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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-08 · Heft 19 (8.5.1883) · p. Seite 306

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 19 (8.5.1883)
Date
1883-05-08
Page
Seite 306 (sequence 8)
Language
German
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30b Auf Grund der Mittheilung des genannten Herrn er-' für die Consistorial-Berwaltung, Synagogenbauten, Stipendien laube ich mir. Sie zu benachrichtigen, daß unsere nächste für Studirende jüdischer Theologie und außerordentliche Bei- Zusammenkunft am Sonnabend, den 7. d. M., Abends 9 Uhr,! hülse 36,770 Mark, im Klubzimmer der Kihn'schen Bierhalle (hinter dem Johan- — ft r neum, Wirth Wrede) stattfindet. ' Oesterreich-Ungarn. Uns allen würde Ihre geschätzte Gegenwart bei dieser Wien, 25. April. In der heutigen Verhandlung kam Zusammenkunft höchst willkommen sein; auch wäre die Eindas Abgeordnetenhaus in der Schulgesetznovelle zu dem §, führung Ihnen bekannter Gesinnungsgenossen sehr erwünscht, welcher bestimmt, daß der Schulleiter jeder Volksschule das In der angenehmen Erwartung, Ihre persönliche Be- Glaubensbekenntniß der Mehrheit der Schüler haben müsse, kanntschaft zu machen, zeichnet mit aller Hochachtung ff. wodurch die Protestanten und Juden von diesem Amte so gez. Wilhelm Steigner. gut wie ausgeschlossen seien. Diese Bestimmung rief eine Meiningen, 20. April. Bei Gelegenheit der vor einigen lebhafte Verhandlung hervor, indem man behauptete, daß dieser Tagen erfolgten Einweihung der neuen Synagoge hielten sich § nur eine Abschlagszahlung an die Clericalen sei und daß die vier protestantischen Geistlichen fern, trotz ergangener osfi- ■ sie eine Abänderung des Staatsgrundgesetzes enthalte. Der cieller Einladung. Es wurde das hier von allen Seiten,; Unterrichtsminister bekämpfte dies, wobei er erklärte, daß die am lautesten aus den Kreisen der eigenen Gemeinden ab- Novelle selbstverständlich keine rückwirkeude Kraft habe. Schließfällig beurtheilt, um so mehr, da der regierende Herzog nebst lich wurde der § mit 169 gegen 153 Stimmen angenommen. Familie und großem Gefolge, sowie das ganze Cultusmini- Wien, 26. April. Hervorzuheben ist aus der Verhandsterium daran Theil nahmen. Die empfindlichste Lection lung des Abgeordnetenhauses über ß 48 der Antrag Schönerer», dürsten die Herren aber aus der Abfertigung gezogen haben, j daß Juden von jeder Schulleitung auszuschließen seien, O'o die ihnen gestern von höchster Seite aus zu Theil geworden! daß auch jüdische Schulen unter einem christlichen Schulleiter ist. Der Herzog hatte die große Hoftafel für sämmtliche zur!stehen müßten!!), außer seinem Satelliten Förnkranz keine Abtheilung des Cultusministeriums in Bezug stehende Minister, einzige Stimme fand, und Schönerer selbst vom Abhalten Räthe, Jnspectoren, Directoren der höchsten Lehranstalten,! seiner Rede durch Schlußantrag der Rechten verhindert wurde, den katholischen Geistlichen und Landrabbiner befohlen, zn Diese Niederlage wird jedenfalls den schon sehr geschwundenen welcher denn auch diese Herren erschienen waren — nur die j Anhang Schönerer» noch vermindern, vier obenerwähnten protestantischen Geistlichen, wovon der j Pest, 21. April. Der Club der äußersten Linken beschloß, eine Oberkirchenrath, der andere, sein Bruder, Hofprediger j den Abgeordneten Ivan Simonyi, der dem Club angehört, ist, — dursten „fern von Madrid" über die Aufnahme nach-! zur Verantwortung zu ziehen, weil derselbe in dem von ihm denken, die ihr Verhalten an höchster Stelle gesunden. Der redigirtcn Preßburger Blatte einen antisemitischen Ausruf Fall bildet hier das Tagesgespräch, und wer den Schaden Jstcczy's an die Wahlbezirke bezüglich der nächsten Reichshat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. tagswahlen veröffentlichte. Man erblickt hierin eine That- Göttinge«, 24. April. (Privatmitth.) Am 13. und fache, welche mit der Angehörigkeit zur Partei unvereinbar 14. Mai wird in Hildcsheim eine abermalige Versammlung . ist, denn letztere schließe jede wie immer geartete Cooperation der jüdischen Lehrer Hannovers stattsinden. Die Tagesord-! mit anderen Parteien oder Tendenzen aus. uung ist sehr reichhaltig; der Landrabbiner 1)r. Guttmann! Pr st, 24. April. (Privatmitth.) Die sog. Unabhängigkeitswird über „den jüdischen Lehrer als Prediger", Lehrer Partei, d. i. die äußerste Linke des jetzigen ungarischen Ab- Weinberg in Bodenfelde über „die materielle Lage der jü-! geordnetenhauses erntet jetzt die Früchte ihrer Jnconsequenz dischen Lehrer und deren äußere Stellung", Lehrer Fauer-!und Parteilichkeit. Daß in einer Partei, welche Freiheit und bach über „eingegangene Lehrpläne" sprechen und Seminar-! Gleichheit auf ihre Fahne geschrieben hat, eine „Judenfrage" direktor Prager einen Bortrag über ein selbstgewähltes Thema : erstehen, daß in ihrem Schooße die fanatischesten Antisemiten halten. Zu gleicher Zeit wird der Lehrer - Unterstützung»-j Platz haben konnten, daß die Partei, nachdem dieser Zwiespalt Verein eine Versammlung abhalten. Der deutsch-israelitische im Parlamente zu Tage getreten, sich nicht zu entschließen Gemeindebund hat wieder 100 Mark zu den Kosten der vermochte, ihre antisemitischen Elemente auszuscheiden, das Versammlung beigesteuert. Man hofft auf eine recht rege hat zu ihrer völligen Zerrüttung und zu einer unverkennbaren Theilnahme der Mitglieder. ' Mißachtung im Lande geführt. Die jüngsten Auftritte im Straßburg i. C., im April. Der Landesausschuß von j Parlament, wo ein Mitglied dieser Partei gegen ein anderes Elsaß-Lothringen hat für 1883-84 das Budget für den Mitglied derselben Partei, Polonyi, weil er auf Seiten des israelitischen Cultu» mit 153,250 Mark abermals genehmigt.! Rechtes, d. i. der Juden steht, die schmählichste Denunziation Es erhalten 91 jüdische Cultusbeamten 116,480 Mark, und j vorbrachte, und zuletzt, in der Mitte des Hauses stehend, für

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