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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-12-13 · Heft 50 (13.12.1881) · p. Seite 827

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 50 (13.12.1881)
Date
1881-12-13
Page
Seite 827 (sequence 7)
Language
German
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827 mus die zündende Leidenschaft, der sich dann Raub- und zu den Akten der rohesten Barbarei sich vereinigten, die, nichr Mordsucht anschlossen. So glauben wir, ist cs dem Berf. doch im Kriege, nicht in der Eroberungslust, sondern am sriedlinicht gelungen, die einseitige Motivirung zu erweisen, nnd chen Heerde, in der Mitte der mit Ringmauern versehenen wir werden vielmehr in der Ileberzeugung befestigt, daß alle Städte, ausgesührt, im eigenen Lande ausgeführt wurden, die gedachten Passionen zu gemeinsamen teuflischem Spiele, t'i i ncjMiac fj zic fj lera.! Technik getrieben wird. Hierauf werden in den conser- -^eutschlaNt..?vativen Zeitungen ausführliche Berichte gebracht. In Bonn, 4. Dezember (Privatmitth.) Als Berichtigung! einer solchen Versammlung erschien Prof. Winkler, um erhalten wir von befreundeter Hand, das; noch ein achter seinen Glückwunsch darzubringen. Gehört solches Treiben jüdischer Abgeordneter zum Reichstag gewählt worden ist,' etwa in den Rahmen der studentischen Freiheit und der nämlich Rechtsanwalt Dr. Herz, wohnhaft zu Mannheim, gestudentischen Diseiplin? — Ich glaube auf ein Borkominniß wählt in Forchhcim, zur Partei Sonnemanns gehörend. Or. auf gerichtlichem Gebiet aufmerksam machen zu sollen, das Herz ist, schreibt unser Corr., uns persönlich bekannt, derselbe nicht ohne Interesse für uns ist, obgleich wir in keiner Weise ist ein tüchtiger Jurist und Redner, ein geachtetes Mitglied der von der Sache selbst berührt werden. Hiesige homöopathische Mannheimer Stadtverordnetenversammlung und zeigt viel In- Aerzte hatten gegen einen hiesigen Geheimen Medizinalrath teresse für das Judenthum. Dessen Familie wohnte früher in wegen Auslassung desselben über Homöopathie und homöo- Coblenz und siedelte in den 70er Jahren nach Mannheim über, pathische Aerzte in der „Klinischen Wochenschrift" geklagt. Berlin, 30. Dez. stPrivatmitth.» Daß auch in den beiden Nachwahlen die Antyemiten und Couservativen den Kürzeren gezogen und hierbei sogar eine verhältnißmäßig nur geringe Minorität von Stimmen erhielten, wird den Lesern bereits bekannt sein. So ist nunmehr die Niederlage der Antisemiten in Berlin eine vollständige, und im ganzen deutschen Reiche hat die antisemitische Agitation nur in einem einzigen Wahlkreise ihren Träger zu einem Sitze im deutschen Reichstage verholsen, nämlich Stöcker selbst. Jndeß muß man gestehen, daß die Verwirrung in Gesinnung und Ansicht in unsrer Reichshauptftadt eine arge ist. Aus der einen Seite sahen sich die Leiter der fortschrittlichen Wahlen bewogen, wiederholt in den öffentlichen Blättern erklären zu lassen, daß ihr Eandidat, Rechtsanwalt Mnnckel, kein Jude sei und nicht von Juden abstamme; auf der anderen erklärt der Rektor der technischen Hochschule Prof. Winkler in einem Schreiben an die hiesigen Blätter, das; er keine antisemitische (Gesinnung hege und daß er dem Eröffnungs-Commers des „deutschen Studentenvcreins der technischen Hochschule", dessen Statuten allerdings eine antisemitische Richtung zuließen, beigewohnt, um den Verein vor solchen Ausschreitungen zu warnen, was er auch in seinem Trinkspruche gcthan habe, soweit ein solcher es zulasse. Jndeß dient doch zur Beleuchtung, was seitdem bekannt geworden. Während die technische Hochschule von 0‘JO Studirenden und 220 Hospitanten besucht wird, besteht dieser „deutsch-technische Verein" aus -- 13 Mitgliedern, und diese 15 berufen monatlich ..allgemeine Versammlungen", in welchen sie selbst eine verschwindende Minorität bilden und vorzugsweise antisemitische Der Angeklagte wurde in erster Instanz verurtheilt. Der zweite Richter erkannte ans Freisprechung, indem er thatsächlich seststellte, daß Mangels bezeichneter Individuen eine Beleidigung nicht stattgesunden habe. Letztere könne nur in dem Falle Platz greisen, wenn aus einer Collectivmehrheit ein bestimmter Kreis hevorgehoben, also eine nähere Abgrenzung hergestellt werde. — Hiergegen wurde von der klägerischen Seite Revision eingelegt, worin namentlich die letzterwähnte Ansicht des zweiten Richters als' irrthümlich hingestellt und ausgesührt wurde, daß eine Mehrheit von Personen, welche mit einem Eollectivnamen bezeichnet werde, sehr wohl beleidigt werden könne. Das .Kammergericht entschied sich nach langer Berathung auch für diese Auffassung und wies die Sache unter Aufhebung der Vorentscheidung in die Vorininstanz zurück. Es führte speeiell aus, daß eine gegen die Eollectivmehrheit gerichtete Aeußerung derart sein könne, daß sich alle Mitglieder derselben mit Recht für beleidigt erachten könnten. Dieses Erkenntnis; steht im Gegensatz zu der Entscheidung des Reichsgerichts in der Beleidigungsklage der Juden zu Gleiwitz und verdient daher, namentlich in Berlin, volle Beachtung. — Wie wir hören, sind in Folge der Stellung, welche die Wagner-Liszt-Partei gegenüber der Judensrage einnimmt, einige der begeistertsten und ältesten Wagner-Apostel, die dem jüdischen Theile unserer Bevölkerung angehören, aus den Bayreuther sowie sonstigen damit zusammenhängenden Vereinen ausgetreten. Stargardt i. Pom., im Rov. Wir tragen die Schuld nicht, wenn wir gegenwärtig so viele Berichte über Gerichts-

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