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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1883-01-23 · Heft 4 (23.1.1883) · p. Seite 60

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
47 (1883)
Issue
Heft 4 (23.1.1883)
Date
1883-01-23
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Tode verurtheilt wurden. Die beiden Töchter, gegen die Der Vertreter der öffentlichen Anklage hat denn auch in dasselbe Beweismaterial und kein Haar weniger davon vor-!seinem Schlußplaidoyer den Rückzug angetreten." lag, wurden von den Geschworenen freigesprochen.!- —— - Infolge Nichtigkeitsbeschwerde der Bertheidigung gelangt Bonn, 14. Jan. (Notizen.) Man schreibt uns aus dieser ganze Straffall an den obersten Gerichtshof in Wien, Heilbronn: Am 31. v. M. feierte der hiesige Bezirksrabdesscn bewährter Einsicht wir getrost die Würdigung und die biner Dr. Engelbert seine silberne Hochzeit, und erhielt Entscheidung dieses Falles überlassen, der nach der Ansicht das Jubelpaar hierzu aus nah und fern Glückwünsche und des „Dziennik Polski" auch heute, nach der Verhandlung, Geschenke, unter welch' letzteren besonders die Ehrenuoch dunkel und unaufgeklärt daliegt. Wie immer aber die geschenke der hiesigen und Oehringer Gemeinde sich aus- Entscheidung falle, die Insinuation der Rzeßower Staatsanzeichneten, die durch besondere Deputationen überreicht waltschast, welche leider so gierig von einem Thcile der wurden.— Am 21. Novbr. fand eine beträchtliche Feuersbrunst öffentlichen Meinung aufgegriffen wurde, daß bei einem geim Waisenhause der spanisch-portugiesischen Gemeinde in meinem Verbrechen religiöse Motive in dem Sinne mitwirkten, London statt, und zwar um Mitternacht. Die Rettung der daß irgend welche jüdische, religiöse Vorschriften auch nur Kinder konnte nicht vollständig bewerkstelligt werden und den leisesten Anstoß zu derart verruchter That geben konnten, eines derselben, elf Jahr alt, kam in den Flammen um. — diese Insinuation ist zurückgewiesen durch den so klaren Be- Eduard Anatole Lippmann (Israelit), Schwadronschef im schluß des Rzeßower Gerichtshofes zu Beginne der Verhandlung zweiten französischen Artillerieregiment, ist zum Oberstlieutnant und ist vernichtet durch das Ergebniß dieser Verhandlung selbst. j ernannt worden. — Zenit Die kaukasischen Inden?) L. 81. lieber die Kaukasusländer weit zerstreut leben feit undenklichen Zeilen Juden. Bon ihren europäischen Stammesgenossen unterscheiden sich dieselben sehr auffallend durch solche Sitten und Gebräuche, welche sie den Bergvölkern entlehnten. In der Literatur ist äußerst wenig über sie zu finden; deshalb werden die hier wiedergegebenen Mittheitungen wohl auf Jntereffe rechnen können. Der Verfasser H. Juda Tscherny bereiste zwei Jahre lang die an das Kaspische Meer grenzenden Theile Kaukasiens sowie das Terek Gebiet. Er stndirtc bei dieser Gelegenheit soviel als möglich die Juden, ihre eigenthümliche Lebensweise, ihre Gewohnheiten, ihre Sitten und Trachten, ihren Aberglauben und ihre Borurtheile; er sammelte ferner ihre Legenden, Sagen und Volkslieder. In der citirten Abhandlung hat Herr Tscherny nur einen kleinen Theil des gesammelten Materials veröffentlicht, indem er einige ethnographische Skizzen zeichnet. Wir sind hier nicht im Stande, den ganzen sehr interessanten Aufsatz wiederzugeben, sondern begnügen uns mit einigen Abschnitten. 1 > Nach dem Russischen von Juda Tscherny in dem 3. Band der „Sammlung von Nachrichten über die kaukasischen Bergvölker" herausgegeben von der kaukasischen Bergvölker Verwaltung. Tiflis 1870, 8. und dem Globus B. 38. Nr. 12. 13. Tie „kaukasischen" Juden haben in Jerusalem eine eigene Synagoge: Ey;-,-;- sowie eine eigene Kolonie, n'2 genannt, nördlich von der Stadt, gegenüber der Gesellschaft —y, links von der Tamaskusstraße, etwa 6 Minuten vom Damaskerthorc. Redakt. d. A. Z. d. I. te 1 on. Anzahl der kaukasischen Juden. Ueber die Zahl der kaukasischen Juden macht der Berifafser keine Angaben, wohl aber über die Zahl der Feuer | stellen, d. h. der Häuser. Darnach leben im Gebiet von nur im nördlichen und südlichen Theil Juden! dagegen im westlichen und Mittlern Daghestan keine. In! Daghestan giebt es (1869) 1080 Feuerstellen — in Derbent i allein 200 —, 22 Synagogen, 30 Schulen und 21 Rabbiner.! Im Terek-Gebiet 453 Feuerstellen, 8 Synagogen, 9 Schulen,; 9 Rabbiner. Im Gouvernement Baku in der Stadt Kuba 952 Feuerstellen, 10 Synagogen, 20 Schulen, 10 Rabbiner, im Dorf Mjudschi «Kreis Schemacha) 145 Feuersteüen, 1! Synagoge, 2 Schulen, 3 Rabbiner. Im Gouvernement Jelisawetpol, Kreis Nucha, Dorf Wartaschin, 190 Feuerstellen, \2 Synagogen, 5 Schulen, 5 Rabbiner. In Summa sind! vorhanden: 2780 Feuerstellen, 43 Synagogen, 66 Schulen! und 43 Rabbiner.! Beschäftigung. | Die kaukasischen Juden beschäftigen sich wie ihre euroj päifchen Volksgenossen vorwiegend mit dem Handel. Doch giebt es einige andere Gewerbe, welche betrieben werden, so! z. B. die Saffianproduktion, ferner die Darstellung von Krapp, j Einzelne Juden sind Besitzer von großen Frucht- und Wein- | gärten; andere ziehen eine ordinäre Tabaksorte, andere pro- I duciren Wein. Ihre Nahrungsmittel kaufen sie gegen baares > Geld bei den Russen oder Eingeborenen, oder tauschen sie j gegen allerlei kleine Waaren ein. | Wohnungen, j Die von den Juden bewohnten Gebäude (in Süd-Da-

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