Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1883)
- Date
- 1883-05-08
- Page
- Seite 303 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3227447-3227467--40790-3309208- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
303 thum der Kritik ausgesetzt sehen, und es wird nicht genügen, Male gegeben worden. Es ist also zu einem säst regelmäßig daß man, wie es die Katholiken den Protestanten, diese den mehrere Male im Jahre gegebenen Stücke, und dies auf Juden zu erwidern pflegen, die Behauptung entgegne, allen Bühnen, geworden. Alle bedeutenden Schauspieler zählsie kennten den Gegenstand nicht genug, oder vermöchten ten und zählen es zu ihren Hauptrollen. Nathan der Weise, ihn nicht zu verstehen, welchen sie behandeln. Den in- 1770 zum ersten Mal im Druck erschienen, ist seitdem in teressantesten Aufschluß giebt uns der Verfasser über die richunzähligen Ausgaben herausgegeben, in alle modernen Spratige Bedeutung des Wortes „Nirvana". Auf Grund von chen, z. B. selbst ins Neugriechische, und in einige todte Stellen aus autoritativen indischen Schriften erweist er, daß Sprachen, auch ins Hebräische, übersetzt worden. Was auch die gewöhnliche Auffassung, Nirvana bedeute „das Auslöschen die Feinde humaner religiös-sittlicher Auffaffung gegen dieses der Flamme des Daseins" oder die völlige Vernichtung, Drama, das man mit Recht das „Hohelied" der Tolerauz durchaus irrig ist. Allerdings bedeute es wörlich „das Ausgenannt hat, vorgebracht und versucht haben, aus all'diesem löschen", aber nicht des Lebens, der Individualität, sondern Nebeldunst ist es immer wieder strahlend hervorgegangen, das Auslöschen der Sinnlichkeit und des Egoismus, also und unzählige Herzen fühlen sich von ihm immer wieder erjener niedrigen Begierden und thicrischcn Leidenschaften, wärmt und geklärt. — welche die Menschen verhindern, ihre höheren Anlagen zu Dresden, 8. April'). „M. Mannheimer, emerit. Pflegen und zu entwickeln. Es ist bekannt, daß der moderne Rabbinatsverwefer, das Gebetbuch und der Religions- Pessimismus stch der „Nirvana" bemächtigt hat als eines unterricht. Zwei hochwichtige Fragen im fetzigen Judenthume, Ausgangspunktes für seine Theorie. Ties ist ihm nun gehistorisch-kritisch beleuchtet. (Darmstadt 1881. S. 133. nommen und er kann sich nicht mehr des Buddhismus als Selbstverlag des Verfasiers.)" So geläufig und bekannt auch eines Vorbildes rühmen. Denn das Auslöschen niedriger alten jüdischen Gebete sind, so ist doch die Wissenschaft- Begierden schreibt schon das zehnte Gebot vor, also ungefähr ^iche Forschung nach ihrer Entstehung, ihren Urhebern, ihrer ein Jahrtausend vor dem Buddhismus. Wer übrigens die allmählichen Herausbildung aus den religiösen Anschauungen in diesem Buche citirten Stellen aus den heil. Schriften der und Zuständen, ihrer Erweiterung aus Anlaß geschichtlicher Inder liest, wird bald inne werden, wie weit dies Alles an Ereignisse und Verhältnisse und ihrer Einführung in den Gedankeninhalt und Form hinter der Bibel zurücksteht. — Cultus erst in der neuesten Zeit ernstlich in Angriff genom- Jn Berlin wurde am 14. d. M. eine Säcularferer eigener men worden. Mannheimers Buch bildet in dieser Beziehung Art begangen: es waren nämlich an diesem Tage hundert ^inc sehr beachtcnswerthe Erscheinung. Hervorzuheben ist Jahre, daß Nathan der Weise zum ersten Male aufgeführt daran vor Allem die Unbefangenheit, mit welcher der Verworden. Alles was diese großartige Schöpfung der Humasasser seinem Gegenstände gegenübersteht, sowie die Gründnität und der Poesie betrifft, interesfirt uns ganz besonders, (ichkeit und Schärfe des Urtheils, mit welcher die Unter- Deshalb die folgenden Notizen. Als Lessing 1770 fein suchung geführt wird. Das Werkchen, aus langjährigen „dramatisches Gedicht" vollendet hatte, meinte er, daß cs Studien hervorgegangen, giebt dem Leser ein klares und lichtnoch ein Jahrhundert währen würde, bis dasselbe zu einer volles Bild von der historischen Genesis der tradirten Gebetsöffentlichen Aufführung käme — so sehr hielt er seine Ärmeln. Bekanntlich haben das Kaddisch und Berachoth der Zeit in Bezug auf Duldung und gegenseitige Achtung der Schemone csre auch für die Christen hohes Interesse, weil religiösen Ueberzeugung noch zurückgeblieben. Wer an die Vaterunser vielfach an sie anklingt. Eine kritische Unter- Kämpfe Lessings in seinen letzten Lebensjahren gegen versuchung dieses christlichen Gebets muß daher stets auf die ketzernde Orthodoxie sich erinnert, und daß er gerade dieser altehrwürdigen Gebete Bezug nehmen. Mannheimer bietet einen schweren Streich zu versetzen, den Nathan abgefaßt hat, bcm Exegeten in dieser Beziehung ein äußerst schätzenswerthes wird jene trübe Meinung erklärlich finden. Aber er hatte f{ar geschichtetes Material zur Benutzung, und schon aus sich doch geirrt. Denn schon vier Jahre nach dem Erscheinen tz^sem Grunde möchten wir seiner Arbeit ein empfehlendes Nathans, freilich erst nach dem Tode'.Lessings (1781), wurde das Wort reden. Der jüdische Religionslehrer sollte dem Ber- Drama in Berlin und zwar am 14., 15. und 16. April von ja1*,-cr ,um besondern Danke verpflichtet sein, zumal da das der Döbbelinfchen Truppe aufgeführt. Dann wurde cs zum syucjj auch den Religionsunterricht einer eingehenden Prüfung vierten Male am 21. Mai gegeben. Die Besetzung der Rollen; uu^ Beurtheilung unterzieht. Es kommt mir nicht zu, über war jedoch nicht eine derartige, um das Stück dauernd auf | bicfc Darlegungen ein maßgebendes Urtheil abzugeben, ich dem Repertoire zu erhalten; es verschwand von demselben will nur sagen, daß mich das, was über die Gleichförmigkeit bis zum Jahre 1802, wo es in der Schiller scheu Bühnen- _ v _ m 3. .... ernrrchtung wieder gegeben wurde, ^>on da ab bis aiim willen, kommen wir hier noch einmal darauf zurück, nachdem wir es 14. April 1883 ist es im k. Schauspielhause zu Berlin 204 j schon Jahrg. issi, S. 236 besprochen haben. Redact.