Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1883)
- Date
- 1883-02-27
- Page
- Seite 134 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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134 §. 9. Die Verwaltung der Kolonie leiten der Präsident und Vicepräsident; sie schließen alle nöthigen Kontrakte der Kolonie, erledigen ihre äußern Angelegenheiten und wählen einen Verwalter der häuslichen Wirthschaft und einen Agronomen. Der Präsident und Vicepräsident sind für die Kasse - ist, geht nach Ablauf der gesetzlichen fünf Jahre in das Eigen- und alle Utensilien der Kolonie verantwortlich.! thum der Gemeinde über. §. 18. Die Kolonie hat ihren Generalagenten in Rußland, welcher dort, laut Ordre des Direktoriums, die Angelegenheiten 8. 16. Zur Annahme eines neuen Gesetzes ist eine gewöhnliche Mehrzahl der Stimmen genügend. §. 17. Alles Land, welches jetzt als ,Homestead“ ausgenommen 8- 10. Der Präsident und Vicepräsident geben jedes Jahr Abrechnung der Generalversammlung. der Kolonie vertritt. Bei allen Beschlüssen der Kolonie hat der Präsident das Recht „veto" einzulegen. 8. 12. 8- 19. Beim Aufnehmen neuer Mitglieder haben die Anverwandten der Gründungsmitglieder das Vorrecht und sind auch diejenigen Emigranten hauptsächlich zu berücksichtigen. Alle Mißverständnisse und Streitigkeiten schlichtet der j die vom Generalagenten in Rußland empfohlen werden. Gemeinderichter.! §. 20. §. 13. ■ Die weiblichen Mitglieder sind in allen Rechten den Kein Gründungsmitglied kann ohne Einwilligung von' männlichen gleichgestellt, zwei Drittel Mitglieder und den Präsidenten der Kolonie §. 21. ausgeschlossen werden. 8- H. Das Direktorium besitzt das Recht den ncuaufgenom- Alle hier Unterschriebenen sind Gründungsmitglieder. Bethlehem-Juda, Dakota T., den 1. Januar 1863. Zum Präsidenten der Kolonie ist einstimmig gewählt menen Mitgliedern, für eine bestimmte Zeit, das Stimmrecht Saul Sokolowsky. Zum Bicepräsieden der Kolonie ist einabzusprechen. 8- 15. Zur Aufhebung eines bestehenden Gesetzes sind Drittel Stimmen unbedingt nöthig. zwei stimmig erwählt Isidor Hesselberg. Zum Gemeinderichter ist erwählt Solomon Pronuslawsky. Das Direktorium der Kolonie ist auf fünf Jahre, d. h. vom 1. Januar 1883 bis zum 1. Januar 1888 gewählt. Deutschland. Berlin, 16. Februar. (Privatmitth.) In kurzer Zeit sind hintereinander drei Männer aus dem Leben geschieden,! durch deren Tod das Judenthum einen empfindlichen Verlust { erlitten hat, auf deren Leben, Charakter und Wirksamkeit es! jedoch mit hoher Befriedigung blicken kann. Wien hat seinen Leopold von Wertheimstein, Brüssel seinen Bischoffsheim und Berlin seinen Meyer Magnus verloren. Allen drei Männern hatte die Vorsehung ein langes Leben beschieden, denn der erstere zählte 82, der zweite 75, der letz-! tere 78 Jahre; sie alle aber haben ein Leben ununterbro-! cüener und unermüdlicher Thätigkeit geführt und zwar nicht' bloß innerhalb ihres finanziellen und industriellen Berufes^ sondern, und fast noch mehr für allgemeine, gemeinnützige, Zwecke und in der Ausübung der edelsten Wohlthätigkeit.! Von tadellosem Charakter, überall das uneigennützigste Strej ben bethätigend, haben jene Männer sich des größten An-1 sehens bei ihren Mitbürgern erfreut und eine hohe soziale Stellung erlangt. Wie Bischoffsheim von dem Augenblick seiner Naturalisation im Senat von Belgien und in dem Munizipalrath von Brüssel saß, und bei jeder Neuwahl wiedergewählt wurde, so Meyer Magnus als unbesoldeter Stadtrath von Berlin. Wie der Erstere bei dem König Leopold, so war Meyer Magnus bei unsrem Kaiser und Kronprinzen eine sehr beliebte Persönlichkeit. Gegen ihn sprach der Kronprinz jene Berurtheilung des Antisemitismus aus, die einen so weiten Nachhall fand. Schon sehr unwohl, ließ es sich der Greis doch nicht nehmen, an der Deputation des Berliner Stadtraths theilzunehmen, welche dem kronprinzlichen Paare die Glückwünsche der Stadt zu dessen silberner Hochzeit überbrachte. Der Kronprinz bemerkte, wie leidend Magnus aussah, und forderte ihn in leutseligster Weise auf, sich nach Hause zu begeben. Die Blätter aller Parteien haben denn auch dem Verewigten die anerkennendsten Nachrufe gewidmet. So sagt die „National - Zeitung": „Die