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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-02-06 · Heft 6 (6.2.1883) · p. Seite 89

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 6 (6.2.1883)
Date
1883-02-06
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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89 Umgang und Wirken zu den edelsten Männern dieses Jahrbesten ungarisch jüdischen Kanzelredner allgemein gilt. Diese Hunderts in der österreichischen Residenz gezählt zu werden Reden, Gedächtnisreden auf Franz Teak, den Dichter Iah. verdient. Bon demselben Verfasser erschien auch jüngst: Arany u. a., Synagogen - Einwcihungs- und Festpredigten, „Rede zur Feier des sechshundertjährigcn Habsburg - Jnbiwelche theils in Szegcdin, theils in Czongrad und Steinläums, im israelitischen Bcthause der inncrn Stadt Wien amanger gehalten wurden, rvcrden von der ungarischen Presse gehalten" (Wien, Waizncr). Diese patriotische Rede hat für sehr günstig beurtheilt. — Wir reihen hieran einige ungarische die Gegenwart einen bcsondern Werth: Drei babsbnrgische Predigten von I)r. (5b. Ren mann: eine ReujahrSpredigt, Regenten Rudolph I., Albrecht ll. und Leopold I. werden „Israels Beruf", über Psalm so, 10 am diesjährigen Renals Schirmherren der Bekenner des Judcnthums in den jahrsfeste in Kaschau gehalten, und 11 tja. — „Israels Tagen der Roth und der Bedrängniß, gegen Blntbefchuldi-. Wege", über Jesaias 57, Io, eine Probepredigt, welche der gung, Brunnenvergiftung und Büchcranklagcn oder vielmehr talentvolle junge Mann am 18. d. M. in Gros; Kanizsa Anklagen gegen den Talmud vorgeführt und gepriesen. Die hielt. Dieselbe fand so nngetheilten Beifall, das; der Vor- Rede schließt mit einem Gebet für den regierenden Kaiser, stand der Groß-Kanizfacr Gemeinde sie alsbald zum Truck der alle früheren Regenten aus dem Hause Habsburg durch beförderte. — Und nun noch eine kroatische Predigt: Herr- Gerechtigkeit gegen alle feine Unterthancn ohne Unterschied I>r. H. Iacobi, Obcrrabbiner in Agram, hielt am diesdes Bekenntnisses überragt. — Il«-t boszäd „Sieben Reden " jährigen 3. Chanuka die erste Predigt in kroatischer Sprackn', ist der Titel einer splendid ausgcstatteteii Sammlung von ivelche zusamnicn mit der am Kol-Ridre gehaltenen deutschen Immanuel Löw, Oberrabbiner in Szcgedin, der für den Predigt gedruckt vorliegt (Agram I>>. Kayscrling. Deutschland. Berlin, 23. Januar. Die „Köln. Zeitung" enthält mehrere Artikel über den Antrag eines Theilcs der deutsch-konservativen Fraktion, betreffend die Eidesabnahmc durch Religionsgcnosten. Sie weist nach, daß die Annahme des Antrages die Anstellung jüdischer Richter so gut wie unmöglich mache und somit das Gesetz vom 3. Juli über die Gleichberechtigung aller Confessionen aufs Schwerste verletzen würde. Dies war denn auch der eigentliche Zweck des Vorgehens Hapkes. Tie K. Z. sagt: „Es ist deshalb wohl zu wünschen, das; der Reichstag jenen Antrag nicht bloß ablehnt (was wohl selbstverständlich ist), sondern auch dabei zn erkennen giebt, daß er jeden, gerade für Deutschland am wenigsten geeigneten Versuch, an der Gleichberechtigung der verschiedenen Religionen nnd Bekenntnisse zu rütteln, als eine Gesahr für die Ent Wicklung unserer Ration ansieht." Eine andere Eorrespondcnz des Blattes bemerkt: „Die Anträge der Deutscheonservativen auf Abänderung der Eidesabnahmc werden im Reichstag jedenfalls zurückgewiesen werden Zwar ist das Ccntrnm, wie aus seinen Prcßorganen hcrvorgeht, nicht abgeneigt, dem Anträge zuzustimmen; allein selbst innerhalb dieser Fraetion ist ein erheblicher Theil nicht für die 'Anträge." — Man wird sich erinnern, das; der Rechtsanwalt Munckel vom Schöffengericht wegen einer Aenßerung, die er als Vcrtheidigcr in dem Kantorowiez Prozeß gethan und in der eine Beleidigung des lh\ Bernhard Förster gefunden wurde, zu 100 Mark Geldstrafe bez. 10 Tagen Gesang riß Clctj Li ctjl'CM . vcrurthcilt worden. Die 5. Berufungskammcr des Landgerichts Berlin l erkannte nun heute auf Freisprechung Mnnckel's. — Der Antisemit Liebermann von Sonnenberg ist abermals wegen Beleidigung, wenn auch nur zn 2 Mark Geldstrase, aber zn >'»0 Mark GerichtSkosten vernrtheilt worden. — Der im Jahre IKI8 gegründete Verein zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate hielt am Sonntag im Saale der „Gesellschaft der Freunde" ('Rene Friedrickstr. ('>.'».) seine Jahresversammlung ab. Rach dem Geschäftsbericht sind im verflossenen Jahre 50. Lehrlinge vom Verein gekleidet, unterstützt re. Von diesen wurden 7 als Gehilfen, nachdem sie mit allem Röthigen ausgestattet, aus der Sbhnt des Vereins entlassen. Ein Lehrling hat die Lehre verlassen, ohne ausgelernt zu haben, so das; am Ende des Jahres 1SS2 IS Lehrlinge verblieben. Außerdem unterstützt der Verein eine namhafte 'Anzahl junger Leute, welche die hiesige technische Hochschule, Knnstgewerbeschnle nnd andere gewerbliche Anstalten besuchten. Prof. I>e. Breslau gab hierauf einen Rückblick auf die 70 jährige Thätigkeit des Vereins. Seit dem Bestehen des Vereins wurden rund 000 jüdische Handwerkslehrlingc auf Kosten des Vereins ansgebiloet nnd behufs Etablirnng als Meister unterstützt. Eine ungefähr gleiche Anzahl von jüdischen Handwerkern wurde vorübergehend unterstützt. Seit dem Bestehen des Vereins wurden für Ausbildung jüdischer Handwerkslehrlinge 350,000 Mk. ausgegeben. Dem Ackerbau vermochte der Verein nur eine sehr geringe Anzahl von jungen Leuten zuznsühren. Es erklärt sich dies einmal v

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