Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1883)
- Date
- 1883-02-20
- Page
- Seite 114 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3227447-3227456--40588-3308989- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
114 es unter den modernen europäischen Staaten viele, welche! Die Familien, welche die Reformation im sechszehnten Jahrsehr verschiedene Völkerstämme innerhalb ihrer Grenzen verhundert annahmen, nahmen sie an, nicht weil sie von der einigen, und das einzige Palladium des Staates vor dieser oder jener Race, sondern weil sie in dem Seelenzustande Verschiedenheit, und dieser verschiedenen Völkerschaften vor waren, welche die Reformation verlangte. Die ethnograstaatlicher Willkür ist — die Gleichberechtigung Aller vor phische Frage kommt bei solcher Gelegenheit gar nicht in dem Gesetze. Gegen dieses Prinzip handeln also die Anti- Betracht. Diese Frage aber stellt sich in Bezug ans das semiten, wenn sic gegen die Juden als besondere Race Aus- Judenthum viel verwickelter. Das Judenthum war bei scischließungen und Beschränkungen seitens des Staates und der nein Ursprung eine nationale Religion; es ist in unsren Gesellschaft fordern und beantragen. Sie beurkunden sich Tagen eine geschlossene Religion (?) geworden: aber in dem hiermit ebenso sehr als Feinde des civilisirtcn Staates, als! Zwischenraum, während langer Jahrhunderte, war das Judenwenn sie den Glaubenshaß zu ihrem Motive machten, was sie thum osien, große Massen nichtisraelitischer Völkerschaften freilich innerlich auch thun. 'haben das Judenthum angenommen, so daß die Bedeutung Gegen dieses Dogma vom Racenthum der Juden wandte ( dieses Wortes in ethnographischer Beziehung sehr zweifelhaft sich Ernst Renan in einer öffentlichen Vorlesung — in geworden ist. — Diese Ansicht will nun Renan durch eine Frankreich nennt man eine solche Conference — die er jüngst! lange Reihe von geschichtlichen Thatsachen erhärten. Er beim Cercle Historique de la rue Saint Simon gehalten' zeichnet das Judenthum in seinem Ursprünge als die beson- und welche den lebhaftesten Beifall der zahlreichen Zuhörer dere Religion einer wichtigen semitischen Familie, als die der gesunden hat. Diese Vorlesung ward soeben in der Uevue Bene-Israel. Sie war von nationalem Charakter und erhielt politique et littevaire veröffentlicht, und werden wir die erst durch die Propheten im achten Jahrhundert vor der hauptsächlichsten Stellen derselben mitthcilen und mit eini-: christlichen Zeitrechnung eine universelle Tendenz. Daß das gen Bemerkungen begleiten. Um sofort den Hauptgedanken ältere Judenthum eine starke nationale Färbung gehabt, ist Renan's wicderzugeben, so besteht dieser darin, daß der richtig; nur hätte Renan hervorheben müssen, daß diese Rejüdische Stamm im Verlaufe seiner langen Geschichte so viele ligion der Bene-Israel doch den Monotheismus zum Inhalte fremde Bolkselemente in sich ausgenommen habe, daß er hatte, die Lehre vom einzigen Gotte und der Einheit des durchaus für keinen ursprünglichen, in seiner eigenthümlichen Menschengeschlechts, die als solche mit dem Heidenthumc der Natur verbliebenen Stamm gelten könne, und ihm deshalb umwohnenden Völker um so mehr zu kämpfen hatte, als dieses eingeborene besondere Raceueigenthümlichkeiten nicht zuzu-, von Zeit zu Zeit in die Masse des israelitischen Volkes cinschreibcn seien, welche ihn in der Mitte der europäischen zudringen vermochte. Die Stellung als eroberndes, die an- Völker als eine durch seine Naturanlagen ausgeschlossene deren Lölkerstämme verdrängendes Volk in dem beständigen Völkerschaft zu bezeichnen vermöchten. Hören wir ihn nun Klampfe um seine Existenz gegen alle Nachbarn und mit seiin seiner Beweisführung. ncr den übrigen Kulten entgegensteheuden Religion mußte „Daß das Judenthum eine Religion und eine große eine Vermischung mit den benachbarten Völkern sehr er- Religion ist, das ist klar wie der Tag. Aber man geht schweren, und Renan übergeht daher diese ganze Zeit, als gewöhnlich weiter. Mau betrachtet das Judenthum als eine ob sic ihm für seinen Zweck keine Daten lieferte. Doch war Racensache, man sagt: die jüdische Race; man setzt, mit selbst David der Sproß aus einer gemischten Ehe mit einer einem Worte, voraus, daß das kleine jüdische Volk, das ur- Moabitcrin; doch gaben Solomon und die nachfolgenden sprünglich diese Religion geschaffen hat, sie stets für sich, Könige das Beispiel gemischter Ehen, das auf das Volk nicht allein bewahrt hat. Man sieht wohl, daß das Christenthum1 ohne Wirkung bleiben konnte. Ferner verbot das Gesetz niesich zu einer gewissen Zeit aus ihm gelöst, aber man giebt mals, Fremdlinge (~:) in die religiöse Gemeinschaft aufzusich gern dem Glauben hin, daß dieses kleine schöpferische nehmen und selbst Ausländer (^ic) im Lande zu dulden. Volk sich immer identisch geblieben sei, so sehr, daß ein Jude; So zählte man unter der Regierung Salomons die Fremdder Religion nach immer ein Jude dem Blute nach sei. Bis t linge bereits nach Hunderttausenden. Das Gesetz machte zu welchem Punkte ist dies wahr? In welchem Maße ist esj zwischen ihnen und den Einheimischen (~-\x) keinen Rechtsnothwendig, eine solche Auffaffung zu modisiziren?" ^unterschied. Daß dieses Berhältniß zum Aufgehen fremder Um seinen Gedanken klar darzulegcn, stellt R. das Bei-; Elemente in das israelische Volk führte, ist selbstverständlich, spiel der parsischen Religion zu Bombay und des Protestan-; ohne daß jedoch diese Vermischung von wesentlichem Einflüsse tismus in Frankreich auf. Ein Parse ist nothwendigerweise sein konnte. Renan fährt fort: „Wer hat es bewirkt, vvn parsischer Race; in diesem Falle sind Race und Religion daß sie wahrhaft die Religion der civilisirtcn Welt zwei untrennbare Begriffe. Was den Protestantismus begeworden? Es sind die Propheten gegen das S. Jahrhundert trifft, so ist er im Gegentheil nur eine historische Thatsache. vor Christus. In ihnen besteht der wahre Ruhm Israels.