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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-29 · Heft 48 (29.11.1881) · p. Seite 794

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 48 (29.11.1881)
Date
1881-11-29
Page
Seite 794 (sequence 6)
Language
German
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794 Musaph-Gebets einschließlich En Keelohenu und des Sabbath- Mincha-Gebets. 71es Schuljahr: Uebersetzen von Jeher Chwod, der Psalmen 14ö, 146, 147, der Musaph-Gebete für dieumond-! Werktage und Sabbathe, der ThephilloS Schema für die 3; Feste (Scholosch Regolim) und Hallel. 8tes Schuljahr: Wiederholung; Uebersetzen der Psalmen 148, 149 und 150 und Wajeworech Dowid bis Borchu, sämmtlicher Thephillos - Schema für das Neujahrsfest und den Bersöhnungstag und Owinu Malkenu. ä. Systematische Religionslehre. Wie in den Volksschulen unter 6. § 5. e. Uebersetzen aus dem Pentateuch. Im 4. Schuljahr sind jährlich gegen 10 Kapitel, im 5. u. 6. gegen 20 Kapitel, im 7. u. 8. gegen 30 Kapitel zu übersetzen. Die unter .V und U für die Volksschulen bezeichneten grammatikalischen Bemerkungen sind in angemessener Weise aus die einzelnen Schuljahre zu vertheilen und wo möglich im 3. Schuljahre aus die Eonjugation des unregelmäßigen Zeitworts auszudehnen. Was die Auswahl und die Bestimmung der Reihenfolge der zu übersetzenden Stücke betrifft, verweisen wir aus die Bemerkungen zum Pentateuch-Uebersetzen in den Volksschulen (§§ 24 u. 25). Lchlußbemcrkungc». § 6. In denjenigen Religionsschulen, in welchen wegen besonderer Verhältnisse der Unterricht nicht wie vorgeschrieben in 18 wöchentlichen Stunden erlheilt werden kann, können mit Zustimmung der betreffenden Aussichtsbeamten die für jedes Schuljahr gesteckten Lehrziele der geringeren Unterrichtszeit entsprechend beschränkt werden. Jedenfalls sind aber die für die Volksschulen unter B (§§ 20 bis § 23) bestimmten Lehrziele zu erreichen. Dagegen sollen in denjenigen Religionsschulen, in welchen eine größere wöchentliche Unterrichtszeit als die vorgeschriebene 18stündige zur Verfügung gestellt ist, die sür die einzelnen Schuljahre aufgestellten Lehrziele in einer der vermehrten Unterrichtszeit entsprechenden Ausdehnung vertieft und erweitert werden. § 7. Im Allgemeinen müssen wir wünschen, es möge soweit möglich dahin gestrebt werden, daß die Schüler bei ihrer Entlastung aus der Schule den ganzen Pentateuch mit Ausnahme der zum Uebersetzen nicht geeignet erscheinenden Stücke fertig übersetzen können. Beim Unterrichte im lieber setzen der Gebete sollen noch soweit möglich sämmtliche den Psalmen entnommenen Stücke des Gebetbuches und die Sprüche der Väter übersetzt werden. L 8. Für diejenigen Schulen, in welchen eine genügende Anzahl mit Stimmmitteln begabter Kinder sich befinden, wird auch die Einübung von passenden Liedern religiösen Inhalts, insbesondere von Synagogengesängen, empfohlen! und kann hierfür ein Theil der für die systematische Religionslehre bestimmten Unterrichtszeit verwendet werden. K 9. Im Uebrigen gelten die Bestimmungen des Lehrplans sür die Volksschulen auch sür die besonderen israeli-! tischen Religionsschulen. j §10. Schließlich empfehlen wir den israelitischen Gc- S meinden, in welchen besondere israelitische Religionsschulen l bestehen, bei Anstellung von Lehrern an denselben in den! abzuschlicßendcn Dienstverträgen die Zahl und die Zeit der zu crtheilenden wöchentlichen Unterrichtsstunden genau sest- : zuwtzen. Der Ministerial-Commiffär. Joos. Willstätter. i t*l 11 V 01 M l Cl C ft Li C ft \c 11 . Deutschland. Berlin, 15. Rov. Wie die „Post" mittheilt,^ har Fürst Bismarck nachstehendes Schreiben an Herrn Rudolf Hcrtzog hierselbst gerichtet: Barzin, 11. Nov. 1881. Ich danke Ihnen verbindlichst für die Aufmerksamkeit, welche Sie mir durch die Uebersendung Ihrer elegant ausgestatteten Agenda erwiesen haben und benutze diesen Anlaß gern, um meiner Freude über Ihre opferbereite und muthige Theilnahme am Kampfe gegen die Fortschrittspartei Ausdruck zu geben. Das glänzende Beispiel, welches Sie durch Ihr Eintreten in die Wahlbewegung gegeben haben, wird, wie ich hoffe, belebend aus solche Gesinnungsgenossen wirken, deren Zurückhaltung von persönc' ü licher und sachlicher Mitwirkung eine der Ursachen des gegnerischen Sieges bildet, v. Bismarck. Man erinnere sich, daß dieser Hertzog der ausgesprochenste Judenfeind ist seit Jahren, und dies in der unumwundensten Weise kund gethan, daß er über 100,000 M., namentlich sür die conservativ - antisemitischen Volksfeste hergegeben. Selbst die „Germania" macht zu obigem Briefe die Bemerkung: „Wir bedauern nur, daß die reichen Mittel nicht in einer mehr zweckentsprechenden Weise angewendet worden sind." Für uns ist natürlich diese neueste Kundgebung des Reichskanzlers noch besonders interessant! — Es ist bekannt geworden, daß die Mittheilung des Herrn Behrend, bevor sie an die „Rat. Z." ging, vom Reichskanzler selbst durchgesehen worden. Neuerlichst enthielt nun die Augsb. „A. Z."

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