Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1883)
- Date
- 1883-05-08
- Page
- Seite 308 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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308 an dem verhängnißvollen Samstag seine Gäste und hielten! Memoire des General - Adjutanten Gurko in Sachen der sich — wie Taub angiebt — an diesem Tage von 11 Uhr; Ueberfüllung von mittleren Lehranstalten mit Juden zurück Bormittags bis 3 Uhr Nachmittags in seiner Wohnung auf, | und wendet sich dabei dieses Mal der Frage von dem anwelche 2360 Schritte von der Synagoge entlegen ist."! geblich schädlichen Einfluß jüdischer Zöglinge auf ihre Mit- Ryiregyhaza, 23. April. Vom Minister des Innern! schüler zu. ist an den Obergespan ein Erlaß herabgelangt, in welchem! Worin sollte der bestehen? In der Regel pflegen die die strengsten Maßnahmen gegen die Wühler und namentlich! jüdischen Schüler zu den fleißigsten zu gehören; die sittliche die Verbreiter der hetzerischen Plakate angeordnet werden.! Sphäre, aus der sie stamme», stünde nicht niedriger, als die Der Obergespan hat sofort die bereits getroffenen Maßnahmen! der anderen Zöglinge, endlich zeichneten sie sich auch nicht durch noch verschärft, so daß jedweder Ruhestörung in wirksamster Weise vorgebeugt wird. Frankreich, Paris, 27. April. Daß die vom Staate gezahlten Etats für den israelitischen Cultüs nicht für alle Bedürfniffe des letzteren ausreichen, haben wir schon mehrere Male hervorgehoben. Vor einigen Jahren entstand deßhalb hier ein Verein „L’Oeuvre franQaise des Missions rabbiniques.“ Dieser Verein ist um so wichtiger, als, wenn nicht die Auf- Unarten aus. Es heißt aber, im Memoire werde von einem schlechten Einfluffe in social-politischer Hinsicht gesprochen. Geben wir selbst meinetwegen zu — sagt der „Woßchod" — daß die traurige Erscheinung politisch anrüchiger Kinder möglich wäre — so muß jedenfalls behauptet werden, daß diese politische und sociale Anrüchigkeit, besonders, was die Juden betrifft, nicht in die Schule mitgebracht, sondern auf die eine oder andere Weise gerade in ihr erlangt wird. „Man denke nur ernstlich darüber nach. Kann denn politische oder sociale Anrüchigkeit wirklich für ein Specificum Hebung aller Cultusetats, doch deren Schmälerung in Ausj der jüdischen Jugend gelten und wo sollte dieselbe zu einer sicht steht und schon jetzt viele Städte die Subventionen zu ■ solchen Geistesrichtung gelangen? In den reichen jüdischen Cultuszwecken versagen. Der gedachte Verein hat daher gegenwärtig ein neues Circulär erlassen, unterzeichnet von den Großrabbinern Isidor und Zadoc Kahn, Antoine Koenigswarter, Louis Michel, Narcisse Leven, Leonie Lehmann u. s. w. Der Verein hat bereits neue Rabbinate in Clermont und Häusern klingt das bloße Wort Nihilismus oder Socialismus furchtbarer als „Pest" oder irgend welche „Epidemie". In den armen Familien aber mit ihrer strengen Religiosität und ihrem patriarchalischen Wesen hat der jüdische Gymnasiast erst recht nichts von socialistischer oder nihilistischer Propa- Peau gegründet und ist im Begriffe solche in Dieppe, Elbeuf j ganda gehört. Zu Hause also hat der jüdische Zögling mit und Montpellier herzustellen; er sendet ferner von Zeit zu communistischen und socialistischen Theorien und Lehren nicht Zeit Rabbinats-Candidaten nach Gemeinden, die keinen Rab-| bekannt werden können." Folglich kann das nur in der biner haben, unterstützt jüdische Cultusbeamte, die geringe! Schule geschehen sein und wenn er hier wirklich größere Einkünfte und starke Familien haben, und entschädigt die-i Empfänglichkeit zeigen sollte, als seine christlichen Kameraden, jenigen Cultusbeamten, denen die Munizipalräthe ihre Woh- > so erklärte sich das wiederum durch seine äußere Lage, wie nungsentschädigung entzogen haben. In der That ist dieser sich dieselbe im Verkehr mit den Mitschülern, den Lehrern und Verein eine Beruhigung, wenn die Zeiten für die Cultus- Etats immer gefährlicher werden sollten; er erzieht gewissermaßen die französischen Juden zu selbstständiger Erhaltung durch das Gesetz selbst gestaltet. . . Der Autor schildert nun die moralische Marter, die der jüdische Schüler vom Aufnahmeexamen an bis zum Tage des Austritts durchzumachen ihres Cultus in der Zukunft, und müssen wir ihm daher die ^habe, nur weil er ein Jude sei, und wie dadurch in dem jungen Herzen allmählich eine Unzufriedenheit gesäet und großgezogen werde, und der Boden in der That zubereitet werden könne zur Aufnahme verderblicher Theorien. Unterstützung aller wohlgesinnten Glaubensgenossen wünschen. Rußland. Petersburg, 18. April. Die von dem General Gurko beantragte Beschränkung der jüdischen Schüler auf den Gym- Eine Beschränkung der Anzahl jüdischer Schüler würde aber solch gefährlicher Unzufriedenheit nur noch mehr Vornafien hat die Aufmerksamkeit der russischen Presse vielfach! schub leisten. „Es handelt sich somit nicht um die Zahl der auf sich gezogen. Es ist erfreulich, daß auch die „St. Peters-! jüdischen Gymnasiasten, sondern um ihre Lage in der Gymburger Zeitung" sich der Juden annimmt. Freilich zu dem Gedanken, daß ein jeder Staatsangehöriger dos natürliche nasialsphäre." Diese müßte verändert werden; die Pädagogen müßten die Schüler nicht nach der Confession classisiciren und Recht an den öffentlichen Lehranstalten unbedingt besitzt, kann! behandeln; der jüdische Schüler müßte ebenso gut seinen sich hier Niemand ausschwingen. Der Artikel der „St. P. Z." ' Religionsunterricht erhalten, wie die übrigen; und, wie diese, lautet folgendermaßen: „Der „Woßchod" kommt in seiner! müßte auch er unbehindert sein in der Wahl seines Lebensbeletzten Wochenchronik noch einmal auf das mehrfach erwähnte \ rufes und seiner Carriere ....