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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-02-06 · Heft 6 (6.2.1883) · p. Seite 93

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 6 (6.2.1883)
Date
1883-02-06
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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‘J3 sängen verherrlichten Festgottesdienst begangen, bei welchem zahlreicher Theilnahme statt. — Au» Gr.-Kanizsa wird der Schwiegersohn des Jubilars, Dr. Friedmanu aus Lubliuns unterm 22. d. M. geschrieben: Au die Stelle des einer, nitz, die Festpredigt in ergreisender Weise hielt. Tie Schul- Tberrabbiners H. B. Fasset wurde heute Herr Or. Ed. Neujugend überreichte ein Gebetbuch in Prachtband, die Gemeinde mann aus Pest einstimmig gewählt. Neumaun ist der Erste, ein Silber-Service, die Gemeinde zu Podgorz einen silberneil welchen das ungar. Landes-Rabbiner-Seminar mit dem Pokal u. s. w. Am Abend sand ein Festmahl unter sehr Zeugnis; der Reise entlassen hat. Keuilleton. Die Kaukasischen Juden. (Fortsetzung.^ An gewöhnlichen Tagen werden Mittags und Abends die Speisen aus großen runden hölzernen Untersetzern aufgetragen; an Feiertagen dagegen oder in Gegenwart von Fleisch: ferner eingemachter Knoblauch und eingemachte Gurken oder Salat; schließlich allerlei Süßigkeiten, gebratene oder gebackene Birnen, Aepfel oder Pflaumen mit Honig oder Zucker eingekocht, mit Hammelfett und mit Rosinen als Compot. Zu allen Speisen wird Knoblauch in großer Menge zu- Gästcn werden Untersetzer aus Kupfer benutzt. Das Präj gethan. Tie Anwesenden nehmen von jedem Gericht etwas, sentirbrett (Untersetzer) wird an den Boden auf einen mir! mischen alles durcheinander und essen mit den Fingern, einem baumwollenen Zeug «Zitz» bedeckten Teppich gestellt:! Zur Suppe werden Lössel benutzt; zum Fleisch zugespitzte an Feiertagen und in Gegenwart eines Gastes nimmt man ‘ hölzerne Stäbchen oder einfach die Finger, allenfalls ein statt des zitzenen ein seidenes Tuch. Unter dem Tuch liegt Messer. (ungesäuertes) Brot (Tschurek genannt), welches nur einmal; Zum Trinken wird Branntwein und Wein verabfolgt; wöchentlich am Freitag gebacken wird, und danebei: Salz, es wird verhältuißmäßig viel getrunken; doch selten bis zur Zwiebeln und Knoblauch; bei besonderen Veranlassungen,! Betrunkenheit. wie an Festen und bei Anwesenheit von Gästen, auch Fruchtet Zum Abend reicht man Ehinkal (Klöße) oder gebratene, Ist ein ganz besonders angesehener Gast zugegen, so wird ^geräucherte oder gesalzene Fische (Kutnm genannt) oder für ihn frisches Brot gebacken. Um das Brett mit den Bohnen in Tel oder Fett mit Knoblauch, Salz und Zwiebel. Speisen herum sitzen mit untergeschlagenen Beinen die; Tiefe verschiedenartigen Gerichte giebt man aber nur an Männer; an der Thür stehen einige Ticner oder für ge- Feiertagen oder wenn Gäste anwesend sind, für gewöhnlich wohnlich ein Glied der Familie. Zuerst reicht der Tiener ißt mau Brot mit Käse oder Fischen Kutum), mit Zwiebeln Wasser zum Waschen der Hände, dann spricht der Wirlb ein und Knoblauch. Gebet, nimmt ein Brot, zerbricht dasselbe in so viel 3tiicfc. Besonders lieben die Inden allerlei Grünkraut, sie essen als Anwesende sind, und reicht jedem ein strick zu. Jeder sagt ciu kurzes Tankgcbet her, taucht das Stück Brot drei dasselbe ohne besondere Zubereitung einfach mit Brot. Ter Bcrfasser war einst in Kuba zu einigen reichen Juden ge- Mal in das Salz und fängt unter den wunderlichsten Griladen, woselbst man ihn mit Wein und Branntwein aufnahm, müssen zu essen an. Darauf nimmt der Hausvarer ein ihm aber mehr als fünferlei verschiedene Sorten von Grünzweites Brot, bricht dasselbe in Stücke, taucht die Stücke in kraut vorsetzte. Salz und sendet die Stücke den Weibern in ihr Gemach. Im Allgemeinen nehmen die Inden große Quantitäten Dann werden die Früchte und später Zwiebel und Knob von Nahrung zn sich, dafür kommen sie aber, auf der tauch mit Brot verspeist — das ist der erste Gang. Nun Reise z. B., mit wenig ans; etwas ungesäuertes Brot, erscheint die Hausfrau mit verhülltem Gesicht und trägt das Zwiebeln, Knoblauch und Kä'e reichen auf lange Zeit bei Essen auf. und hinter ihr sofort die Dienerschaft mit den ihnen ans. übrigen Gerichten, so daß alles mit einem Mal anfgerncht; Tie kaukasischen Juden haben keine besondere Tracht; wird: Suppe mit Hammelfleich oder Hammelfett lFettsie kleiden sich so wie die Bolksstämme, unter welchen sie schwänze) oder Rindfleisch, mit vier- oder dreieckigen Klößen wohnen. (Klümpchen) aus Weizenmehl. Diese Klößchen, zu denen auch Tie jüdischen Frauen gehen sehr einfach und ärmlich ge- Essig und Knoblauch zugesetzt wird, heißen Ehinkal. Tder kleidet, einzelne nur in Lumpen gehüllt; die guten Kleider Suppe aus Bohnen mit Rindfleisch, Hammelsleisch und verschließen sie und gebrauchen sic nur in seltenen Fällen, Hammelfett, versetzt mit Knoblauch und sauren Beeren; an Feiertagen oder zn Hochzeiten. dickgekochter Pilaw mit Hammelfett und Rosinen: Eierkuchen; Die jüdischen Frauen sind alle sehr gutherzig, nehmen gekochtes Rind- und Hammelfleisch; verschiedenes gebratenes gern Gäste auf, sind dienstfertig und arbeitsam; sie leiten das

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