Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1881)
- Date
- 1881-12-20
- Page
- Seite 841 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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841 der jüdische Religionsunterricht nicht ertheilt und vom Staate für ihn nichts gethan ward. Ja, die Sachlage war und ist darum bei uns noch härter. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 29. Nov. Die Flebrew Review, published weil der christliche Religionsunterricht für die christliche Juby tke tabbinic.il Literarv Association of America. (Cingend obligatorisch ist. Dies bewog die deutschen Juden vor >iunati. Bloch. 1881.) hat ihren zweiten Jahrgang begonnen, einem halben Jahrhundert besondere Religionsschulen zu grün- Wir sehen mit Besriedigung, daß dieses literarische Ilnterden, und diese haben sich da, wo sie durch eine lange Zeit j nehmen guten Erfolg hat. Das vorliegende erste Vierteljahrs ausrecht erhalten wurden, vom besten Nutzen gezeigt. Seit-! Heft bringt den Jahresbericht des Br. Mar Lilienthal an dem nun in einigen deutschen Staaten und im cisleithanischen j die zweite Jahresversammlung der Gesellschaft am 10. Juli Oesterreich der jüdische Religionsunterricht den öffentlichen 1 d. I. zu Chicago. Er bemerkt darin, daß die amerikanischen Lehranstalten einverleibt und auch in einer Anzahl preußischer Gemeinden von jeder Autorität frei, den Weg der Reform bc Lehranstalten zugelassen wurde, hat sich eine zwiefache Erschei- ■ schritten hätten, schneller und weiter als die europäischen, aber nung herausgestellt. In einigen Staaten, wie B. im dennoch in sehr verschiedener Weise; daß sie aber gegeuwär- Großherzogthum Baden, wurde eine genügende Anzahl tig bei dem Erlangten stehen bleiben wollten, und theologiwöchentlicher Lehrstunden dem jüdischen Religionsunterrichte schen Streitigkeiten abhold sind. Tie Mitglieder des Vereins zur Verfügung gestellt, wie die im Art. V dieser Rubrik belaufen sich auf 189; die Einnahmen betrugen 510 Dollars, niitgetheilte Verordnung erweist. In andern Ländern, z. B.: die Heltrew Review kostete 43b Dollars. Es folgt die lieber- Oesterreich, gewährt man aber dem jüdischen Religionsunterfetzung eines Aufsatzes von I. Halevy, auf den auch wir f. Z. richt zwei oder gar nur eine Lehrstunde wöchentlich, und aufmerksam gemacht, über Eyrus und die Rückkehr aus dem daß dieser Umstand für einen einigermaßen gründlichen Un- Exil. Hierauf ein Bortrag des Or. Felfenthal: die Wisfenterricht völlig unzulänglich ist, brauchen wir nicht zu deinerschaft des JudenthumS, ihre Natur und Eintheilung. Er ken. Wir fügen gleich hinzu, daß wir selbst für diese dürferkennt sie als vorzugsweise historisch und trennt sie in den tige Einrichtung dankbar sind, weil sonst eine Unzahl jüdi-; spekulativen, geschichtlichen und praktischen Theil. Das Heft scher Kinder ganz ohne Religionsunterricht blieb, uur daß es 1 schließt mit dem Protokoll der gedachten zweiten Bersammeben eine höchst ungenügende Maßnahme ist. In Preußen lung, an welcher 21 Mitglieder theilnahmen. TieBerhandkam es vor, daß von Aufsichtswegen den öffentlichen jüdischen lungert hatten keinen bedeutenden allgemein interessirenden Elementarschulen, namentlich in der Provinz Posen untersagt Inhalt. — Derjenige Thcil unserer englischen Glaubenswurde, den Unterricht im Hebräischen in den Lehrplan aufgenossenschast, welcher sich auf einer höheren Stufe der gczunehmen. Was folgt aus diesen Verhältnissen? Nichts sellschöstlichen Leiter befindet, zeichnet sich dadurch aus, daß anderes, als daß eS die dringendste Pflicht der jüdischen Geviele Mitglieder desselben, besonders auch ganze Familien meinden bleibt, unter allen Umständen für einen ausreichenden von dem wärmsten religiösen Jntereffe beseelt sind und die jüdischen Religionsunterricht besonders zu sorgen. Ob es ses durch That und Wort bekunden. Tie jüdische Literatur viele oder wenige solcher Juden am Orte giebt, welche nach ist dadurch schon durch manches werthvolle Produkt bereichert dem religiösen Unterricht ihrer Kinder nichts fragen, oder die worden, werthvoll weniger durch wissenschaftliches Verdienst, in ihrer modischen Verblendung einer fremdsprachlichen, muals durch die innige Liebe zur Religion, die warme Begeisikalischen oder Tanzlektion einen höhern Werth beilegen als sterung für ihre Lehren. Auf dem Standpunkte, den wir einder religiös-moralischen Erziehung ihrer Kinder, kann hier nehmen, erscheinen uns solche Manifestationen des jüdisch-rc nicht in Betracht kommen. Die Gelegenheit, ihren Kindern ligiösen Geistes in unserer Zeit von besonderer Bedeutung, einen zweckmäßigen Religionsunterricht ertheilen zu lassen, Bon dem Sohne des rühmlichst bekannten Richters und Parmuß Allen geboten werden, und wir glauben, daß die Mittel lamentsmitgliedeS Simon ist vor Kurzem erschienen: 4 he der Gemeinde nicht besser verwendet werden können, ja daß;Natu.re of God. Four Essays bv Oswald John Simon oi eher der Gottesdienst etwas weniger splendide oder gar glanz- Balliol College. Oxford. (London. Simkin. Marshall «fcCoinp. voll ausgestattet werden möge, wenn die Mittel für beide 1881.) Tie vier Aufsätze handeln vom „Allmächtigen Gottc nicht groß genug sind. Das ehrendste Zeugniß für einen oder dem Begriff des göttlichen Seins", vom „Gottesdienste", Gemeindevorstand und eine Gemeinderepräscntanz bleibt stets vom „Göttlichen Geiste" und von der „Göttlichen Liebe". ein guter, genügend hergeslellter Religionsunterricht. Die Redaktion. Der Zweck des Berf. ist, den wahren Geist des reinen Judenthums, der, namentlich außerhalb Israel'«, so wenig gekannt und so viel mißverstanden wird, zum Ausdruck zu bringen, und dieser Zweck wird vom Vers, innerhalb des engen Rahmens, in welchen er seine Darstellung gebracht, vollkommen