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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-03-13 · Heft 11 (13.3.1883) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 11 (13.3.1883)
Date
1883-03-13
Page
Seite 177 (sequence 13)
Language
German
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_177 des Jahres nach dem Tode. Im Uebrigen finden die Weiber sprechen; sie können für die Berurtheilten bitten, daß ihnen an ihren Klagen besonder« Gefallen: einst hörte der Verfasser die Strafen erleichtert werden. Hier erhält der gute Mensch für bei Ankunft im Dorfe Jangi-Kent nahe bei Madshalis wcibseine guten Thaten eine Belohnung, d. h. nachdem die Seele lichen Gesang, als er näher herzukam, so erfuhr er, daß es von den Sünden befreit ist, wird sie in das Paradies geschickt, sich um eine Todtenklage handle; doch wie erstaunte er, als Das Paradies ist im höchsten Himmel, wo der Thron man ihm mittheilte, es betreffe die Klage einen, der vor 2ö des Wellenschöpfers steht; vor ihm lobt die ungezählte Menge Jahren bereits verstorben! der Engel und Cherubim andachtsvoll den Namen Jehovah's Glauben an die Unsterblichkeit der Seele und an Zebaoth — stets bereit seinen Willen zu erfüllen. Alte fromme die Seelenwanderung. Vorstellung überdieHö lle und Leute, welche sich durch ihre guten Werke auf der Erde ausdas Paradies. Die an die Unsterblichkeit der Seele anknüpfen' zeichneten, sitzen da und erfreuen sich des ewigen unaussprechden Vorstellungen sind sehr verschieden. Die einen glauben, daß lichen Anblicks der Größe Gottes. Jede männliche oder die Seele, nachdem sie den Körper verlassen, ein ganzes Jahr weibliche Seele hat ihren besondern Platz. Die guten Leute lang im Grabe bleibt und dann erst in den Himmel zurücksitzen in goldenen und brillantenen Seffeln nahe bei Gott kehrt, von wo sie gekommen. Andere glauben, daß die Seele dem Herrn; die anderen in weiterer Ferne, sofort nachdem sie aus dem Körper entwichen in den Himmel Kultus. Die Gebete sind bei den kaukasischen Juden hinauffliege; und wieder andere meinen, daß die Seele ein dieselben, wie bei den europäischen, meist nach dem Ritus des Jahr lang dort an dem Ort verweile, wo sie den Körper berühmten Rabbiners Asuloi. Sie verrichten ein Morgenverlaffen, deshalb brennt an dieser Stelle einfach eine Lampe, gebet beim Aufgang der Sonne, ein Abendgebet beim Unter- Einige behaupten, daß die Seele alltäglich das Grab auf dem gang der Sonne, sobald die Sterne sich am Himmel zeigen. Begräbniß besuche; deshalb ist es an einigen Orten Brauch, Die Synagogen sind bei den kaukasischen Juden durchweg Wasser auf den Begräbnißplatz zu stellen, damit die menichnach demselben Plan in tatarischem Stil gebaut; sie sehen liche Seele darin sich baden und von ihrer sterblichen Beden Moscheen der Mohammedaner ähnlich. Die Frauen behausung reinigen könne, bevor sie sich in die Himmel erhebe, suchen die Synagoge nie, doch kommen einzelne herzu, und Sie glauben auch an die Wanderung der menschlichen Seele stellen sich unter die Fenster der Synagoge, bis der Gottesdurch verschiedene reine und unreine Thiere. Die Seele dienst beendigt ist. Gewöhnlich verliest nur der Rabbiner die wechselt häufig ihren Sitz, und bleibt in den Thieren bald Gebete; die übrigen Anwesenden stehen und sitzen schweigend längere, bald kürzere Zeit — dabei leidet sie. Tann nach da und hören zu; der Rabbiner sieht zur Zeit des Gebetes, Ablauf einer Frist gelangt die Seele in die Hölle, wird dort mit dem Gesicht nach Westen gekehrt, zum Tempel Salomonis durch Feuer von ihren Unreinlichkeiten befreit und kommt in Jerusalem. schließlich an den ihr bestimmten Ort zur Ruhe. Tie Hölle Die Kinder erhalten so alte hebräische Namen, wie diestellen sich die kaukasischen Juden als eine endlose, große Halle selben unter den europäischen Juden gar nicht in Gebrauch mit vielen Abtheilungen vor. In jeder Abtheilung sind Engel sind. Es sind solche männliche wie weibliche Eigennamen, des Verderbens und Teufel, welche die Sünder quälen, sie welche zur Zeit der Wanderung durch die arabische Wüste, werfen sie in Kessel mit siedendem Wasser, setzen sie auf zur Zeit der Richter und zur Zeit der Könige in Israel geglühende Roste, beschmieren sie mit Naphtha und zünden sie braucht worden sind. Die kaukasischen Juden müssen hieran, schlagen sie mit glühenden eisernen Ruthen, schleudern sie nach die Nachkommen jener Juden sein, welche zur Zeit der in Abgründe, werfen sie durch die Luft von einem Ende der ersten Existenz des Tempels von Jerusalem durch Salma- Welt zum andern. Am Sabbath findet keine Strafvollziehung nassar von Assyrien in die Gefangenschaft geschleppt worden statt, die Teufel und die Sünder ruhen und erholen sich. sind. (?) Am Sabbath-Abend aber erhebt sich wieder Wehgeschrei und Sprache, Schrift und Schulwesen. Die kaukasischen Klagen. Juden haben offenbar nur iu der ersten Zeit nach ihrer Ueber- Das oberste Himmelsgcricht wird als eine große Halle siedelung ihre nationalen Eigenthümlichkeiten und ihre Sprache vorgestellt, in welcher eine unzählbare Menge von Lichtern sich bewahrt. Später, zur Zeit der persischen Herrschaft in brennt: die Rabbiner und die großen Leute der alten Welt, Transkaukasien, haben sie sich den altpersischen Dialekt so grauhaarige Greise, sitzen in weißen langen Gewändern an angeeignet, daß aus der Vermischung des Altpersischen mit langen Tischen. Hier befindet sich auch eine große Wage, dem Althebräischen und mit den zahlreichen Dialekten der sic auf welcher die guten und bösen Thaten der Menschen geumgebenden Bolksstämme der jetzt bei den Juden im Gebrauch wogen werden. Die Halle ist stets mit allerlei Todten gefüllt, befindliche Jargon entstanden ist. Als Schriftzeichen dienen welche von allen Seiten der Welt Zusammenkommen; die bei diesem Jargon die sogenannten affyrischen, d. h. die Neuangekommenen können ihre Verwandten und Vorfahren hebräisch quadratischen.

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