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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-01 · Heft 18 (1.5.1883) · p. Seite 288

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 18 (1.5.1883)
Date
1883-05-01
Page
Seite 288 (sequence 6)
Language
German
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'!5 t! 1 fr : fr 288 Defizit nicht ausbleiben können. Bis jetzt hat der Fond der Anstalt sich immer ein wenig vergrößert, und wirft er jetzt an Zinsen 1398 Mk. ab, die selbstverständlich in der obigen Einnahme einbegriffen sind. Bei der völligen Bilanz zwischen Einnahmen und Ausgaben kann er natürlich nicht anwachsen." Mögen daher diese Zeilen nicht unbeachtet bleiben, da es sich um eine für Kranke und Gebrechliche unentbehrliche Anstalt handelt. Aus Württemberg, 17. April. (Privatmitth.) In dem neuen Finanzetat, der gegenwärtig den Gegenstand der Bedas Gefühl des christlichen Volkes dagegen, daß an vorwiegend christlichen Schulen jüdische Lehrer oder gar Schulleiter sind. (Heiterkeit.) Die Volksschule ist dazu berufen, practisches Christenthum zu lehren (Heiterkeit), ein wirklicher Gegensatz besteht nur zwischen Christenthum einerseits und Judenthum andererseits, daher es gerechtfertigt erscheint, jüdische Lehrer auszuschließen, ja man könnte füglich noch weiter gehen und sagen, daß vom Standpunkte des christlichen Staatswesens überhaupt nur christliche Schulleiter an öffentlichen Schulen sein dürften und zwar auch an solchen, wo vorrathung in unserer Kammer der Abgeordneten bildet, sind wiegend jüdische Schüler sich befinden. (Lebhafte Heiterkeit.) wieder für die israel. Centralkirchenkasse 24,500 Mk. Staats- Ich halte es für die Pflicht eines jeden Deutschen, für die beitrag aufgeführt. i Aufrechthaltung des christlichen Staatswesens einzustehen und Bor zwei Wochen feierte Dr. Röder in Ulm sein 50-! besonders gegen jenes vaterlandslose Speculantenthum Steljähriges Jubiläum als Arzt in dieser Stadt. Die medizi-; hing zu nehmen, welches die Corruption der germanischen nische Facultät Tübingen hat sein Doctordiplom erneuert.j Race schon in der Volksschule sich zum Ziele gesetzt hat. Den Jubilar beglückwünschte eine Deputation des ärztlichen (Heiterkeit.) Sie lachen darüber, meine Herren? Ja, wenn Vereins, ebenso eine Deputation der Ortsarmenbehörde, be-man in der Wolle sitzt, ist leicht lachen. (Heiterkeit.) Kom« stehend aus Oberbürgermeister vr. Heim, Dekan Preffel und! men Sie nur hinaus zu dem Landmanne und überzeugen vr. Leube, welche eine Adresse überreichten. Da der Gefeierte! Sie sich von seinem Darniederliegen, wenn Sie überhaupt an seinem Ehrentage wegen einer Verletzung das Zimmer! noch einer menschlichen Idee zugänglich sind (Lebhafte Heiterhüten mußte, so konnten keine weiteren Festlichkeiten verankeil), wenn Sie nicht so frivole, vcrjudete Leute sind, für staltet werden. Oesterreich-Ungarn. Wien, 16. April. Das Auftreten Schönerers in der Sitzung des Abgeordnetenhauses war zu charakteristisch, als daß wir hier nicht einen ausführlichen Bericht geben müßten. Er wurde gleich Anfangs durch Gelächter unterbrochen und sagte: Den Herren, welche immer bei prinzipiell wichtigen Fragen zu lachen pflegen, will ich zunächst einen Ausspruch mittheilen, welchen kürzlich ein Arbeiter mir gegenüber geäußert hat. Er sagte: Jene Abgeordneten, die bei allen Dingen lachen, selbst wenn es sich um sehr wichtige geistige und materielle Interessen des Volkes handelt, gehören zur parlawelche es überhaupt nichts Heiliges auf der Welt giebt. (Lebhafte Heiterkeit und Zischen.) Redner begrüßt schließlich den §75, der für Dalmatien und Galizien Ausnahmen schafft und dadurch Aussicht giebt, daß Dalmatien, welches ohnehin zur ungarischen Krone gehört, auch in die Verwaltung der ungarischen Krone übernommen werde und Galizien von dem übrigen Cisleithanien ausgeschieden werde, in der Hoffnung, daß der Gedanke der strammen Zusammenfassung der ehemals dem deutschen Bunde augehörigen Länder endlich Wurzel fassen und aus Cisleithanien im Laufe einer absehbaren Zeit zweifellos noch ein Deutsch-Oesterreich werden wird. Wien, 16. April. Das Abgeordnetenhaus beschäftigt sich gegenwärtig mit der Schulnovelle. Wrr haben uns natürlich an dieser Stelle mit den Details nicht zu beschäftigen. in mentarischen Zehn-Gulden-Claque. Was die Schulgesetz-No-i Was wir jedoch hier zu notiren haben, ist, daß mitten velle betrifft, will ich kurz die Gründe angeben, welche mich der erregten Verhandlung der Abg. v. Schönerer, der mit und meinen Gesinnungsgenossen Fürnkranz (Schallendes Ge- J bekannter Unverfrorenheit seinen Antisemitismus mit einem lächer) bei der Berathung leiten. Ich bin Ihnen sehr dankwahren türor maniacus zur Schau trägt, einen Skandal bar, wenn Sie lachen. (Schreiend:) Wenn Sie mich heute machte, wie ihn das Parlament selten erlebt. Er will für provoziren wollen, ich bin gerade in der rechten Laune, um die Novelle stimmen, wenn die Bestimmung in den § 48 aus- Jhnen Wahrheiten zu sagen. (Erneuertes Gelächter.) Sie genommen wird, daß Juden unbedingt von jeder Schulleiwird das vielleicht gleichgültig lassen, aber hinter mir stehen tung ausgeschlossen werden, sonst aber alle Consessionen gleich- Millionen der christlich deutschen Bevölkerung. (Schallendes berechtigt sind. Als man über seine Ausführungen lacht, Gelächter.) Redner erklärt, er werde für das Gesetz stimmen, nennt er die Abgeordneten der Linken 10 Gulden-Claque und wenn § 48, der von pfäffischem, antinationalem Geiste dictirt verjudete Krämerseelen, was der Präsident Smolka, der einwurde, in echt christlichem Sinne abgeändert wird. In Bestige Liberale, Alles überhört, während er sonst bei Allem, zug auf die christliche Confession ist es einerlei, ob der Lehrer was der Rechten, gesagt wird, sehr feinfühlig ist. Es ist ja katholisch oder protestantisch ist, aber mit Recht sträubt sich nur zu gewiß, daß überall der Antisemitismus verschwindet.

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