Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1881)
- Date
- 1881-11-22
- Page
- Seite 776 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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776 richt zu verwendenden 6 wöchentlichen Stunden (Gesetz § 27 Abs. 2) für einen erweiterten Religionsunterricht verwenden, da ohne eine solche Erweitcrnng namentlich der Unterricht im Hebräischen nicht in dem höchst wünschcnswerthcn, erforderlichen Maaße ertheilt werden kann. § 28. Auch müssen wir dringend wünschen, daß die Rabbiner, eingedenk ihrer Pflicht, für die Förderung religiösen Wissens bei der isr. Jugend mitzuwirkcn, zum Zwecke der Erweiterung des isr. Religionsunterrichts an ihren Wohnorten in den obcrn Klassen wöchentlich einige Stunden Religionsunterricht ertheilen. § 29. Die Bestimmungen vorstehenden Lehrplans sind auch für die im volksschulpflichtigen Alter befindlichen Schüler der Gymnasien, höheren Bürger- und höheren Mädchenschulen sowie der Privatlehranstalten in Anwendung zu bringen. Rückfichtlich der bezeichneten, in einem höheren Alter stehenden Schüler, bleiben weitere Bestimmungen Vorbehalten. Karlsruhe, den 18. Februar 1881. Gr. Oberrath der Israeliten. Der Ministerial-Commiffär. Koos. Willstätter. (Forisetzung folgt.) £vi li 11 icj Miacljvicf];entschland. Wahlresultat ergab einen Sieg der „Vereinigung zur Pflege des Deutschthums". Die Candidaten derselben erhielten ca. Berlin, 13. Nov. (Privatmitth.) Wenn wir in der 430—410 Stimmen gegen nur ca. 320—330 Stimmen, Zusammenstellung der einzelnen charakteristischen Züge und welche auf die Candidaten der „ Freien wissenschaftlichen Ver- Borgänge fortsahren, so soll es nicht unbemerkt bleiben, daß cinigung" fielen. Auch bei den Facultätswahlen kamen in in der gestrigen ersten Sitzung des „Deutschen Vereins für drei Facultäten die Candidaten der „Vereinigung zur Pflege Armenpflege und Wohlthätigkeit", in welcher über 200 Perdes Deutschthums" durch, und zwar in der theologischen, der sonen, zumeist Vertreter größerer deutscher Communeu zujuristischen und der philosophischen Facultät. Nur in der gegen waren, Dr. Straßmaun durch Acclamation einmüthig medicinischen Facultät unterlag der Candidat der „Vereinigung zum Vorsitzenden gewählt worden; neben ihm wurden zum zur Pflege des Deutschthums". Ein Antrag auf Absendung zweiten und dritten Vorsitzenden der Oberbürgermeister Ohlig eines Telegrainms an Bismarck kam nicht mehr zur Abstimvon Tarmstadt und der Oberbürgermeister Papst von Weimar mung. — Ter Hofprediger Stöcker hat sich nun einmal zu gewählt. Ob dieser Verein den Beinamen „Deutsch" etwas einer Persönlichkeit gemacht, der wir unsre Aufmerksamkeit mehr verdient, als der Verein hiesiger Studirendcr „Zur schenken müssen. Die protestantische Kirche zeigt sich jetzt Pflege des Teutschthums", d. h. des Antisemitismus, ist doch wieder so gespalten, daß es uns nicht verwundern kann, wenn kaum zweifelhaft. Bei einem Commers dieses letzten Vereines die entgegengesetztesten Kundgebungen betreffs Stöcker» zu am Donnerstag Abend waren als Ehrengäste zugegen — Stöcker Tage treten. Von der einen Seite hat es die protestan- und Prof. A. Wagner, letzterer als der einzige von den Totische Geistlichkeit im Wahlbezirke Minden fertig bekommen, centen der hiesigen Universität. Daß der Antisemitismus bei daß in der Stichwahl Stöcker in den Reichstag gewählt den hiesigen Studenten noch sehr im Schwange ist, kann, so worden und in gleichem Sinne hat die eben versammelte bedauerlich es auch ist, nicht verschwiegen werden. In diesen brandenburgischc Provinzialsynode durch Mehrheit Stöcker Tagen fand eine allgemeine Studcntenvcrsammlung zur Borzu ihrem Vorsitzenden gewählt. Hingegen sind jüngst geharnahmc von Wahlen in den Ausschuß von Studirendeu statt, nischte Erklärungen gegen Stöcker von dem Herausgeber der an welcher fast 1000 Studenten theilnahmen. Tie Versamm- „Protest. Kirchenztg." Lic. Websky und vom Superintendenten lung hatte einen sehr stürmischen Verlauf, mußte vier Mal A. H. Braasch veröffentlicht worden, in welchen sie Stöcker „vertagt" werden, und dauerte deshalb sechs Stunden. Es Nachweisen, daß er seine Wirksamkeit in der Eisenacher Conlagen zwei Candidatenlisten vor, die eine aufgestellt von der ferenz erst geleugnet, dann zugestanden und mit Gedächtnißjeder confessiouellen Scheidung innerhalb der Studentenschaft schwäche enschuldigt hat. Ferner berichtet die „Voff. Ztg." principiell abgeneigten „Freien wissenschaftlichen Vereinigung", Folgendes: „Herr Hosprediger Stöcker sagte in der Tonhalle die andere von der „Vereinigung der Studirenden zur Pflege am 28. October c. in seinem Vorträge über das Thema: des Deutschthums"; letzterer hatten sich der Berliner 60., „Nach der Wahl": „Die Fortschrittspartei hat nun in Berlin der Küstrincr Studentenverein, der Theologische Verein, der noch zwei Stichwahlen gegen die Socialdemokraten zu be- Akademische Verein für Rechtswissenschaft, der Akademische stehen, und ich bin überzeugt, Viele von Ihnen möchten gern Verein für Heilkunde, die Sucvia, der Verein für Mathefür die Socialdcmokratcn stimmen. (Stürmischer Beifall.) matik und der katholische Leseverein angeschlossen. Das Ich kann Ihnen das aus keinen Fall anrathen." Herr