Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1883)
- Date
- 1883-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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"Allgemeine Zeitung -es Iudenlhums. Ein myarteiisches Organ fiir alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig S Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. SS) und Oesterreich bei allen Postämtern , außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig PhUippson in Bonn. KzepeöiLion: Leipzig, Htoßptcrh 18. | In redaktionellen Angelegenheiten : wende man sich an vr. L.Philippson in > Bonn direct, in allen übrigen an die Berlaashandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 47. Jahrgang. Leipzig, den 1. Mai 1883. ^». 18. Inhalt. Leitende Artikel: Tie Approbation des Religionslehrbuchs von vr. Ludwig Philippson durch das k. k. O österreichische Ministerium für Cultus und Unterricht. — Der jüdische Stamm. V. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Paderborn, Meiningen, Warmbrunn, Aus Württemberg. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest, Nyiregyhaza, Lemberg. — Rußland: St. Petersburg. — Rumänien: Bukarest. — Bonn: Notizen, Literarische Notizen. — Bom Rhein: Musikalisches. — Feuilleton. Simon Deutsch. Ein Gedenkblatt von Johannes Nordmann. Olrtilrct. Bonn, 25. April. Die Äpprobation -es Religionslehrbuchs von I)r. Ludwig Philippsou durch das K. k. Oesterreichifche Ministerium für Cultus und Unterricht. Durch Erlaß vom 7. April d. I. Z. 6844 hat das f.!. Oesterreichische Ministerium für Cultus und Unterricht das „Lehrbuch der Israelitischen Religionslehre für die oberen Klaffen der Mittelschulen und Gymnasien, sowie für den Confirmanden-Nnterricht von vr. Ludwig Philippson", das Wien 1878 bei Alfred Hölver erschienen, zur Einführung in die betreffenden Schulen approbirt. Es ist dies nach den desfallsigen Bestimmungen des österreichischen Schulgesetzes auf Antrag des Vorstandes der israelitischen Cultusgemcinde zu Wien nach der ministeriellen Prüfung des Buches erfolgt. , Wir erinnern hierbei, daß dasselbe Lehrbuch von dem königl. württembergischen israelitischen Oberkirchenrath und von dem , großh. badischen israelitischen Oberrath approbirt worden j ist und daß auch das königl. preußische Unterrichtsministerium j die Einführung desselben in die preußischen oberen Lehranstalten gestattet hat (s. Centralblatt für die gesammte Nnterrichtsverwaltung in Preußen, Jahrg. 1880, Januarheft, I, c. Jüdische Religionslchre Nr. 8.). Bekanntlich ist dieses Lehrbuch ein Auszug aus dem größeren Werke desselben Berfaffers: „Die israelitische Religionslehre, ausführlich dargestellt", die iu drei Bänden zuerst vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur herausgegeben worden, dann in zweiter Auflage bei Baumgärtner in Leipzig erschien, und ist dieser Auszug in der Gestalt getroffen worden, in welcher er zum Gebrauche in den oberen Klaffen der Gymnasien und Mittelschulen geeignet sei. Durch diese beiden Auflagen ist das größere Werk in 4500Exen>plareu verbreitet und die zweite Auflage völlig vergriffen. Es versteht sich, daß beide Schriften Zweck und Wirksamkeit nicht in der Polemik und Apologetik nach außen haben, sondern in der Festigung und Vertiefung der religiösen Ueberzeugung, der Kenntniß und Erkenntniß des Judenthums innerhalb unsrer Religion» genoffenschaft. Jedermann, der sich mit den Geistesströmungen unsrer Zeit genauer bekannt gemacht hat, weiß, daß auch das Judenthum den Kampf gegen die materialistische und mechanische Weltanschauung, welche von vielen Jüngern der modernen Wissenschaft eifrig gelehrt und verbreitet wird, auch in seinem eigenen Schoße aufzunehmen und durchzu fechten hat; er weiß, daß gerade unsre Gymnasial- und studirende Jugend durch Unterricht und Literatur am meisten der Versuchung ausgesetzt ist, der religiösen Ueberzeugung sich abzuwenden und der materialistischen und mechanischen Anschauung sich in die Arme zu werfen. In dem Menschen waltet der doppelte geistige Trieb: der eine der Autorität der überlieferten Erkenntniffe sich anzuvertrauen und in ihnen Leuchte und Stab für die Wege des Lebens zu finden; der! andere besteht in dem Drange nach Neuem, eben Gefundenen! und Geschaffenem, das sich mit dem verlockenden Scheine des . freien Geistes umgiebt. Unter deni Einflüsse, der aus sie! geübt wird, neigt sich die Jugend unserer Zeit jenem zweiten 18