Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1883)
- Date
- 1883-04-02
- Page
- Seite 229 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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229 Josephs Gymnasium und das IV. Gymnasium. Die Leistung dieser Beträge hat zur Voraussetzung, daß an jedem dieser drei Gymnasien der Unterricht abgesondert ertheilt werden wird u. z. 12 Stunden wöchentlich für das deutsche und ä 8 Stunden wöchentlich für jedes der polnischen Gymnasien. Mit Anfang des Schuljahres 1^831884 hat daher die Ein- Hebung des gegenwärtig bestehenden besonderen Schulgeldes für Religionsunterricht, welches die Schüler mos. Confession zahlen, gänzlich aufzuhörcn. Belgien. Brüssel, 28. März. (Privatmitth.) Um Ihnen die Benefizien, welche die Erben des Senators Bischosfsheim vertheilt haben, richtig anzugeben, bemerke ich, daß der Verstorbene testamentarische Verfügungen nicht hinterlassen hat, daß die Erben des kolossalen Vermögens 500,000 Fr. für gemeinnützige Zwecke bestimmt haben, wovon 120,000 Fr. für die Anstalten der jüdischen Gemeinde und 80,000 Fr. für die Universität. Letztere, beiläufig bemerkt, da ihrer einmal Erwähnung gethan, befindet sich in den besten finanziellen Berhältniffen und sieht die Zahl ihrer Studenten mit jedem Jahre beträchtlich wachsen, gegenwärtig 1400. scher Eltern von deutscher Herkunft geboren und erhielt seine erste Ausbildung im University College der Metropole. 1847 wurde er zum Barrcau berufen, an welchem er rasch Carrmre machte. 1865 wurde Jessel zu einem königl. Justizrathe und im November 1871 zum Solicitor - General in Gladstone's Ministerium ernannt. Im August 1873 ward er auf den Vorschlag Gladstone's an Stelle von Lord Romilly zum Reichs - Oberarchivar oder Master of the Rolls ausersehen. Nach der Reorganisation der höchsten Gerichsbarkeit wurde er zum Präsidenten des Appellhofes ernannt. Der Verstorbene war der erste Israelit, der in England ein Richteramt bekleidete. Von 1868 bis 1873 repräsentirte er Dover in liberalem Jnterefie. 1880 wurde er zum Vicekanzler der Londoner Universität erwählt. Serbien. Belgrad, 14. März. (Privatmitth.) Zum Kanzler des neu creirten serbischen General-Consulats in Pest wurde Herr ' H. S. Davitcho, ein Israelit, ernannt. Derselbe ist ein j naher Verwandter des Herrn Abr. Oferovics, des ersten und j bis jetzt einzigen Juden, der Officier des Tacovaordens und! Mitglied des serbischen Parlaments ist. Großbritannien. Palästina. London, 22. März. Der Großurkundenbewahrcr Sir j Jaffa, im März. Bor einigen Wochen war in diesem George Jefiel ist heute Morgen im 59. Lebensjahre gestorben, i Blatte die Rede von einem Gewaltakte, den die hiesigen Sein Tod ist ein fast unersetzlicher Verlust sowohl für den! ottomanischen Behörden sich zu Schulden kommen ließen, englischen Richterstand als für die israelitische Glaubcnsge! indem sie 120 jüdischen Pafiagieren, die auf einem itameinschaft in Großbritannien. Er war der erste Jude, j lienischen Dampfer angekommen waren, das Landen verboten welcher im englischen Richterstande in Dover ins Unterhaus haben. Unter den bezeichneten Pafiagieren befanden sich gewählt wurde, ward 1871 Solicitor General und 1873 auf den mehrere englische Untcrthancn und die englische Regierung Vorschlag Gladstones zum Nachfolger Lord Romillys als! hat sich denn auch veranlaßt gesehen, gegen das Vorgehen Master of tlie Rolls ernannt. Von seiner Beliebtheit unter! des Bali von Jaffa bei der Pforte Protest einzulegen. Merkseinen College» zeugen die anerkennenden Ansprachen, welche! würdigerweise hat auch die russische Regierung, die auf ihrem heute die Vorsitzenden der verschiedenen Gerichtshöfe vor eigenen Boden den Juden sich nicht besonders wohlwollend Beginn der Sitzung hielten. So bemerkte Baron Pollock: erweist, sich diesem Proteste angeschlofien. Die Pforte ihrer- „Jch erinnere mich keines Mitglieds des Kanzleigcrichtshofes, seits hat erwidert, wenn die Juden nur als Wallfahrer das in juristischem Wifien, Erfahrung und Eifer dem eben zu den heiligen Stätten nach Palästina kommen, werde ihrer verstorbenen Richter gleich gekommen wäre." Ausschiffung kein Hinderniß entgegengesetzt werden, wenn London, 23. März. Das Hiuscheiden des Oberreichs-ff'ie jedoch als C olonisten kämen mit der Absicht, sich archioars Sir George Jessel hat in juristischen Kreisen im Lande dauernd niederzulassen, so müßte das Gegroße Trauer hervorgerufen. In sämmtlichen Gerichtshöfen setz zur Anwendung kommen, welches den Juden nicht hielten gestern die präsidirenden Richter Ansprachen an die' gestattet, in jenen Gegenden Colonien zu etabliren. anwesenden Advokaten, worin sie den Tod Jessel's als einen — Andrerseits berichtet der „Colonist" vom 23. März: großen Verlust für die Rechtspflege und das Land bezeichnej Ter Sultan hat auf Ansuchen des Herrn S. Schulmann zu ten. Fast sämmtlicheZeitungen widmendemDahingeschiedenen Constantinopel einen großen Ländercomplex in der Nähe von ' lange Nachrufe und Leitartikel, worin hervorgehoben wird, Zephat für die armen jüd. Bewohner des h. Landes bewilligt, daß England in Sir George Jcfiel den größten Rechtskenner Der Obcrrabbiner von Constantinopel erläßt einen Aufruf und befähigtsten Richter seiner Zeit verloren habe. Der Verzur Unterstützung der Colonisten. Die Gelder sind an Herrn blichene wurde 1824 in Putncy bei London als Sohn jüdi- Bankier Elasaar Efiendi (Bechiktach), Nr. 55 Pacha Malise, Con-