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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-04-10 · Heft 15 (10.4.1883) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 15 (10.4.1883)
Date
1883-04-10
Page
Seite 247 (sequence 13)
Language
German
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247 Eigenschaft in Lyon, feierte am 20. Januar seine silberne Hochzeit. Eine rumänische Deputation überreichte ihm einen goldenen Kranz mit Inschrift. — Das ungarische Blatt „Borsodmezyei Lapok" meldet: Dem Rabbiner der Miskolczer israelitischen Kultu»gemeinde Mauer Rosenseld wurde am verflossenen Mittwoch eine unangenehme Ueberraschung zutheil. An dem genannten Tage erhielt er den Besuch einer anständig gekleideten Frau, die mit der kategorischen Aufforderung an ihn herantrat, er möge sich taufen lassen und sodann seine Gläubigen zu Gleichem bewegen. Der Rabbiner sah im ersten Augenblicke ein, daß er es mit einer Geisteskranken zu thun hatte; in Folge dessen antwortete er ihr, sie möge sich nur ruhig entfernen: er werde nicht ermangeln, ihrem Wunsche nachzukommen. Statt sich damit zufriedenzugeben, warf sich die Irre wüthend aus den Rabbiner und begann denselben zu würgen. Ter Bedrängte ries um Hilfe, worauf mehrere Leute hinzukamen, die ihn aus seiner unangenehmen Lage befreiten. Die Irre konnte nicht ohne die größte Mühe gebändigt werden; sie wehrte sich mit übermenschlicher Kraft, wie solche nur in den Muskeln einer tobsüchtigen Person zu finden ist. Die Attentäterin wurde in das städtische Spital überführt, wo konstatirt wurde, daß sie an religiösem Wahnsinn, gepaart mit Tobsucht, leidet. Berlin, 26. März. (Literarische Notizen.i Unter der Bezeichnung "cs. ist im Ansang dieses Jahres zur Feier der 25 jährigen Amtsthätigkeit des Or. A. Jellinek in Wien eine Uebertragung von sünf Predigten des gefeierten Redners in das Hebräische durch > >,. I. Gelbhaus, Rabbiner in Karlstadt (Kroatiens erschienen. Es find dies die fünf Reden, welche unter dem Gesammttitel: ..Schema Jisraet" schon im I. 1860 veröffentlicht worden. Es braucht hier nicht auseinandergesetzt zu werden. wie sehr Jellinek'sche Reden durch Fülle der Gedanken, Innigkeit des Gefühls und Anmuth des Ausdrucks hervorragen: ist es doch allgemein bekannt, daß A. Jellinek eine der ersten Stellen unter den israelitischen Predigern der Gegenwart einnimmt. Aber auch die Uebertragung in das Hebräische, die natürlich keine wörtliche sein konnte, legt ein rühmliches Zeuzniß für die Befähigung des I>r. Gelbhaus ab, moderne Ideen in ein echt althebräisches Gewand zu kleiden. Der vortrefflichen Reden Jellinek's würdig ist diese Uebertragung in das Hebräische, welche die Lektüre dieser Predigten einem noch weiteren Kreise eröffnet. Uebrigens hat Hr. Gelbhaus seine Meisterschaft in der Handhabung der hebräischen Sprache bereits in dem Buche -uns—, nrcn~ riz-??, frei nach dem Englischen der Miß Aguilar, gezeigt. Es darf bei dieser Gelegenheit auch auf desselben Autor's im vorigen Jahre erschienene, neue Gesichtspunkte aufthuende Arbeit über Jehuda Ha-Rasi hingewiesen werden, der, wie wir hören, eine Abhandlung über die „Zehn Märtyrer" folgen soll. D. C. I e u i l l e t o n. Lorrespou-enz. Danzig, 20. Mär;. Rabbiner- und Cultusbeamten-Versammlung. Am letzten Montage versammelten sich die israelitischen Cultusbeamten der drei Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und Pommern Hierselbst im Kaiserhos, um eine Hilsskafse zu gründen, die im Falle unverschuldeter Amtsunsähigkeit ihnen selbst oder im Falle ihres Todes den Hinterbliebenen eine bestimmte jährliche Beihilfe gewähren soll. Der von dem Königsberger Gemeindesecretär Herrn Klein genau ausgearbeitete Statutenentwurf wurde der Verhandlung zu Grunde gelegt, welche Hr. Stadtrath Eh-. Samter als juristischer Beirath auf allgemeinen Wunsch zu leiten die Freundlichkeit hatte. Durch mehrfache Veränderungen wurde der Entwurf verbeffert und endlich fast einstimmig angenommen. Der aus 15 Mitgliedern aus den 3 Provinzen bestehende Borstand, zu dem aus Danzig 4 Mitglieder gehören, wird nun die nöthigen Schritte einleiten, um den Statutenentwurf der königl. Regierung einzureichen und bestätigen zu lassen. Als Gerichtsstand der Kaffe ist statutarisch Danzig festgesetzt. — An demselben Tage hielt außerdem der Rabbinervcrband der Provinzen Ost- und Westpreußen seinen dritten Berbandstag im Kaiserhof ab. Als Beschluß wurde angenommen, daß die Rabbiner Pommerns, die fast sämmtlich erschienen waren, als Mitglieder ausgenommen werden sollten, so daß sich der Verband jetzt auf drei Provinzen erstreckt. Nach Erledigung mehrerer internen wichtigen Angelegenheiten hielt Hr.Or. Werner in der öffentlichen Versammlung einen einstündigen Bortrag über einen Normallehrplan für den Religionsunterricht an höheren Lehranstalten, wobei auch besonders Ziele und Methode deffelben vom pädagogischen Standpunkte ans eingehend behandelt wurden. In den Ausschuß des Rabbinerverbandes wurden die Herren Rabbiner I>I)r. Bambcrger-Königsberg, Vogelstein-Stettin, Werner-Danzig gewählt. Vermischtes. Der Rabbi Schreiber. Rabbi Schreiber war die durch ihre äußere Erscheinung auffälligste Gestalt des österreichischen Parlaments. Ter Verstorbene, der feit dem Jahre 1870 als Vertreter der Städtegruppe Kolomea-Sniatpn-Bnczacz dem österreichischen Abgeordnetenhause angehörte, erschien stets daselbst in bis weit über die Kniec herabrcichendem schwarzen Talarc. Auf dem

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