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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-04-17 · Heft 16 (17.4.1883) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 16 (17.4.1883)
Date
1883-04-17
Page
Seite 259 (sequence 9)
Language
German
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259 selbstverständlich erscheinen, daß die Anzahl ihrer Mitglieder dies die letzte Eingabe, welche in dieser Angelegenheit vor auch die weitaus geringste ist. Sie zählt nämlich — wie der Schlußverhandlung an den Gerichtshof gerichtet werden wir versichern können — 23 Mitglieder, die Herren Döring dürfte (und die bei diesem Gerichtshöfe gewiß erfolglos und Jerschabek schon miteingerechnet. Aus der heftigen bleibt! Sind es doch erst eilf Monate, daß die Ge- Gegnerschaft, mit der das geistige Oberhaupt der zweiten Partei, fangenen im Kerker schmachten!). Die k. Ober-Staatsander „deutsch-national-antisemitischen Partei", Herr v. Schönerer, waltschaft hat bereits sämmtliche Akten vom Gerichtshöfe beden Anhängern Döring's entgegentritt, könnte man fast den Hufs Antragstellung zugesendet erhalten und nehmen dieselben Schluß ziehen, daß Schönerer denjenigen Theil seiner freien ein stattliches Volumen an. Die Ober-Staatsanwaltschaft Zeit, den er nicht mit der Absingung der , Wacht am Rhein" ist übrigens angesichts des vorliegenden Materials einiger- oder des „Heil Dir im Siegeskranz" zubringt, dem Studium maßen in Verlegenheit, womit sie einen eventuellen Anklagcdes Talmud widmet. Von Schönerer ist aber nunmehr Antrag motiviren solle. In ungefähr 8—10 Tagen dürfte ein großer Theil seiner Anhänger — ob in Folge der Consedie Entschließung der Staatsanwaltschaft, in weiteren 14 Tagen quenzen des Wagner-Commerses oder nicht, ist nicht bekannt die Entscheidung des Nyireghhazaer Gerichtshofes darüber geworden — abtrünnig geworden, der sich als besondere! erfolgt sein, worauf dann — vorausgesetzt, daß ein An- Partei constituirt. Der „Oesterreichische Reichsoerein" — klagebeschluß gefällt wird, wogegen natürlich von keiner Seite dies die dritte Fraction der Wiener Antisemiten — will appellirt wird — nach einer mindestens vierwöchentlichen Frist den Antisemitismus „auf patriotischer Grundlage" betreiben, die Schlußverhandlung in dieser Affaire stattfinden könnte. Die großdeutsche Propaganda Schönerer» soll feinem Wirken Letztere Frist ist mit Rücksicht auf die zahlreichen, aus den verfern liegen. Zwischen dem „Oesterreichischen Reichsverein", schiedensten Gegenden nach Nyiregyhaza vorzuladenden Zeugen, der heute unter dem Vorsitze seines Begründers Holubek dieferner mit Rücksicht auf das enorme Aktenmaterial eher zu erste Plenarversammlung mit bekanntem Ausgange abhielt, gering, als zu groß angenommen. Es dürfte sohin die Schluß- und den „deutsch-nationalen Antisemiten" ist ein heftiger' Verhandlung vor Ende Mai l. I. kaum ftattstnden (dieses Streit entbrannt. ' oder des nächsten Jahres?). Wien, 29. März. Im Lager der hiesigen Antisemiten Lemberg, 29. März. Meldung der „Pol. Corr.Die hatten sich schon seit geraumer Zeit zwei Parteien gebildet, die eingeleiteten strasgerichtlichenErhebungen wegen des Manifestes Schönerer's und die loyalen Antisemiten. Letztere traten auch > der orthodoxen jüdischen Rabbinen Galiziens, welches über aus dem Reformverein aus und bildeten einen neuen Verein, den! die Führer der jüdischen Fortschrittspartei den Bannfluch versogenannten österreichischen Reichsverein. Heute hielt derselbe hängte, werden auch nach dem Tode des Rabbi Schreiber seine erste Plenarversammlung, in der es zur offenen Fehde kam. gegen die zahlreich mitunterfertigten Rabbinen fortgesetzt. Tie Es hatten sich zahlreiche Anhänger Schönerer's eingefunden vielfach verbreitete Behauptung, daß die Staatsanwaltschaft in und Holubek, Präsident des Reichsvereins, mochte ahnen, diesem Falle nicht spontan, sondern in Folge Weisung ans daß die Herren nicht mit den besten Absichten gekommen Wien vorgegangen sei, wird als völlig unbegründet bezeichnet, seien: er schloß, ohne irgendwem das Wort zu ertheilen, sehr Lemberg, 31. März. Tie strafgerichtlichen Erhebungen bald die Versammlung und dieses Vorgehen bot den Gegnern wegen des von den orthodoxen Rabbinen Galiziens verwillkommenen Anlaß, die Entrüsteten zu spielen. Es erhob öffentlichten Bannmanifestes werden vom Landgerichtsrath sich ein wahrer Sturm unter denselben. Holubek wurde mit Sawcynski geleitet. Dieselben sollen bereits am Mittwoch Schmähungen überhäuft. Umsonst versuchte der anwesende zum Abschluß gelangen. Rach dem bisherigen Resultate zu Polizei-Commiffär die Ruhe herzustellen. Er drohte sogar urtheilen, wird sich die Behörde auf das Objeetiv-Verfahren mit Einschreiten der Wache .. . Rufe: Infamie! Skandal! :c. beschränken müssen, da für ein subjectives Vorgehen gegen wurden laut. Holubek wurde förmlich attaguirt. Der Uhrdie Unterzeichner des in der ,Maclisika hadasa('gedruckten macher Buschenhagen, ein Anhänger Schönerer's, sammelte Manifestes kein hinreichendes Substrat vorliegt. Gerüchtseine Gesinnungsgenossen und stürmische Rufe: Hoch Schönerer! weise verlautet, daß die Auslösung einiger in Galizien be- Pereat Holubek! wurden laut. Rur langsam leerte sich der stehenden zelotischen Vereine wegen „Ueberschreitnng des Saal. In Gruppen erregt debattirend, zerstreuten sich die Wirkungskreises" bevorsteht. Anwesenden. Lemberg, 4. April. (Privatmitth., Tie damalige Wahl Pest, 5. April. Zur Tißa-Eßlarer Affaire. Vertheides verstorbenen Rabb. Schreiber in den Reichsrath halte diger Karl Eötvös hat eine an den k. Gerichtshof Ryiregyeinen besonderen Zweck. Während die Polen wußten, daß haza zu richtende Eingabe verfaßt, worin angesucht wird, daß sie an ihm einen getreuen Anhänger hatten, betrieb die sämmtliche, in der Tißa-Eßlarer Angelegenheit Angeklagten ganze Heerde der orthodoxen Rabbis und der chassidischen auf freien Fuß gesetzt werden. Seitens der Verteidigung ist Rebbes seine Wahl, weil sie durch ihn bei der Regierung 16

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