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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-05-01 · Heft 18 (1.5.1883) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 18 (1.5.1883)
Date
1883-05-01
Page
Seite 284 (sequence 2)
Language
German
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234 Triebe zu. Freilich liegt in jener neuen Lehre der Widerspruch zu Tage, daß der Geist ein Produkt leiblicher Organe sein und doch Alles und das ganze All ersorschen und erkennen soll; und nicht minder der weitere Wiederspuch, daß alles Dasein nach unveränderlichen Gesetzen -und insonders nach dem Gesetze der Entwickelung vor sich gehen soll und daß sie dennoch die Entwickelung des menschlichen Geistesschatzes leugnet und ihr mit schroffem Gegensatz entgegentritt. Das sieht jedoch die Jugend nicht ein. Aber um so nothwendiger ist es, daß der Religionsunterricht für diesen Theil unsrer Jugend ein gehobener sei, ein solcher, der auf gleicher Stufe Der jüdische -Klamm. V. Mit dem Falle Jerusalems durch die Römer endete die über anderthalb Jahrtausende währende Periode der nationalen Selbständigkeit des jüdischen Stammes in Palästina. Immer mehr, namentlich auch nach dem blutigen Aufstande des Bar Kochba verödete das Land von jüdischen Bewohnern, und nicht lange, so wandcrte auch die jüdische Geistesthätigkeit und die Weiterentwickelung der traditionellen Gesetzgebung nach Osten, nach den babylonischen Landschaften. Das Rennt der wisienschastlichen Ausbildung stehe, der sich nicht mit sultat genauer Prüfung aller vorhandenen berichteten Thaldem in den gebräuchlichen Katechismen Gegebenen begnügt, suchen ist aber für diese ganze Periode: die vollständige Reinsondern der immer mehr reifenden Jugend das Judenthum erhaltung des jüdischen Stammes, die Nichtaufnahme fremder als ein großes religiös-sittlich-sociales System vorführt und Elemente in den jüdischen Volkskörper, ausgenommen den verzum Berständniß bringt. Indem ihr kundgegeben wird, wie brüderten Stamm der Edomiter und eine Zahl Fremder, die sich alle Lehren dieses Gedankenschatzes der vernunftgemäßen Erin Israel niedergelaffen und zu seiner Religion sich bekannt kenntniß und den Forderungen und Bedürfniffen des Herzens hatten, jedoch immer mit Ausschließung der sieben kanaanientsprechen, auf festen geschichtlichen Basen beruhen, und aus! tischen Völkerschaften. Wenn Renan behauptet, daß auch die einer langen historischen Entwickelung zu immer größerer; Cuthäer, dieses Mischvolk aus assyrischen Ansiedlern und Klarheit und Sicherheit gelangt sind, geben wir der religiös-! Resten der zehn Stämme, in den jüdischen Stamm aufgingen, sittlichen Ueberzeugung einen festen Untergrund, der sich in! so hat er, wie wir bereits hervorgehoben, hiermit einen Jrrdcn Geistern niemals ganz erschüttern läßt und durch die thum begangen. Die Trennung beider und die Feindselig- Lcbenserfahrung und Geistesreife immer wieder an Stärke | feit derselben gegen einander, ja die förmliche Ausschließung gewinnt. Es ist daher unsere Ansicht, daß es der besondersten der Cuthäer, d. i. der Samaritaner aus jeder Verbindung Anstrengung derer bedürfe, welche zum Religionsunterricht' mit den Juden, ist ebenso durch geschichtliche Fakten, wie der jüdischen Jugend in den Oberklaffen der Gymnasien, der durch das Gesetz erwiesen. Im Jahre 51, wie Josephus höheren Realschulen u. s. w. und zum Confirmandenunter-j (Alterthümer XX, 6.) erzählt, griffen Samaritaner galiläische richt berufen sind, sich selbst in der Aufgabe zu verliefen, die! Pilger, die zu den Festtagen nach Jerusalem zogen, auf ihrem ihnen geworden, sick in Methode und materiellem Wiffen zu Wege durch Samaria an und tödteten viele aus ihnen. Der diesem Zwecke zu vervollkommnen, ihre Gesichtskreise auszu- J römische Landpfleger Cumanus ließ sich von den Samaridehnen. Hierzu beizutragen, schien uns ein verdienstvolles! tanern mit Geld bestechen und nahm von den Beschwerden, Werk, und aus diesem Gedanken entstanden die beiden! welche die angesehensten Galiläer bei ihm führten, keine Schriften, von denen die eine dem Lehrer, die andere dem Notiz. Die Juden griffen deshalb zu den Waffen und Schüler zugehören sollte. Wir gestehen ein, hierbei das Ziel etwas hoch gelegt zu haben. Allein unser Losungswort war auch hier: Vorwärts! Aufwärts! Nachdem die Pfade im Religionsunterrichte seit 60 Jahren geebnet worden, gilt es weiter und höher zu schreiten, und wie die Anforderungen an die Jugend sich gesteigert haben, so auch die Anforderungen der Jugend an die Lehrer, an das, was ihr und wie es ihr gelehrt werden soll. — Da nun so viele hohe Bebrannten einige Dörfer der Samaritaner nieder. Gegen sie zog Cumanus mit römischen Soldaten und herbeiströmenden Samaritanern, machte eine Menge von den Juden nieder und nahm eine noch größere Anzahl gefangen. Die Samaritaner blieben hierbei nicht stehen, sondern klagten die Juden wegen der Plünderung und Niederbrennnng ihrer Dörfer bei dem syrischen Landpfleger Quadratus an, welcher, statt eines gerechten Uriheils, die Gefangenen des Cumanus hinrichten Hörden dem in Rede stehenden Lehrbuche ihre Approbation ließ. Kurz, die Sache wurde vor den Kaiser gebracht, und gegeben, scheint es uns die Pflicht jedes zu diesem Theile j Claudius, der in den Samaritanern die Haupturheber der des Religionsunterrichts berufenen Lehrers zu sein, dieselbe! Mißhelligkeiten erkannte, ließ die Gesandten der letzteren hinzu prüfen und seinem Unterrichte zu Grunde zu legen, sie seinen Schülern in die Hände zu geben, falls er findet, daß sie die hierfür zu stellenden Bedingungen erfüllt. richten und schickte Cumanus in die Verbannung. So wird auch noch aus späterer Zeit berichtet (j. Than. IV. 58 d.), daß Hadrian schon entschlossen war, von der Belagerung der Stadt Bether abzustehen, als ein Samaritaner sich zum Spion anbot, um die Stadt in seine Hände zu liefern.

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