Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1883)
- Date
- 1883-04-17
- Page
- Seite 255 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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255 kritisch einzugehen. Wir können an dieser Stelle darüber! aus, allein es ist eine im guten Sinne, weshalb auch in aussührlich nicht reseriren und wollen nur eine Beobachtung! Babylonien, wo die Meisten diese Bräuche haben, sogar Gehervorheben. Saadia war bekanntlich ein rationalistischer i lehrte sie milmachen." Man hat hier ein recht anschauliches Theologe und hat als solcher grundlegend für die jüdische Bild, wie Aberglaube und Mystik durch die Nachgiebigkeit Religionsphilosophie gewirkt, während die Bedeutung Hai's der Autoritäten anwachsen und sich verbreiten. — Bon der mehr auf dem halachischen Gebiete liegt. Zu ihrer geit; Bibliotbeca Rabbinica des Dr. August Wünsche (Leipzig, begann die kabbalistische Mystik ihr Spiel, welches später und > Otto Schulze) ist die 22. Lieferung erschienen, mit welchen bis in unsere Tage hinein (Chassidim) eine so traurige Einder Midrasch Wajikra Rabba beginnt, und bis zum Cap. 12, 2 Wirkung auf das Judenthum übte. Haben sich nun die reicht. Das überaus verdienstvolle Werk nimmt so einen er- Geonim, wie sie ihrer rationalistischen Ueberzeugung geniäß freulichen Fortgang, und ist seine Vollendung in baldige sollten, diesem Aberglauben entgegengestellt? Sie haben es Aussicht gestellt. Wir nehmen noch einmal Gelegenheit, das nicht gethan, und warum nicht? Weil sie sich von der, auch Unternehmen namentlich allen jüdischen Homiletikern dringend später und noch jetzt oft geltend gemachten Ansicht ausgingen: zu empfehlen. — Bon T)r. David Leimdörfer's „Nachwenn er nichts schadet, lasie man den 'Aberglauben gehen, biblische Geschichte für die israelitische Schuljugend", die sich namentlich wenn er traditionell geworden. Sie sahen nicht rasch günstiger Ausnahme erfreute und auch in's Englische ein, daß der Aberglaube jedenfalls schadet, wenn er auch in - übertragen worden, ist die zweite verbesserte Auflage erschienen, scheinbar gleichgültigen Dingen und Formen auftritt, daß er die einige angemesiene Veränderungen erfahren hat. — sich durch sich selbst nährt und zum uuüberwindlichen Riesen Seit einigen Jahren langte bei uns zur Zeit des Frühanwächst. Sind doch für die Dummheit und Beschränktheit, lingsansangs ein Bändchen „Sabbath-Predigten" zu den fünf noch dazu wenn sie sich in das Gewand der Heiligkeit werfen, Büchern Mosis von Stadt- und Conferenz-Rabbiner Dr.Adolf die meisten Menschen geneigter, als für Einsicht und Auf- Schwarz (Karlsruhe, Bielefeld 1883' an. So auch diesklärung. So heißt es S. 24: „So wird z. B. ein Gaon mal der fünfte Band zu den Wochenabschnitten des fünften angefragt, woher es komme, daß man in der Tekufa Zeit Buches Mosis. Was wir von den früheren Bänden (s. zu- (Zeit der Sonnenwende) sich des Waffertrinkens zu enthalten letzt Jahrg. 1882, S. 112) gesagt, gilt in vollem Maße pflegt, worauf er das Nachstehende antwortet: „Obschon wir auch von dem vorliegenden. Der Berf. versteht aus der Fülle keinen Grund wißen, sollte man es doch nicht ganz unbcachder Texte und Themata anziehende, das Jntereffe erregende tet laßen, da es sich einmal als Brauch in Israel eingeführt hat. Einige meinen, daß, da nach Ablauf jeder Tekufa (Sonnenwende) neue Engel als Aufseher eingesetzt werden, man nicht wißen könne, ob nicht für manche Menschen Ungünstiges daraus entstehe, gleichsam wie man auf Erden bei auszuwählen und die allgemeinen Gesichtspunkte mit dem speciellen Gegenstände zu verbinden. Der vorliegende Band (143 S.) enthält 12 Predigten und der Leser wird sich schon aus der Angabe des Inhalts ein Bild von den bedeutungsvollen Gegenständen, die der Redner würdig und beredt beeinem Regentenwechsel immer zweifelhaft ist, ob Günstiges! handelt, machen können: „Der Zusammenhang des Moriah oder Ungünstiges für uns davon zu erwarten ist." S. 25 j mit dem Sinai", „die Fehlbitte Mosis", „der Trost Israels", heißt es: Noch aus anderen Responsen erkennen wir, das;!,.Schutz gegen Uebermuth und gegen Kleinmuth", „die Bedie Geonim an einen einmal stehenden Brauch nicht gerne thätigung unserer Liebe zu Gott", „Verrücke deines Nächsten rütteln, selbst wenn sie innerlich dem mystischen Grunde des-^ Grenze nicht", „das Verbot, Sclaven auszuliefern", „die selben nicht geneigt sind. So sehen wir ^.'7:) religiöse Wirkung des Ackerbaues", „die ewige Dauer des ed. Musaphia-Lyck, S. 7. No. 8) in einem dem R. Hat j Gottesbundcs", „die Rückkehr zur Pflicht", „die weltumfassende zugeschriebenen Responsum, daß der Fragende eine ganze Macht der Thora", „der Tod Mosis." — Wir erhalten von Reihe von Gebräuchen zusammenstellt, die in vielen Gegenden zu bestimmten Festzeiten üblich sind und die einen mystischen Anstrich haben, und fragt, wie es damit zu halten fei. So z. B., daß man am Neujahrsabend von einem Hammelskopf (ac: ts~) ißt, am Rüsttage zum Versöhnungsfeste Hühner nach Anzahl der Personen des Hauses schlachtet, daß man am Ausgange des Sabbats bei dem Lichte der Habdala die Handfläche und die Nägel beschaut, daß man in den Habdalabecher etwas Waffer gießt, davon trinkt und dann abgießt. Er bittet um Belehrung; R. Ha, erwidert: Es sieht das allerdings wie eine mystische Vorbedeutung (rrv) Paris: Arrivee des sources du Liban par F. De Croy. (Paris, Brun et. 1883.) Schon in früheren Jahren hatten wir wiederholt Gelegenheit genommen, darauf aufmerksam zu machen, daß das dringendste Bedürfniß für Jerusalem, eine Lebensbedingung für seine Bewohner, die Versorgung mit frischem Wasser sei. Man dachte an die Wiederherstellung der Salomonischen Aquäducte, und Sir Moses Montefiore machte einen Versuch hierzu. Jndeß zeigte es sich bald, daß es einer beständigen militärischen Bewachung bedürfen würde, um sie vor Beschädigung aller Art durch die ersten besten Hirten, die ihre Hcerden tränken wollen, zu schützen und