Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1881)
- Date
- 1881-11-29
- Page
- Seite 795 (sequence 7)
- Language
- German
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795 Folgendes: „Ein Verwandter und Gutsnachbar des Fürsten das von den Rednern der Antisemiten citirte „große Jahr" Bismarck, der kürzlich in Nürnberg weilte, äußerte sich zu (der Stöckerei) hinabgetaucht sei zu den Schatten der Vereinem hiesigen Freunde betreffs all' der falschen Gerüchte in gangenheit — hoffentlich auf Nimmerwiedersehen, trotz der der semitischen Frage, die man dem Reichskanzler ausgebürdet, clerical-conservativen Majorität, die im Allgemeinen hier etwas daß sich derselbe erst vor wenigen Tagen in Barzin solgenderzu optimistisch angesehen wird. M. F. maßen darüber ausgesprochen hat: „Diese Frage ist schon oft Pasewalk, im Nov. Dr. Henrici, der sich selbst gern an mich herangetreten, ich hüte mich aber wohl, etwas zu „ein Kraft-Genie" nennt, versuchte, wie die „Berl. Mont.- äußern, weil es ja doch wieder entstellt würde. Ich habe Ztg." schreibt, vor wenigen Tagen in Pasewalk seine Thätigähnliche Erfahrungen in der Socialistenfrage bitter durchgemacht, in der ich mir die Finger verbrannte; denn als ich manches von ihnen für gut fand, da hackte man Jahre lang auf mich, und als ich das Soeialistengesetz durchbrachte, da hackten dieselben Leute wieder auf mich bis zum heutigen Tag. Ich überlafse die ganze Frage den Gesetzen, dafür sind diese da." (Aber nach den Gesetzen [$ 130 des Strafgesetzb. s hätten doch wohl die Hetzereien gegen eine bestimmte Bürger - klafse längst bestraft werden sollen!) — Am 14. d. Abends waren die Vertrauens- und Sb männer des 5. Berl. Wahlkreises zusammen, in »velchem eine Nachwahl zu halten ist. Eugen Richter sprach in derselben. Unter Anderem sagte er: „Wie oft habe ich Ihnen vor der Wahl gesagt: ,Mit der Judenhetze wird es sofort nach den Wahlen vorbei sein; dieselbe hat weiter keinen Zweck, wie in Bezug auf die Wahlen? Daß schon während der Stichwahlen zurückgepfiffen werden würde, hatte ich allerdings nicht erwarten können. (Große Heiterkeit.) Merkwürdig, daß der Geschäftsfreund Behrend, der doch immer mit dem Kanzler zusammenkommt, erst jetzt Gelegenheit hat, von dem Kanzler keit zu entfalten, kam aber damit übel an. Die Conservativen haben ihn energisch mundtodt gemacht. Als es übrigens am Abend zum — „Nächtigen" kam, fand der berühmte Mann überall verschlossene Thüren oder, was dasselbe sagen will, überfüllte Hotels und kein Privatquartier, so daß er sich entschließen mußte, wieder abzureisen. (Was uns betrifft, so wünschen wir, die lieberalen Blätter theilten über dieses Helden Reden und Thun gar nichts mehr mit; denn daß! er bereits zu den Tvdten gehört - auch bei den sg. Conservativen, ist bekannt. Er würde also nur noch durch die liberalen Blätter sein Dasein in der Oeffentlichkeit fristen! Red.) AuS Pommern, 14. Nov. Schon wieder hatte sich ein pommersches Gericht mit einer Anzahl jener Leute zu beschäftigen, die sich durch die schmählichen Hetzereien hatten zur Theilnahme an den antisemitischen Excessen verleiten lassen. Bor dem Schwurgerichte zu Stolp standen am Sonnabend der Tuchmacher Räther aus Rummelsburg, der Tischlergeselle Windmüller aus Raths-Damnitz, der Maurergeselle Höppner aus Stolp, die Schuhmacherlehrlinge Fildebrandt, Seils und Knoop angeklagt, sämmtlich in Stolp am Aeußerungen zu extrahiren über die Judenfrage, die genau 3. September Abends, nachdem die auf den Straßen und so klingen, wie die Aeußerungen eines Fortschrittsmannes. Plätzen versammelte Menschenmenge von dem Befehlshaber Dazu war die „National-Zeitung" im Stande, den vom! der bewaffneten Macht aufgefordert war, sich zu entfernen, Kanzler selbst corrigirten authentischen Bericht über diese! nach der dritten Aufforderung sich nicht entfernt, an einer Unterredung zu bringen." 1 öffentlichen Zusammenrottung theilgenommen zu haben, und Leipzig, 14. Nov. (Privatmitth.) Ter studentische An- > zwar Windmüller, Höppner, Fildebrandt, Seils und Knoop tisemitismus hat hier eine gründliche Niederlage erlitten. Die! unter Beschädigung von Sachen und Räther als Rädelsführer, Candidaten des in geschloffener Agitation vorgeheuden Ber-! ferner Räther in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden eins „deutscher" Studenten sind durchgefallen. Alle Anträge! Weise verschiedene Classen der Bevölkerung zu Gewaltthätig des Vereins der Antisemiten auf Abschaffung liberaler Zei-; keilen gegen einander angereizt zu haben. Nach einer umtungen wurden abgelehnt. Ein von mir trotz der Aengstlich-: fassenden Beweisausnahme lautete der Spruch der Geschwokeit einiger jüdischen Commilitonen (deren Anpassungsver-! renen auf schuldig nur gegen Windmüller, welcher wegen mögen hier etwas zu weit geht) gestellter Antrag, die „Zeitung! groben Unfugs zu 6 Wochen Haft verurtheilt wurde, die des Judenthums" wieder auszulegen, fand nach heftigen An-; übrigen Angeklagten wurden sämmtlich sreigesprochen. griffen des Vereins „deutscher" Studenten eine große Majo-' Stolp, 16. November. (Danz. Ztg.) Am gestrigen rität.') Zum Schluß erlaubte ich mir den Scherz-Borschlag, j Tage wurde die Beweisaufnahme über die wegen des Pollsämmtliche antisemitische Blätter, soweit sie im nächsten Senower Judenkrawaüs vor dem Schwurgericht angeklagten mester noch vorhanden sein werden, ebenfalls anzuschaffen, i 24 Personen beendet. Die 25. Angeklagte konnte wegen wenn sie gratis geliefert würden. In launiger Stimmung Krankheit nicht erscheinen. Nach dem, was die Beweisauftrennte sich die liberale Majorität mit dem Bewußtsein, daß > nähme ergeben, ist am Abend des 8. August d. I. vor und iTsÄiTiir ,ur 3->t minh-.li-u. bn»ir,l-n im Bor-Jahrdibem H°«'- jäM»m S'aufmannl Gustav Rohr auf Antisemiten die Abschaffung d. A. Z. der Jud. Redaktion. eine ganz entsetzliche Weise gehaust worden. Nachdem erst