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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-02-27 · Heft 9 (27.2.1883) · p. Seite 135

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 9 (27.2.1883)
Date
1883-02-27
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
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1 135 Bürgerschaft der Residenzstadt und deren Vertretung jedes Humanitären Zweckes gewidmet. Wohl erfahren auf hat einen schweren Verlust zu beklagen. In der Frühe des allen Gebieten des industriellen und gewerblichen Lebens, trat heutigen Tages ist der Geheime Kommerzienrath und Stadter früh in die hiesige Stadtverordneten - Versammlung, um rath Meyer Magnus im achtundsiebenzigsten Lebensjahre verbald darauf als unbesoldeter Stadtrath in den Magistrat storben. Der Heimgegangene gehörte zu denjenigen Bürgern gewählt zu werden, dem er ununterbrochen bis an sein Ende Berlins, die seit dem Eintritt in das Mannesalter ihre beste angehört hat. Er bekleidete als solcher die Aemter des Vor- Kraft in selbstloser Hingebung und mit niemals erlahmendem sitzenden der Deputation für das städtische Erlenchtungswesen, Eifer dem Gemeinwohl und der werkthätigen Förderung huder städtischen Feuersocietät und der städtischen Sparkasse, manitärer Zwecke zugewendet haben. Als Socius der großen Bekannt ist der auch nicht durch die herbste Täuschung zu Seidenwaaren-Fabrik Jacob Abraham Meyer hatte Meyer trüben gewesene Wohlthätigkeitssinn des Verstorbenen, der Magnus reiche Gelegenheit, einen Schatz von Kenntnissen, sich mit wenig Ausnahmen an allen Unternehmungen betheiauf allen Gebieten des industriellen und gewerblichen Lebens i ligte. die zur Linderung irgend welcher Noth in Berlin ins zu sammeln, die er in der Behandlung finanzieller Fragen > Leben traten. Wohlverdiente Anerkennung ist ihm denn auch später so wirksam verwerthen sollte. Früh trat er in die für das, was er Berlin gewesen, weit über den Kreis seiner Stadtverordneten-Bersammlung ein, um demnächst als unbesoldeter Stadtrath in den Magistrat gewählt zu werden; eine Wahl, die durch das Vertrauen der Bürgerschaft bei jedem Ablauf der Wahlzeit immer von Neuem bestätigt wurde. Dem Magistrat war die Erfahrung des unermüdunmittelbaren Lebensbeziehungen hinaus geworden." Wertheimstein und Meyer Magnus haben sich aber noch besondere Verdienste um die jüdischen Gemeinden ihres Wohnorte« erworben. Der erftere war Dezennien lang, Magnus bis zu seinem Tode Vorsitzender des Borstandes lichen, thätigen Mannes, namentlich in allen Aufgaben der gewesen, und beide bekleideten das Amt zu einer Zeit, wo Finanzverwaltung von größtem Werthe und wiederholentlich; es galt, an die Stelle veralteter Organisation neue lebenshat der unbesoldete Stadtrath den Kämmerer der Stadt ver-; kräftige Institutionen zu schaffen, und den rapiden ungeheuren treten. Neben vielen anderen Funktionen in der städtischen i Wachsthum der jüdischen Ortsbevölkerung in dem gegebenen Verwaltung bekleidete Stadtrath Magnus die des Vorsitzen-! Rahmen unterzubringen. Welch ein Glück für diese Gemeinden der Deputation für das städtische Erleuchtungswesen, der den, zu einer solchen Zeit solche Männer an ihrer Spitze zu städtischen Feuersocietät und der städtischen Sparkaffe. Seinen j haben, die mit treuer Anhänglichkeit an dem überlieferten Wohlthätigkeitssinn bethätigte der Verewigte wie eine selbst-! Glauben ein richtiges Berständniß für die Bedürfniffe der verständliche Lebensgewohnheit und wenig Unternehmungen Zeit besaßen. zur Linderung der Noth werden in unserer Stadt ins Leben! Ueber das Leichenbegängniß wird berichtet: Die Leichengerufen worden sein, bei denen Meyer Magnus nicht an der feiet für den Geheimen Kommerzienrath Stadtrath Meyer Spitze oder in der vordersten Reihe stand. Die Anerkennung, Magnus fand den 15. d. Bormittags 10l/2 Uhr in der die er fand, ging weit über den Kreis seiner unmittelbaren Reuen Synagoge in der Oranienburger Straße statt. Ter Lebensbeziehungen hinaus und es war sein höchster Stolz! Jnnenraum der Synagoge hatte einen Trauerschmuck ange- und seine höchste Befriedigung, daß er, der Vorsteher der j legt, wie er nur bei ganz außergewöhnlichen Fällen entfaltet Jüdischen Gemeinde, in einer Zeit künstlich geschürter koni wird. Der Altarraum und das Allerheiligste erstrahlten im fessioneller Gegensätze, sich auch an solcher Stelle ehrenden! Glanz von Hunderten von Kerzen; die hohen Kandelaber Zutrauens erfreuen durfte, wohin man, freilich ohne Erfolg,! waren mit dichtem Flor umhüllt und mit Lvrbeerkränzen die Schatten jener Bewegung zu werfen trachtete. Schon I geschmückt. Rings um dieselben zogen sich grüne Laubgewinde seit längerer Zeit kränkelnd, war er doch nicht zu bewegen^ und hohe exotische Gewächse verwandelten den ganzen Raum von der Deputation fern zu bleiben, die als Abgeordnete der! in einen grünen Hain. Inmitten desselben war auf hohem Städte dem kronprinzlichen Paare das Silberhochzeitsgeschenk! Katafalk der einfache schwarze Sarg aufgebahrt, von dem zu überreichen hatten. Es war seine letzte Bethätigung an! nichts zu sehen war, da Blumen und Kränze ihn vollständig denjenigen Interessen, die sein ganzes Leben erfüllt hatten.! bedeckten. Am Fußende des Sarges, wo die Orden des Ver- Die Bürgerschaft Berlins wird das Andenken des wackern! storbenen auf Sawmetkissen lagen, begann die Fülle der Mannes in Ehren halten." > Blumenspenden sich aufzuthürmen; da lagen rechts und links Die »Boss. Zeitung": „Durch den von uns bereis mitzwei Riesen-Lorbeerkränze mit Atlasschleife und goldgestickter getheilten Tod des Stadtrathes Magnus hat die Stadt Berlin , Widmung, der eine vom Magistrat, der andere von der und deren Vertretung einen schweren Verlust erlitten. Mit Stadtverordneten-Bersammlung. Da hatten ferner das Aelunermüdlichem Eifer, in selbstloser Hingabe hat der Berstortesten-Kollegium der Berliner Kaufmannschaft. der Vorstand bene sich alle Zeit der Förderung des Gemeinwohles und der jüdischen Gemeinde, der Synagogenvorstand, der deuffch-

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