Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1883)
- Date
- 1883-02-13
- Page
- Seite 108 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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108 galizischen Antisemiten Meranowitsch, welche die Aussetzung von 10,000 Fl. für eine authentische Uebersetzung des Talmuds verlangt, der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Tie Forderung bezeugt die Unkenntniß des Petenten, der mit einer so geringen Summe eine Uebersetzung des Talmuds Herstellen will. Wollten diese Herren Antisemiten sich wirklich über den Inhalt des Talmuds unterrichten, so tangirt sei, als daß die, durch die Blätter verkündete förmliche Ausstoßung ihrer antisemitischen Mitglieder wirklich begründet sei. Gerade das Gegentheil fand statt. Die Unabhängigkeitspartei lehnte in einer gestrigen Parteiversammlung mit Stimmengleichheit die von Ugron beauftragte Ausschließung Szalays, Simonyis, Szells und Onodys ab, welche bei der Berathung der Petition wegen Aushebung der Juden-Emanzibrauchten sie nur die von Dr. Rabbinowitz in Paris pation gegen den Beschluß der Partei Stellung genommen (rne de Seine 63) veranstaltete französische Uebersetzung > hatten. Polonyi und Hermann zeigten deshalb ihren Ausder meisten Texte des Talmuds und besonders aller der-! tritt aus dem Club an. Ugron, der sich sogar verstieg, seiner jenigen, welche das Berhältniß der Juden zu den übrigen j Partei alle Solidarität mit den Antisemiten abzusprechen und Völkern behandeln, zu lesen. Aber sie wollen ja eben nichts j dahin demcntirt wurde, daß er hierzu keinen Auftrag von als Lärm machen und verdächtigen. der Partei habe, wird gleichfalls nicht in ihr verbleiben Pest, 31. Jan. Mit der Purifikation der Unabhängig! können. Und was wird Jranyi thun? Kurz, diese Partei keitspartei verhält es sich nach den Nachrichten, die jetzt! wird ernten was sie gesäet, die Folgen der Inkonsequenz in's Publikum dringen, doch anders. Es ist keine Purij gegen ihre eigenen Prinzipien. Uebrigens darf man nicht sikation, cs ist nur eine Spaltung. Wir lesen hierüber: > glauben, daß der Antisemitismus durch die Niederlage im „durch die Debatte im Abgeordnetenhause über den Antisemitis-i Parlament beseitigt sei. Diese Leute existiren vom Wühlen, mus ist eine Spaltung in dem Club der Unabhängigkeitspartei herbeigeführt. Ein Theil der Mitglieder darunter natürlich die Antisemiten, war mit den Auftreten des Abg. Ugron unzufrieden und ließ durch einen der Ihrigen den Antrag einbringen, daß der Club es nicht billige, daß Ugron in der Sitzung vom 28. Januar innere Parteiangelegenheiten zur Spache gebracht habe; das dürfe in Zukunft nicht wieder geschehen. Ueber diesen Antrag wurde die Diskussion mit geheimer Abstimmung entschieden. Das Resultat war 23 Stimmen dafür, 23 dagegen, 3 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Der Antrag war somit abgelehnt. und werden daher mit erneuten Kräften wühlen. Sie sagen schon laut, daß sie statt der einen mit '200 Petitionen zurückkehren werden, Jstoczy, der früher ganz allein stand, rühmt sich, bereits 8 Abgeordnete hinter sich zu haben. Die Drohung des Ministerpräsidenten, im Nothfalle mit Ausnahmegesetzen gegen die Hetzer vorzugehen, spricht doch auch nicht für das Gefühl, daß die Gefahr völlig beseitigt sei. Man muß sich dies deutlich machen, um nicht durch Bertrauensseligkeit sich neuen Ueberraschungen auszusetzen.! Preßburg, 26. Januar. Betreffs der Ende September I in St. Georgen bei Preßburg stattgehabten Judenkrawalle Nun brachte Ugron den Antrag ein, der Club erkläre Onody, j wurde der Anführer der Exzedenten, städtischer Exekutor Karl Georg Szell, Ivan Simonyi und Szalay nicht mehr als'Hrudka, zu zwei Monaten Gefängniß, fünf andere zu ein- Mitglied der Unabhängigkeitspartei betrachten zu können.! monatlichem bis achttägigem Gefängniß verurtheilt. Auch dieser Antrag fiel mit demselben Stimmverhältniß, j Ryireghhaza, 25. Janurr. Der Tißa-Eßlarer Prozeß woraus 2 Abgeordnete sogleich ihren Austritt anmeldeten, rückt nicht vorwärts. Die Oberstaatsanwaltschaft hat 8 Später folgten andere und am Abend vereinigten sich schon Punkte ausgestellt, über welche betreffs der Tißa - Dadaer 25 ehemalige Mitglieder der Unabhängigkeitspartei in der Leiche ein nochmaliges Gutachten und zwar von der Fakultät Redaktion des „Egyetertes", um über die Gründung einer der Pefter Universität eingeholt werden soll. Ueber diesen neuen Partei zu berathen. Vorläufig hat dieser Vorgang Antrag kann das k. Gericht noch immer nicht schlüffig werden, nur moralische Bedeutung, die Trennung der Liberalen und und will eine andere Universität in Aussicht nehmen. Das Antisemiten wird einen guten Einfluß im Lande ausüben. Ende ist also gar nicht abzusehen. Ob die Secession auch parlamentarische Bedeutung erhalten wird, hängt davon ab, ob sie, wie man glaubt, Anstoß zu einer vollständigen Reorganisation der Opposition geben wird." — Es , St. Louis, 5. Januar. Nach der jüngsten Nummer hat sich also fast die Hälfte der Partei so ziemlich offen für der „Jewish Tribüne" florirt die Colonie russischer Juden die Antisemiten erklärt — eine höchst bedauerliche Erscheinung! am Cotopaxi (Colorado) ganz nach Wunsch. Die Colonisten Pest, 1. Februar S. (Privatmitth.) Die „äußerste Linke" haben nicht allein einen guten Unterhalt, jeder Familienvater oder Unabhängigkeitspartei hat zu lange niit den Antisemiten ein eigenes genügend ausgestattetes Haus, Wagen und Pferde, geliebäugelt und fühlte doch lebhaft heraus, daß sic in der sondern erwerben sich bereits durch ihre Arbeit reichliche eminenten Niederlage der letzteren durch die Abstimmung Mittel. In Estellevillc N. I. haben die Colonisten hart des Abgeordnetenhauses in der öffentlichen Meinung zu sehr mit gearbeitet, um sich für den Winter mit allem Röthigen zu Amerika.