Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1883)
- Date
- 1883-01-02
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
- Odesa 1× ep/1000834
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©raftu Jgnatiew im März d. I. erlassene Verfügung, absolvirt hat, wollte sich außerhalb des jüdischen Ansiedlungsdurch welche den jüdischen Provisoren außerhalb der denirayon niederlassen und von der Polizei daran verhindert, Juden angewiesenen Theile des Reichs verboten war, Apoappellirte er an den Minister des Innern, welcher aber diese theken zu besitzen oder zu verwalten, aufzuheben. Appellation unberücksichtigt ließ. So werden unsere Brüder Petersburg, 16. Dec. (Privatmitth.) Die Schlinge von allen Orten gejagt und vertrieben, und niemand fragt wird um den Hals der russischen Judenheit immer enger! danach, wo sich diese Unglücklichen laßen sollen, da emigriren zusammengeschnürt. Die Administration befleißigt sich, das! nach dem Auslande, wie emigriren nach dem Innern Ruß- Ideal der erzantisemitischen „Neue Zeit" nämlich: „denAlands in gleicher Weise ihnen strengstens untersagt ist und Juden das Leben in Rußland unerträglich zu machen", in > die Städte des Ansiedlungsrayon zum Ersticken überfüllt sind, aller Eile zu realisiren. Zu der großen Zahl der bisherigen > So stellt sich unsren Blicken Gegenwart wie Zukunft für die Beschränkungen und Verbote, welche in Bezug auf die Juden l russischen Juden in den düstersten Farben dar, und das erlaffen werden, ist wieder, wie dem „Ruffk. Jewrej" aus Minsk mitgetheilt wird, ein neues Verbot hinzugekommen. Diese neue Bestimmung, welche bereits in Kraft getreten ist, verbietet den Eisenbahnverwaltungen, in Zukunft Juden selbst auch als Maschinisten anzustellen, und die bereits Angestellten alleinige Hülfsmittel bleibt doch nur — die Emigration!.... Weder Ackerbaucolonien in Rußland, noch die schnell fortschreitende Bildung unsrer Jugend sind uns nützlich, da Neid und Haß jene eben so treffen wie jüdische Handwerker und Händler, und die Vermehrung der jüdischen studirenden allmählich zu entfernen, welche Bestimmung man auf der! Jugend mit Furcht und Schrecken angesehen wird. — Libau-Romenschen Bahn schon zu vollziehen angefangen hat. Vom St. Petersburger Oberpolizeimeister ist an den Pristows, Revieraufseher, eine Verordnung betreffend den Aufenthalt der Juden in unserer Residenz, ergangen, welche folgende Punkte einschärft: „1) darauf zu achten, daß die Pässe der Juden spätestens nach drei Tagen der Kanzlei des Oberpolizeimeisters behufs Einschreibung vorgestellt würden, 2) unter keiner Bedingung den Juden die Erlaubniß zum Aufenthalt in St. Petersburg zu ertheilen und 3) darauf zu sehen, daß diejenigen Juden, denen ihre Päffe mit dem Vermerk, daß sie hier nicht wohnen dürfen, zurückerstattet worden, die Stadt innerhalb der gesetzlichen Frist verlassen." „Im Elisa bethischen Kreisgerichte", berichten russische Blätter, „wurde durch öffentliche Versteigerung das Gut Uspenowka, dem Herrn Iwanow gehörig, an Herrn Brodsky (Jude) verkauft. Das Kreisgericht bestätigte diesen Verkauf, jedoch wurde diese Angelegenheit der Begutachtung des dirigirenden Senats zugestellt, welcher diesen Kauf für ungiltig erklärte, da Ländereien auch durch Dokumente in den Besitz der Juden nicht übergehen können." Bon allen Ecken und Kanten laufen Nachrichten von Ausweisungen der ansässigen Juden ein, hier, weil sie im Umkreise von 50 Werst an der Grenze wohnen, wie aus den Gouvernements Kovno und Kamenez- Spodolsk, dort weil die Bauergemeindc, von antisemitischen Agitatoren veranlaßt, die Juden in ihrer Mitte nicht dulden will. Aus dem Tambow'schen Gouvernement werden selbst jüdische Handwerker vertrieben, weil man sich nicht überzeugen wollte, ob sie wirklich Handwerker sind oder ihr Fach betreiben. Bis jetzt durften jüdische Künstler sich überall niederlassen, jetzt wird auch dies als zu liberal kassirt. Ter rühmlichst bekannte junge Maestro Leonardo Blumenthal, — Sohn des hochverehrten Kantor der Brodaer-Synagoge zu Odessa — welcher das Conservatorium zu Mailand glänzend Am 5. dieses Monats ist unsere ohnehin an ausgezeichneten philanthropischen Naturen nicht gar zu reiche Gemeinde um ein Bedeutendes ärmer geworden. Wir haben der Frau Schifra Friedland das letzte Geleit gegeben. Madame Friedland war die würdige Gemahlin des von den Mitgliedern unserer Gemeinde so hochverehrten Vorsteher Rabbi Meyer Friedland, gehörte wie er zu dem edlen Typus jüdischer Philanthropen alten Schlages, der zwar nie für ihre segensreiche Wirkung officielle Anerkennung, noch Titel, Rang und Orden erhalten und nicht einmal Gegenstand der Zeitungsschreiber werden und sich mit dem reichen Lohn des beseligenden Bewußtseins, Gutes gethan zu haben, und am meisten zufrieden sind dann, wenn man von ihnen am wenigsten spricht. Wie für Rabbi Meyer selbst, so galt auch für seine Frau Schifra, trotz ihrer streng orthodoxen Gesinnung und Lebensweise, kein Unterschied der religiösen Richtung oder Partei überall da, wo es galt zu Helsen und die Noth zu mildern. Im Waisenasyl war ihre Haupt-Aufgabe für koschere und gesunde Speisen zu sorgen, während die jüdische Volksküche in ihr die liberalste, wenn nicht die einzige Protektorin hatte. Es war geradezu rührend, unzählige Leidende und Nothdürftige von der überaus zartfühlenden und höchst splendiden Fürsorge ihrer edlen, leider nur zu früh dahingeschiedenen Wohlthäterin Schifra unter bitteren Thränen erzählen zu hören. Amerika. Paris, im Dez. Ein besonderes Interesse wird stets das Schicksal der Ackerbau-Colonien erregen, welche von russisch-jüdischen Eingewanderten angelegt worden und werde». Wir hoffen, daß wir immer Günstigeres zu berichten haben werden, und bringen heute solgende Mittheilungen aus dem November Bulletin der ^.Iliauee isr. univ. Die Eolonisai