Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1883)
- Date
- 1883-05-01
- Page
- Seite 293 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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293 mit Orgel- oder Harmoniumbegleitung, das den richtigen Gemeindegesang 7 in A-dar 3'4 an. Der Miitelsatz Charakter der Cultusgesänge getroffen. Evangelische Kirchensoll ein Recitativ sein. Es klingt aber nicht recitativchoräle können ebenso wenig wie Melodieen, denen der Weltartig. Ferner: wer singt dies Recitativ? Borbeter. Gemeinde liche Charakter anhastet und eine Berechtigung in jedem oder Chor? Daß letzteres auch der Fall sein kann. ersehen Liederbuche zu stehen haben, hier gemeint sein, sondern derwir aus Mendelssohn's Chor-Recitativen im Elias „die Tiefe jenige Musikstil wäre es, der durch Ernst, Feierlichkeit, Ruhe, ist versieget :c." und „Gehe wiederum hinab :e." und aus Einfachheit, ohne Hintansetzung unserer alten ehrwürdigen anderen klassischen Tonschöpfungen. Der Autor meint aber Synagogengesänge, sich auszeichnet. Mögen diese Zeilen dazu wahrscheinlich Pen Borbeter, weil der nächste Satz der Gebeitragen, begabte Cantoren zur Herausgabe eines solchen zu meinde zugewiesen ist. — Das Einheben beginnt mit No. 5, veranlassen. Wir freuen uns, daß die Frage, ob Kunst- Ps-' und wr, in B dur C, resp. 3/4 als Recitativ, resp. Gcgesang oder Gemeindegesang, sich täglich mehr zu Gunsten meinde. In derselben Tonart ist No. 6 'r> D”n yy. Die des letztern entscheidet. Wer die Entwickelung im Synagogennächste No. 7, ‘y, p nVn in F-moll, ist eine schöne gesang seit den Reformen in den letzten Jahrzehnten genauer empfundene Piece. Nur darf der volle Takt nicht mit (in beachtet hat, muß, wenn er nicht kurzsichtig ist, sich sagen: P77sr) beginnen, weil n ja gar keine Silbe ist, also gewiß Der überall eingeführte mehrstimmige Kunstgesang keine Betonung haben kann, sondern der Ton ruht auf der kann nur der Uebcrgang gewesen sein zu dem gere Silbe p. Die letzte No. 8, die rvmr in As dur C, enthält gelten Gemeindegesang. — Das vorliegende opuseulum; jutn großen Theil schöne Stellen. Allein der Wortsinn der soll nun auch einen Beitrag zum Gemeindegesang liefern, einzelnen Sätze derselben verlangt eine mannigfachere musi- No. 1 desselben enthält in B-dur C ein yz:z auf Chor kalische Interpretation, oder, wie der technische Ausdruck oder Gemeinde und Solo (d. i. wahrscheinlich der Borbeter! lautet, ein „Durchkomponiren". Die Responsenzwischensätze vertheilt, wobei letzterm nur die Worte ~::p zufaüen, 7.72, cr-p u. s. w. will ja, und mit Recht, die Gewährend der übrige Theil des von Moses angeführten Satzes j meinde in erster Linie mitsingen, und diese — fehlen. Im wieder der Gemeinde zugewiesen ist. Eine solche Zerreißung Allgemeinen nun liegen die Gesänge für die Gemeinde viel ist unstatthaft. Richtiger wäre es, wenn die Worte von zu hoch. Das ziemlich häusig vorkommende f, ja nicht ein* *m bis nvD im Recitativstil gehalten wären. Uebrigens i mal das 0 dürfen im Gemeindegesange verwendet werden, leidet diese Nummer an Monotonie. No. 2, mm 7 p| ferner sind Triolen für die Gemeinde zu vermeiden. Noch in B-nioll C, erst Gemeinde, dann Solo, klingt besser. No. 3 ' eine Bemerkung über das Recitativ. Der recitativische Chabringt ein ihn, ycs* und ^7.:. Wer das singt, rakter ist von dem eigentlichen Gesänge durchaus verschieden, ob Borbeter oder Gemeinde, oder beide nacheinander, was Ein Studium mit den Passionen, Cantaten rc. von Bach und wahrscheinlich gemeint wird, ist nicht gesagt. Aber die Tonden Oratorien von Händel oder Mendelssohn belehrt uns art A-dur fast unmittelbar nach B-moll (wenn auch das hierüber. Welcher Text aber recitativisch und welcher rein ctay bv inm und rror ~'~z, das übrigens in sehr vielen gesanglich behandelt werden muß, darüber vielleicht in einem Gemeinden ausfällt, dazwischen liegt^, das mag ein musika-, besondern Kapitel, lisches Ohr nicht vertragen. Unmittelbar schließt sich der Aeuilleton. zu halten. Ter Freund war so liebenswürdig, mir von Köln aus, wo wir uns zwei Wochen früher nach Jahren wieder sahen, brieflich Onartier in dem Hause zu bestellen, in dem er seit einem Decennium wohnte. So war ich von der Sorge frei, wo ich mein Haupt nach der Ankunft in Paris betten würde, und hielt meinen lustigen Einzug bei den Tvois Frinvs in der Rue Taitbont. Obgleich müde von der Eiscnbahnfahrt, verließ ich. nachdem ich in meiner Wohnung installirt war, die neue Herberge und machte mit dem Freunde einen Gang über die Boulevards, um den Beleuchtungszauber des nächtlichen Paris ans mich wirken zu lassen. Wir hatten uns seit dein Sturm - jahre 1848 nicht nm ausplandern können; was Wunder 1*' Simon Deutsch. Ein Gedenkblatt von Johannes Nordmann. Unter der Ueberschrift „Bon einem Achtundvierziger" veröffentlicht der rühmlichst bekannte, besonders durch seinen humanen Charakter ausgezeichnete Schriftsteller Johannes Nordmann in der „N. fr. Pr." ein Gedenkblatt an Simon Deutsch, der am 24. März 1877 in Konstantinope! gestorben, welcher so viele charakteristische Züge enthält, daß es hier wiederzu geben wir uns gedrungen fühlen. Aus Belgien, wo ich mir in Lüttich mit Moriz Hartmann ein Rendezvous gegeben hatte, reiste ich im Herbste des Jahres 1858 nach Paris, um dort eine längere Liest«