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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-03-06 · Heft 10 (6.3.1883) · p. Seite 157

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 10 (6.3.1883)
Date
1883-03-06
Page
Seite 157 (sequence 9)
Language
German
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157 kontrolliren. Aber daraus ein Argument für die Verwinde-! zu machen habe, um alle Uebelstände zu beseitigen. Wir rmrg der Postthätigkeit am Sonntage zu machen, ist gewiß glauben übrigens, daß es kaum eine Stadt giebt außer kurios. Neuerdings hat er die Rede des Rektors der Berliner! Berlin, wo ein Stöcker so lange eine solche Rolle spielen Universität, Prof. Du Bois-Reymond vor der Akademie der könnte. Die Bevölkerung Berlins ist eben zu ihrem größten Wissenschaften am Geburtstage Friedrichs des Großen zum; Theil erst in den letzten Jahrzehnten aus den verschiedensten Gegenstände seiner Polemik gemacht. Das Beste hierbei ist, Elementen anderer Orte zusammengewürfelt, und da giebt daß er, wie es sich zeigte, diese Rede weder gehört noch gees denn für jede Thorheit, selbst der seichtesten Art ein lesen hatte, obgleich sie schon zweimal gedruckt ist. Der be-! Stückchen Publikum, und wer ein solches erst hat, vermag rühmte Gelehrte hatte in seiner Rede über „Friedrich der! mit einiger Gewandtheit sich immer wieder in die Oeffent- Große in England" gehandelt, dann die Nekrologie des veri lichkeit zu drängen. stoffenen Jahres pflichtgemäß und selbstverständlich in ge-! Was Herrn Hapke betrifft, so lesen wir in der „Boss, drängter Ueberficht gegeben, in welcher natürlich Darwin! Zeitung": Herr Pfarrer Hapke expektorirt sich etwas spät, nicht fehlen konnte. Hierbei hat er dessen Verdienste ge-! dafür aber um so länger im „Deutschen Tageblatt" über seine würdigt und als seine subjektive Ansicht den Hauptgrund.! Eidesverweigerung in dem Termin am 8. Januar. Das satzen der Darwinschen Lehre zugestimmt. Stöcker that nun, j „Dtsch. Tgbl." bringt die Auslastung des Herrn Pfarrers oder meinte, daß die ganze Rede nur von Darwin gehandelt > Hapke „In eigener Sache" vorsichtig unter der Rubrik „Mithabe und ließ sich darüber in einer Versammlung seiner ge-1 theilungen aus dem Publikum". „Der Eid vor Gericht, sagt treuen „Christlich-Socialen" in einer Weise aus, welche Prof.! Herr Hapke, ist eine religiöse Handlung besonders feierlicher Hänel am besten im Abgeordnetenhause also charakterisirte: j Art, in welcher sich das Gottesbewußtfein jedes Menschen „Wollte ich Herrn Stöcker nach den Zeitungsberichten über nach seiner Religion öffentlich kundgiebt. Für Christen ist seine Reden gegen Du Bois-Reymond beurtheilen, so müßte daher mit dem Eide das feierliche Bekenntniß zu dem dreiich ihm nicht nur Skurrilität, sondern die Rohheit eines einigen Gott verbunden." Diese Ausführung — ob und Clowns vorwerfen." Denn Stöcker unterließ es nicht, die inwieweit man mit ihr einverstanden ist, ist gleichgiltig — Sache auch im Abgeordnetenhause bei Gelegenheit des Kultusgenügt allein schon, um Herrn Hapke aus seinen eigenen etats vorzubringen und von dem Kultusminister zu verlangen, gegen Du Bois-Reymond vorzugehen. Hierbei erlitt er allerdings eine glänzende Niederlage, was ihn jedoch wenig genirt, da er seinen eigentlichen Zweck erreicht hat, von sich reden zu machen, und sich seiner Partei als tüchtiger Sturmbock zu beweisen. Aber auch in jene Rede innerhalb seiner Worten die Verkehrtheit seines Gebahrens zu Gemüthe zu führen. In dem Eid, sagt Herr Hapke selbst, soll sich das Gottesbewußtsein jedes Menschen nach seiner Religion „öffentlich" kundgeben. Das ist's: Oeffentlich; also vor aller Welt, sei es vor Heiden, Juden oder Christen. Nicht mehr und nicht weniger wurde von Herrn Hapke verlangt, und weil getreuen Schildknappen brachte er die Juden hinein. Er er dem nicht gehorsamte, so verfiel er dem Gesetze. Herr sagte: „Wer find seine Brüder? Sind es die Rectoren der Universitäten? Unter ihnen sind so viele christliche Männer, daß man ihn nicht an ihre Spitze stellen kann. Nun hat ja die Universität Greifswald unbegreiflicher Weise sich das Glück verschafft, sich einen jüdischen Rector zu wählen. (Pfui!) Rufen sie nicht pfui! Ich glaube, es war nur eine Unbesonnenheit und wird nicht wieder Vorkommen! (Bravo!- Andernfalls müßte man Gesetze schaffen, um solche Ungereimtheiten zu verhindern! Aber ein von Christen gewählter Hapke will es aber anders. Er wendet sich mit einem Nothschrei an die Oeffentlichkeit und fordert dazu auf. Petitionen an den Reichstag, an den Landtag, den evangelischen Oberkirchenrath zu richten, damit seiner eingebildeten Gewissens noch Abhilfe geschaffen, damit seine eigene Logik und die Definition des Eides, die er selbst gegeben, auf den Kopf gestellt werde. Im Uebrigen verwahrt sich Herr Hapke dagegen, daß er erklärt habe, er würde vorkommenden Falles auch vor einem jüdischen Richter schwören. „Nie habe ich eine jüdischer Rector, der sich still verhält und seines Amtes solche Aussage gethan. Unberufenen, dreisten oder perfiden waltet — wie viel höher muß er stehen gegenüber einem Fragern verweigere ich selbstverständlich jede Auskunft darüber, Rector, der gelaust ist, also Christ sein soll und so Etwas was ich nach vier Monaten zu thun gedenke. Auch glaube öffentlich ausspricht. (Stürm. Beifall.) Seine Brüder sind ich, die Thalsache, daß ich den christlichen Eid vor einem also die Thiere: Regenwürmer und Maikäfer, Schlangen, jüdischen Richter nicht leistete, genügt." Und weiter sagt er: Katzen und Hunde, welch' letztere ja von Professoren, die „Ich bin mir der großen Bedeutung des Gehorsams gegen Bivisection treiben, besonders hoch gehalten werden, das sind die Obrigkeit wohl bewußt, und ich weiß, wie nöthig die Affen, Gorillas, Orang-Utangs. (Große Heiterkeit.)" Hatte Pflege deffelben gerade in unserer Zeit mit ihren gährenden also Prof. Hänel nicht recht? Das Lächerlichste ist, daß Revolutionsgedanken ist — aber ich weiß auch, daß dieser Stöcker vor seinen Leuten so thut, als ob er nur „Gesetze" Gehorsam allein in dem christlichen, durch das Wort Gottes 10

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