Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1883)
- Date
- 1883-03-06
- Page
- Seite 160 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Festtage festzustellen. Der Prinz - Obercommandant der Armee hat einen Tagesbefehl erlassen, der jedem Soldaten israelitischer Religion einen Urlaub von acht vollen Tagen für das bevorstehende Peßach vom Abend des 21. April bis zum 29. April gewährt. — Ein Mitglied der Anglo-Jewish Association, Herr David F. Schloss, der jetzt in Indien reist, hat versucht, zwischen der israelitischen Gemeinde zu Bombay und den Gliedern der jüdischen Gesellschaft der Beni Israel, deren Zahl in dieser Stadt 3000 übersteigt, eine Annäherung zu Stande zu bringen. Wir haben früher in diesem Blatte über diese beiden orientalischen Zweige unserer Religionsgenossenschaft berichtet. Der Versuch scheint gelungen zu sein, obschon die Verschiedenheit beider in der Sprache, die Einen sprechen arabisch, die Anderen das marathische Idiom, die Spaltung verstärkt. Unter dem Einfluß der Familie Sassoon fand die Bercinignttg am 24. December statt. Nußland. veröffentlicht einen allerhöchsten Befehl, daß eine besondere höhere Commission aus Beamten verschiedener Refforts unter Borfitz des früheren Ministers des Innern, jetzigen Staatssekretärs Wakow eingesetzt werden soll, welche sämmtliche auf Juden bezügliche Reichsgesetze durchzusehen und Entwürfe über nothwendige Veränderungen derselben anzustellen hat. Der Vorsitzende der Commission soll das Recht haben, zur Berathung über besondere Fragen Sachverständige herbeizuziehen. Die Entwürfe der Commission, sowie die dazu gehörigen Gutachten sollen durch den Minister des Innern der zuständigen gesetzgebenden Instanz unterbreitet werden. Türkei. Der „Magid" berichtet, das Verbot des Äaimakan von Chaifa ist von Damaskus aus annullirt worden, es besieht! also kein Hinderniß mehr für Juden, in irgend einem Hafen! Syriens zu landen. Petersburg, 20. Februar. Der „Swet" berichtet, daß, Bonn, 25. Februar. (Notizen.) Man schreibt aus nachdem die bisherige Agitation gegen die Juden ein Ende Berlin: Am Sonntag, den 18. d. M., feierte der Commer' genommen, eine Agitation unter den Juden zu Tage getreten, zienrath Wilhelm Friedeberg sein 25jähr. Jubiläum als welche bezwecke, ihre Glaubensgenoffen zur Auswanderung! Vorsteher der Baruch Auerbach'schen Waisen-Erziehungs-Anzu bewegen. Das Blatt schreibt: „Unter den russischen Juden > stalten. Der Vorstand überreichte dem Jubilar eine künstbestndet sich eine große Partei, die einen friedlichen Ber, lerisch ausgestattete Adresse, die Zöglinge hielten Ansprachen, gleich nicht wünscht. Diese Partei stachelt die Juden auf. begleitet von Blumenspenden und einer Handarbeit. — In und verlockt sie zur Auswanderung. Den letzten Nachrichten! Haag ist Herr Joseph Justin Belinfante im Alter von zufolge nimmt die Zahl der aus Polen und den nordwest-! 70 Jahren verstorben. Aus einer wohlbekannten spanischlichen Gouvernements ins Ausland emigrirenden Juden leider! portugiesischen Familie entsproffen, widmete er sich frühzeitig erheblich zu. Sie alle nehmen ihren Weg über Bromberg,! der Journalistik und Literatur. Eine längere Zeit rcdigirte tvo zu ihrer Weiterbeförderung ein besonderes Comits besieht.' er das officielle Blatt „Staats-Courant" und vertraute man Dieses Co mite dirigirt jetzt alle emigrirenden Juden nach j ihm sogar den Rechenschaftsbericht über die Arbeiten der Syrien. Im Januar sind in zwei Partien etwa 300 Juden! Kammer an. Auch an der Revue des Deox Mondes arbeitete von Bromberg nach Syrien expedirt worden. Die erste! er mit. Bon ihm ging die erste in holländischer Sprache Partie bildeten etwa 00 Mann, hauptsächlich aus dem nord-! geschriebene israelitische Sammlung „Jahrbuch für die Jsraewestlichen Gebiet, zur zweiten gehörten über 200 Juden aus liten der Niederlande" aus. Er hinterläßt eine bedeutende dem Zarthum Polen. Schließlich spricht der „Swet" sein Bibliothek. — Am 27. November v. I. verstarb zu Bene- Bedauern aus, daß Rußland durch diese Agitation eine nützdig, seiner Geburtsstadt, ein arbeitsamer und bescheidener liche Arbeitskraft verliert. (Dies letztere glauben wir dem! italienischer Gelehrter HerrMoise So ave. Lange Zeit als russischen Blatte, aber nicht die von ihm angeführten That-^ Lehrer beschäftigt, hat er auch eine Reihe archäologischer fachen, von denen wir in Deutschland nichts wissen. Redakt.) j Arbeiten und historischer Monographien, z. B. über Sara Petersburg, 25. Februar. Der Regierungs-Anzeiger | Coppia Sullam veröffentlicht. — Keuitleton. Einige Reiseuotizen ans dem heiligen Lande von Ferdinand Gregorovius. Im ersten Heft laufenden Jahres der Zeitschrift „Unsere Zeit", heransgegeben von R. v. Gottschall, theilt der verdienstvolle Schriftsteller Ferdinand Gregorovius Reiseerinnerungen aus seinem Tagebuche „Bon Kairo nachJerusalem" mit. Es werden uns hier weder wissenschaftliche Forschungen, noch Schilderungen bedeutenden Inhalts geboten. Aber Gregorovius ist ein scharfer Beobachter mit weitem historischen Blick und gemüthvollcr Auffassung. Als Forscher in der Geschichte des Mittelalters und der Zeit der Renaiffance hat