Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1883)
- Date
- 1883-04-17
- Page
- Seite 254 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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254 von Richtern und Vorstehern angeordnet war: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit folge nach, damit du lebest", und der Staat bestehe. Das Gesetz erkennt das Recht des Hülfsbedürftigen auf Hülfe, des Armen auf Befriedigung seiner dringenden Bedürfnisse an, sichert dasselbe durch einen Antheil an dem Ertrage der Ernte und ruft aus: „Geben sollst du ihm und deinem Herzen nicht leid sein lasten, daß du ihm gebest" (5 Mos. 15, 10.); verhindert aber auch das Schuldenwesen, indem es vorschreibt: „Und so dein Bruder verarmet und seine Hand schwankt neben dir, so unterstütze ihn, Fremdling und Beisaß, daß er bei dir lebe. Nimm nicht von ihm Zins und Uebermaß. Dein Geld sollst du ihm nicht geben um Zins und deine Speise nicht um Uebermaß" (3 Mos. 25. 35.). Daß das Gesetz für die Gewerbefreiheit, Handelsfreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht, Freiheit der Rede und der Schrift — natürlich mit Ausschluß des Götzendienstes — eintritt, übergehen wir hier, da sichdies theils als Folgerung aus Specialgesetzen, theils durch den Wegfall jedes Verbotes ergiebt. — Wir brauchen hier auch nicht aus->schen Reiches" (Leipzig, zuführen, daß die biblische Anschauung auf der Vorstellung von der Entwickelung des Menschengeschlechtes beruht, deren Ziel sie in der allgemeinen Gotteserkenntniß: „In jener Zeit wird, wie der Ewige einzig ist, auch sein Name (d. h. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 0. April. Kein Land der Erde ist neben einigen großen Städten mit so vielen mittleren und kleineren, mit so vielen Dörfern und Ortschaften bedeckt, wie Deutschland. Und in einer großen Zahl dieser großen, mittleren und kleineren Städte hat sich auch die halbe Million Juden ansässig gemacht, welche im deutschen Reiche wohnhaft sind. Daraus entstand aber auch die außerordenttiche Zersplitterung dieser Glaubensgenossenschaft, wie sie sich wiederum in keinem andern Lande der Welt zeigt: kleine Gruppen von fünf und zehn Seelen bis hinauf zu den 50,000 in Berlin. Wir wenden da in den Bcvölkerungslisten oft unfern Blick auf Gemeinden, von denen wir schon oft gehört, und in welchen blühende Institutionen vorhanden sind, und siehe da, sie reichen nicht an die 500 Seelen, die wir als den Maßstab annahmen, nach welchem wir sie aus dem von uns mehrfach besprochenen „Neumanns Geographischen Lexicon des deut- Bibliographisches Institut 18ö3) herausziehen. Es liegen uns von diesem die Lieferungen 23—33 vor (von Nennig bis Tiege). Hier begegnen wir folgenden Gemeinden: Nürnberg 3032 Juden, Offenbach am Main 987. Großherzogthum Oldenburg 958, Oppeln 679, seine Anerkenntniß und Anbetung) einzig sein (Sechar. 14,! Ostrowo 1496, Pieschen 929, Posen 7063, Potsdam 551, 10), in der allgemeinen Gerechtigkeit und dem Frieden findet. „Dann wird Gott richten zwischen den Nationen, schiedsrichten vielen Völkern, daß sie schmieden ihre Schwerter zu Preußisch-Stargard 577, Ratibor 1331, Rawitsch 1123, Regensburg 675, Speier 539, Stargard in Pommern 558, , Stettin 2388, Stolp 958, Strasburg in Westpreußen 602, Sensen, und ihre Sperre zu Winzermestern: nicht hebt Volk j @ttcf3’6ut9 im Elsaß 3521; Stuttgart 2484; Thorn 1530. gen Volk das Schwert, und nicht lernen sie fürder den j Mit den nächsten sieben Lieferungen wird das Werk vollendet Krieg" (Jes. 2, 4.). „Friede, Friede dem Fernen und dem!sein. — Dem Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars Nahen" (Jes. 57, 19.). Aber auch für den Einzelnen soll zu Breslau von 1881 sandte der verst. Seminarrabbiner die Entwickelung, die Selbstveredelung der Inhalt seiner Be- Dr. David Joel den ersten Theil einer Abhandlung voran: strebungen sein: „Der Pfad des Lebens geht dem Denker „Der Aberglaube und die Stellung des Judenthums zu demauswärts" (Spr. 15, 24.). Hier ist die Erkenntniß die Grundselben", den wir S. 207 Jahrg. 1881 besprachen. Der diesläge aller Bildung: „Ein verständiges Herz suchet Erkenntjährige Jahresbericht bringt nun die Fortsetzung dieser Abniß", „des Klugen Herz erwirbt Erkenntniß, das Ohr der Handlung, soweit dieselbe nach dem hinterlaffenen Manuskripte Weisen sucht Erkenntniß" (Spr. 15, 14. 18, 15.). Diese durch den Bruder des Verewigten, Rabbiner l)r. M. Jotzl Erkenntniß muß vor Allem Gotteserkenntniß sein. Darum geordnet und veröffentlicht werden konnte. Wir haben damals finden wir nichts öfter als die Aufforderung zur Erkenntniß den Fleiß, die Sachkenntniß, die Umsicht, den kritischen Scharf- Gottes: „Du sollst erkennen, daß ich der Ewige bin" (2 Mos. sinn des Verfaffers, verbunden mit einer gemüthvollen Pietät 29, 46 und oft, bei Ezechiel 28 Mal); „ihr sollt erkennen, anerkennend hervorgehoben und vermögen dies nur über diese daß ich der Ewige bin" (2 Mos. 6,7 und oft, bei Ezechiel Hinterlaffenschaft des uns allzufrüh entriffenen Autors aber- 26 Mal); „so erkenne heute, und nimm es wohl zu Herzen, daß der Ewige der Gott ist im Himmel droben und auf Erden drunten, Keiner mehr" (5 Mos. 4, 39.). Der Anfang und das Fundament dieser Gotteserkenntniß ist die Gottesfurcht: Furcht des Ewigen ist der Erkenntniß Anfang" (Spr. 1, 7.). (Fortsetzung folgt.) mals auszusprechen. Es kann nur ein tiefes Bedauern erwecken, daß es dem Berf. nicht vergönnt gewesen, die letzte und vollendende Hand an sein Werk zu legen. Im ersten Theile hatte er für seinen Gesichtspunkt die 5 Bücher Mosis, die übrigen biblischen Bücher, die Mischna und die Gemara behandelt. Der vorliegende Abschnitt beschäftigt sich mit den Geonim und ausführlich mit Saadia und Hai, wobei der Vers. Gelegenheit nimmt, auf viele einzelne intereffante Punkte