie Armen würden durch tung aufklärender Principien in der Mitte der Juden gerichtet eine solche Entscheidung durchaus nicht leiden; sie würde und diesem Zwecke widmet er alle seine ihm zu Gebote man nach wie vor mit kleineren Summen unterstützen, und stehenden Mittel. Die Wirksamkeit des V.'S bestand in der größere Summen — leiht man ihnen auch jetzt nicht, weder Verabfolgung stetiger und einmaliger Unterstützungen belohne Zinsen noch mit Zinsen. lernenden Jugend, in der Subsidirung der Literaten, in der i Verbreitung nützlicher Bücher in der Mitte des Volkes, tu L

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