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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-08 · Heft 19 (8.5.1883) · p. Seite 304

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 19 (8.5.1883)
Date
1883-05-08
Page
Seite 304 (sequence 6)
Language
German
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304 und Umänderung des jüdischen Unterrichtswesens, über die! ist dieses Capitel einfach bei Seite gelassen, oder es Behandlung der biblischen und nachbiblisch jüdischen Geschichte j tritt uns eine sehr einseitige und schiefe Würdigung und gesagt ist, recht sympathisch berührt hat. Dagegen darf ich! Beurtheilung entgegen. Selbst Güdemann's vortreffliches mich über den letzten Abschnitt des Buches, welcher Er- Werk über das jüdische Unterrichtswesen während der spanischörterungen über das Erziehungs- und Unterrichtswesen im arabischen Periode habe ich noch wenig citirt gefunden. Das, alten Judenthum anstellt, anerkennend äußern. Obwohl die was der Verfasser über diesen Gegenstand beibringt, darf Pädagogik des Judenthums in der biblischen und talmudischen gegenüber dem, was die namhaft gemachten Werke darbieten, Periode von Markus und Simon eingehend, von Gelder, auf volle Selbständigkeit der Forschung Anspruch erheben.— Blach, Gudensberg u. A. kürzer, quellenmäßig dargestellt Ich schließe meine Anzeige, indem ich dem Buche Mannworden ist, so haben doch die Bearbeiter der Geschichte heimer's die größtmögliche Verbreitung wünsche. Legate et der Pädagogik davon wenig Notiz genommen, entweder hauriatis! Lic. Dr. Aug. Wünsche. ‘OCiXiAWICpVXCLC H lic (j tC en. Deutschland. Bonn, 27. April. (Privatmitth.) Wir bemerken, daß; gegenwärtig eine neue Ausgabe der hebräischen und deutschen Bibel der israelitischen Bibclanstalt (Louis Gerschel, Berlagshandlung. Berlin) unter der Presse ist, und hiermit vielfachem Bedürsniß und Verlangen genügt wird. — Auf mehrfache Anfragen bemerken wir, daß unser, in vor. Nr. besprochenes „Lehrbuch der israelitischen Religion für obere Klassen und Konfirmanden" bei Alfr. Holder in Wien erschienen ist und durch jede Buchhandlung bezogen werden kann. Berlin, 26. April. (Privatmitth.) In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde über den Antrag Windthorst verhandelt, welcher schon jetzt, vor einer Revision der Maigesetze, die Beseitigung der größten Härten derselben verlangt. Der einzige Redner aus der liberalen Partei, welcher unbedingt für die Forderungen des Centrums eintrat, war ein Jude, Dr. Stern, von der Frankfurter demokratischen Partei. Die Ultramontanen, die ihm nach jedem seiner Sätze > den lautesten Beifall zuriefen, werden nun wohl die falsche Behauptung aufgeben: die Juden seien die Tragendes Kulturkampfes gewesen; haben doch bei der Abstimmung für den Windthorst'schen Antrag unter einem Dutzend Fortschrittler auch Löwe (Berlin) und Straßmann votirt. Stern ging von dem Standpunkte der vollständigen Trennung von Staat und Kirche aus. Es ist hier nicht der Ort, seine Argumente zu prüfen; nur wollen wir bemerken, daß der Redner, sei es im Uebercifer, sei es aus Unkenntniß, einen argen Jrrthum beging. Er sagte u. A.: „Ich verlange in der That für die Katholiken nichts weiter, als was in Preußen alle Juden haben (Beifall im Centrum) und was die kleine Zahl freier Gemeinden hat." Herr Stern kennt also nicht den in voller Geltung stehenden § 52 des Gesetzes vom 23. Juli 1847, wo es heißt: „Die gewählten Kultusbeamten dürfen in ihr Amt nicht eher eingewiesen werden, bis die Regierung erklärt hat, daß gegen ihre Annahme nichts zu erinnern ist." Wir haben also hier für die jüdischen Gemeinden die unbedingte Anzeigepflicht, so daß kein Dorfschächter amtiren darf, ohne von der königl. Regierung genehmigt worden zu sein. Diese Anzeigepflicht wurde und wird von den jüdischen Gemeinden ohne irgend welches Bedenken ausgeübt, während gerade der Mittelpunkt des ganzen Kulturkampfes die Anzeigepflicht ist, welche die katholische Kirche verweigert. Beiläufig bemerkt ist uns von 1847 an nur ein einziger Fall bekannt, in welchem die Genehmigung der Regierung verweigert worden. Wenn wir von Niemandem verlangen, daß er mit allen Bestimmungen eines Specialgesetzes vertraut sei, so fordern wir doch von einem Volksvertreter, daß er mit! dem Gegenstände, über welchen er spricht, genau bekannt sei und nicht allgemeine Schlagwörter in die Welt werfe, welche! der Richtigkeit ermangeln. — Bekanntlich behaupten die Antisemiten: die Juden entsittlichen das deutsche Volk (in Rußland das russische, in Ungarn das ungarische'.!). Man kann sich dies nicht anders erklären, als daß eine große Zahl der Antisemiten sich sehr entsittlicht fühlen, und um sich dafür zu entschuldigen, sagen: sie seien durch die Juden so geworden! Denn das ist durch eine Reihe Thatsachen, von denen wir nicht wenige angeführt haben, erwiesen, daß unter den Antisemiten sehr Biele sich befinden, die nicht „reinen Herzens" sind. — In diesen Tagen wurde die Ehe des bekannten antisemitischen Agitators Dr. Ernst Henrici auf Antrag seiner Frau gerichtlich geschieden. — Berlin, 30. April. (Privatmitth.) In dem Abgeordnetenhause wird gegenwärtig über das Krankenkassengesetz verhandelt. Abg. Dr. Max Hirsch als Vertreter der Gewerkvereine hat eine lange Reihe von Anträgen zu dem Kommissionsentwurfe eingebracht, die jedoch meist durch die Majorität des Hauses abgelehnt werden. Hierbei kam es in der Sitzung vom 28. vor, daß der Abg. Lohren „sich

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