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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-03-20 · Heft 12 (20.3.1883) · p. Seite 188

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 12 (20.3.1883)
Date
1883-03-20
Page
Seite 188 (sequence 8)
Language
German
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188 Jahrhunderten bewohnen. bleibt er dadurch ein Fremdling, einer Einrichtung der jüdischen Religionsgesellschaft enthalten Denn wie er nur aus dem Hause tritt, so verläßt ihn sei. In Folge dessen erkannte er auf 14 Tage Gefängniß. sein mütterlicher Jargon; und so nimmt er inmitten einer (Gegen dieses geringe Strafmaß wird die Staatsanwaltschaft Arabisch redenden Bevölkerung eine unvortheilhafte Auswohl Berufung einlegen.) nahmestellunz ein. — Verschiedene Gründe bewogen den Vorstand, den Sitz des Vereinsvorstandes von Berlin nach Altona, im März. (Privatmitth.) Wieder einmal, wie schon so oft, verdankt die hiesige Gemeinde einem Gliede der Frankfurt a. M. zu verlegen, so daß derselbe unter dem hochangesehenen hiesigen Familie Marburgs eine großartige Borfitze des Rabb. vr. Horovitz jetzt meist aus Mitgliedern, > Stiftung: der S. S. Marburg-Stiftung find endlich mittels die in Frankfurt ansässig sind, besteht. Die finanzielle Lage! allerhöchsten Erlafies v. 1. v. Mts. die Rechte einer juristischen des Vereins hat sich sehr gebefiert. Außer dem Grundstück Person verliehen worden. Die Zinsen eines Capitols von in Jerusalem, das zu M. 35,387 in der Bilanz aufgeführt > mehr als einer halben Million Mark sollen danach in einer ist und einem Kassabestand von M. 2908, wird die Summe' gewisien Anzahl Raten von je 500—5000 Mark alljährlich der Effekten mit M. 57,300 verzeichnet. : resp alle 5 Jahre an selbständige Kaufleute und Gewerb — Im April dieses Jahres besteht die Baruch -Auertreibende vertheilt werden, und Rabbiner und Secretär der bach'sche Waisen-Erziehungs-Anstalt 50 Jahre. Der Tag der Gemeinde erhalten für die Mitverwaltung des Vermögens Gründung der Anstalt soll festlich begangen werden. Zur! ebenfalls alljährlich eine nicht unbedeutende Gratification. Bildung eines diesbezüglichen Comites und zur Berathung! Dabei soll den edlen Intentionen des verewigten Testators der einschlägigen Fragen findet am 17. d. M. im Sitzungs! entsprechend der Nnterstützungsbetrag durchaus nicht als ein saale der Anstalt eine Versammlung früherer Zöglinge der-! Almosen betrachtet werden, sondern nur als eine Beihülfe selben statt. — Die Alterversorgungsanstalt der jüdischen Gemeinde zur Erweiterung eines soliden Gewerbebetriebes, die Mitglieder der Commission, welchen die alljährliche Vertheilung versendet ihren 53. Jahresbericht. Nach demselben befanden obliegt, müffen sich daher eidlich verpflichten, den Namen der sich im Jahre 1882 durchschnittlich 87,67 Hospitanten in Berücksichtigten durchaus nicht zu nennen. — Berücksichtigt der Anstalt, deren Gesammterhaltung 55,546,9 Mk. kostete. > werden bei der Vertheilung aber nur solche Mitglieder, welche Durch Stiftungen und Legate hat sich das Capitalvermögen seit 5 Jahren keine Gemeindesteuer rückständig sind und sog. um 79,200 Mk. vermehrt. Zur Zeit befinden sich 95 Hospii Zuzügler sind ebenfalls ganz ausgeschloffen. Vorberechtigt taliten in der Anstalt und ist dieselbe bis auf den letzten i sind Verwandte des sel. Erblassers. Platz gefüllt, während zahlreiche Gesuche um Aufnahme vor-! Aus Hiuterpommern, 7. März. Der „N. Stett. Ztg." liegen. Tie auf der Schönhauser Allee errichtete Filiale wird schreibt man aus Stolp: „Die Frage, ob die Benennung im Herbst eröffnet werden. | „Antisemit" eine Beleidigung enthalte, hat hier vor Kurzem — Der verantwortliche Redakteur der „Neuen deutschen zwei Instanzen der Rechtsprechung beschäftigt. Der Kauf- Volkszeitung", Herr Max Liebermann von Sonnenberg, hatte mann Mendelssohn — Jude — von hier hatte in Bezug sich gestern vor der 4. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. auf den Buchhalter Kutzner — Christ — behauptet, derselbe gegen die Anklage auf Gotteslästerung und Beschimpfung der sei der größte Antisemit und bemüht, andere Leute zum Antijüdischen Religion zu verantworten. Jncriminirt sind die! semitismus zu bestimmen. Diese Behauptung hatte Mentheim Nr. 267 und 268 genannter Zeitung, in denen eine in! Mendelssohn dem Kaufmann Rosen gegenüber gemacht und Hamburg 1798 erschienene, das Judenthum angreifende! letzteren zu veranlassen gewußt, dem Chef des Buchhalters Broschüre abgedruckt ist. Der Angeklagte erklärte sich für von der angeblichen Parteistellung des letzteren Mittheilung nicht schuldig und beantragte, die Broschüre einer aus den Professoren Dubois-Reymond, I)r. Virchow u. A. zu bildenzu machen. Kutzner erhielt nun von seinem Chef die Aufforderung, sich von diesem Verdachte zu reinigen, andernfalls den Sachverständigen - Commission zur Prüfung des rein müsse er ihn entlassen. Die Folge war, daß Kutzner gegen wissenschaftlichen Charakters derselben zu übergeben. Der Mendelssohn wegen Beleidigung klagbar wurde. T as Gerichtshof lehnte diesen Antrag ab, worauf die Staats- Schöffengericht als erste Instanz (Vorsitzender: Herr Amtsanwaltschaft eine Strafe von 3 Monaten Gefängniß bean-: richter Jaene) verurtheilte den Beklagten zu einer Geldstrafe tragte, da die Schuld des Angeklagten zweifellos sei. Nachvon 50 Mark event. 10 Tage Gefängniß. In der Begründem dieser noch einmal in längerer Rede darzuthun versucht! düng des Urtheils wurde ausgesührt, daß, wenn Kutzner, hatte, daß die incriminirte Schrift rein wissenschaftlicher! wie nachgewiesen, Aeußerungen über den Talmud gethan, Natur sei, zog sich der Gerichtshof zurück und erkannte nach dies noch kein Beweis dafür sei, daß der Kläger ein Antisemit einstündiger B-r-thuug aus Schuldig, da iu der sragliche»! „ r-„dt-gdaig-°rda-,°r und Justizralh W. gehören d-rs-,den Schrift sowohl eine Lästerung Gottes als die Verhöhnung! Familie an.

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