Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1883)
- Date
- 1883-03-27
- Page
- Seite 210 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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210 das Verlangen gestellt hat, eine Zeugenaussage abgebcn zu bekanntlich aus je zwei Mitgliedern jeden Ressorts. Aus dürfen, niit diesem Begehren aber immer wieder zurückgej dem Finanzministerium und dem Ministerium der Bolksaufwiesen worden ist, wurde endlich gestern vernommen und Klärung nehmen unter Anderen die Geh. Räthe Jermakow hat bei dieser Gelegenheit seine gesammte, auf den angeblichen und Georgyewsky an den Arbeiten Theil. Außerdem wurde Leichenschmuggel gemachte Aussage widerrufen. > der durch seine Studien über das Sectenwesen in Rußland bekannte College des Reichscontroleurs Geh. Rath Filippow Belgien. Brüssel, 6. März. Zum Vertreter des Bezirks Brüssel im Senat ist heute Ferdinand Bischofssheim (als Nachals Sachverständiger hinzugezogen. Sofort nach Aufnahme ihrer Thätigkeit wandte sich die Commission an das Ministerium des Innern mit dem Ersuchen, ihr statistisches Ma folgcr seines verstorbenen Vaters) mit 5583 Stimmen geterial über die jüdische Bevölkerung zur Disposition zu wählt werden. Ter „unabhängige" Baron de Binck, für! stellen. Demgemäß soll nun festgestellt werden, wie groß den auch die Clericalen, namentlich Malou, eintraten, errang die Zahl der Juden in Rußland ist. wie viele Synagogen und nur 3331 Stimmen. — i Hierbei wollen wir nicht unterlassen, zu bemerken, daß die in Nr. 10 enthaltene Notiz aus Brüssel mehrfache Unrichtigkeiten enthält. Wir hatten dieselben aus der „Bremer Zeitung" entlehnt, und ist nicht als „Privatmitth." bezeichnet. Wie wir jetzt aus zuverlässiger Quelle erfahren, haben die Erben Bischoffsheim's nicht 400,000 Frcs., sondern die verhältnißmäßig geringfügige Summe von 80,000 Frcs. der Universität übergeben, dagegen es abgelehnt, fernerhin noch die Hälfte der Kosten des arabischen Lehrstuhls zu tragen, was bis jetzt der sel. Bischofssheim gethan. Ueberhaupt hat außer einem Stipendium, das der sel. Dischoffsheim gestiftet, die hiesige Universität von keiner jüdischen Familie irgend eine Unterstützung erhalten; sie wird von der Stadt Brüssel und der Provinz Brabant unterhalten. Dies zur Steuer der Wahrheit. Die Redaktion.) Großbritannien. London, im März. Der Baron Nathaniel von Rothschild, Präsident des Vereins für die jüdische Freischule, hat ein Circular an die Glaubensgenossen von London gerichtet, welches zu Subscriptionen aufsordert, um die Schule zu erweitern. Zn Zukunft soll sie 3000 Schüler fassen können. Zu diesem Zwecke sind bereits 8000 Lstr. eingegaugen. Man bedarf aber noch 3 2,0 0. Seit Gründung dieser Schule wurde sie von 30,000 Kindern besucht, und man kann daraus die Wohlthat ermesien, welche dem ärmeren Theile der jüdischen Bevölkerung durch diese Anstalt gewährt wird. Bethäuser man zählt, wann die jetzt functionirenden Rabbiner die ministerielle Bestätigung erhielten u. dgl. Dieser Anfang kann unter Umständen für die Aufgabe der Commission verhängnißvoll sein. An statistischem Material — über die Zuverlässigkeit desselben ließe sich viel sagen — fehlt es in keiner der unzähligen Commissionen, welcher sich Rußland zu erfreuen hat, die Sichtung absorbirt die kostbare Zeit und, ist alles genau rubricirt, dann kommt der Moment des allgemeinen Eingeständniffcs, daß aus der ganzen Sache doch nichts heraustommen kann. In den seltensten Fällen wird aber hinzugesetzt, daß die Ursache nicht in dem Ma terial, sondern in dem Mangel an unverrückbaren leitenden Gesichtspunkten liegt." Kiew, im März. Ein hiesiges vielgelesenes Blatt hattte die Nachricht verbreitet, daß wie schon den Polen und den Juden in den zu Rußland selbst geschlagenen ehemaligen polnischen Provinzen der Erwerb von Grundbesitz untersagt ist, eine zu erwartende Berordung beiden Nationalitäten auch die Theilnahme an jeder industriellen und finanziellen Actiengesellschaft verbieten werde. Die Panik hierüber ward allgemein, denn die Folgen eines solchen Verbotes wären unabsehbar, nicht blos für Polen und Juden, sondern auch für die Russen selbst. Infolge dieser Aufregung wurde das Blatt genöthigt, zu erklären, daß es nicht eine Absicht der Regierung, sondern nur eine Ansicht der Redaktion ausgesprochen habe. Man ist über diese Frechheit aufgebracht. Würde jenes Blatt liberale Allüren haben, so wäre es ihm schlimm ergangen. Rußland. Amerika. Petersburg, 10. März. Der „Voss. Ztg." schreibt Bonn, im März. (Privatmitth.) Wenn wir in Nr. man von hier: „Die Wiederaufnahme der durch den Grafen einen überaus günstigen Bericht über eine jüdisch-russische Jgnatiew gründlich verfahrenen Judenfrage machte hier an- Ackerbaucolonie miezutheilen hatten, so findet leider das fangs einen sehr günstigen Eindruck, den ruhigere Ueber- Gegenthcil aus einer anderen Colonie statt. Es ist dies die legung nach und nach stark abschwächte. Es fehlt dann auch Colonie Cotopaxi. Die zu St. Louis erscheinende „Jewish jegliche Gewähr dafür, daß es sich um die Schaffung zeit- Tribüne" vom 17. Februar veröffentlicht einen Bericht des gemäßer Gesetze für die Juden und nicht um abermalige Comitös von Denver (Colorado) über die Lage dieser Colonie. Experimente ohne Resultat handelt. Tie Commission besteht Sie war vom Hülfs-Comitv zu New-Iork aus durch einen