Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1881)
- Date
- 1881-11-15
- Page
- Seite 764 (sequence 12)
- Language
- German
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764 jähriger Gesängnißhaft vcrurtheilt; der achte Angeklagte, Bonn, 6. Nov. (Notizen.) Man schreibt uns vom welcher über die Grenze entkommen war, ist im Auslande Rheine im Oktober. Am 23. B. M. feierten die N. gestorben. Ter besagte jüdische Knabe hatte im Potschaewsk- Kloster eine Zuflucht gefunden, war von dort entführt und nach Oesterreich gebracht worden; von dort entfloh er und wurde später im Kreise Kremcntschuck ertrunken gefunden. — Aus Elisabethgrad in Gouvernement Cherson wird mitgetheilt. das; sich im Süden von Rußland eine neue jüdische Seetc bildet, welche sich „die geistig-biblische Brüderschaft" nennt. Dieselbe verwirft jede äußerliche Ceremonie außer der Befchueidung; die Ehe wird ohne kirchliche Ceremonie nur nach gegenseitiger Einwilligung geschlossen, Scheidung ist zulässig; von allen Festen ist nur der Sabbath und der 2. Januar als Stistungstag der Brüderschaft beibehalteu. In moralischer Beziehung wird von den Brüdern auf solche Be- Simons'schen Eheleute in Neuß das Fest ihrer goldenen Hochzeit und haben in echt jüdischer Weise den Tag besonders durch Werke der Liebe und Wohlthätigkeit, fromme Stiftungen u. s. w. ausgezeichnet. So wurde der Stadt Neuß als „Simons'sche Stiftung" die Summe don 4000 Mark überwiesen, welche rentbar anzulegen ist, und deren Zinsen die Stadt zur Unterstützung von Hausarmen ohne Unterschied der Confession zu verwenden hat, und zwar, dem numerischen Verhältnisse entsprechend, zwei Viertel für Arme katholischer und je ein Viertel für Arme jüdischer und protestantischer Confession. 2000 Mark wurden zum Bau einer neuen isr. Elementarschule ausgefetzt; die Unterstützungscasse des „Vereins israelitischer Elementarlehrer für Westfalen und schästigungeu hingewiesen, welche den Menschen veredeln:; die Rheinprovinz" erhielt 300 Mark, wodurch die edlen ganz besonders wird der Ackerbau begünstigt." — j Spender nach den Statuten dieses Vereins die Ehrenmit- Die Nachrichten aus Rußland lauten übrigens nach allen - gliederschaft erwerben. Ferner wurden durch namhafte Richtungen hin betrübend. Tie Nihilisten erlassen fort und fort! Gaben bedacht: das „Asyl für Altersschwäche" in Cöln, das ihre Proklamationen, in denen sie das Volk gegen die Regierung, die „Herren", die Besitzenden und insbesondere gegen die Inden aushetzcn. Tie Efthen rotten sich gegen die deutschen Grundbesitzer zusammen, und in Städten wie Dorpat, Rcvel flammen Feuersbrünste aus, also Gegenden und Städte, wo die Juden nur in verschwindender Majorität vorhanden sind. Waisenhaus in Paderborn u. s. w. Ehre und Dank dem würdigen Jubelpaare, und möge ihm ein recht heiterer Lebensabend beschieden sein! Aus Krotoschin schreibt man uns: Dem würdigen, achtzigjährigen Lehrer ihrer Gemeindeschule, Herrn Jacob Blum, auch bei seinem Scheiden aus dem Lehramte zu ehren, versammelten sich vor einigen Tagen gegen 60 Mitglieder Türkei. Lemberg, 27. Oktober. In WoloezySk hat gestern das der hiesigen jüd. Gemeinde und Kollegen zu einem Festmahle. Kriegsgericht die Bauern Chotkowskij und Kiryluff wegen j Bald nach Eröffnung deffelben wurde dem wackern Emeritus, Betheiligung an der im Frühjahr stattgehabten Judenhetzen j der nahezu fünfzig Jahre an der hiesigen jüdischen Elementar- und Plünderung jüdischen Eigenthums zu zehnjähriger schule segensreich gewirkt, ein prachtvoller silberner Pokal Zwangsarbeit verurtheilt. Zu Beginn des Prozesses erhielt > mit entsprechender Widmung vom Vorstande überreicht, das Kriegsgericht vom Minister Jgnatieff ein Telegramm, > Herr Blum, welcher nunmehr nach Lisia übersiedelt, hat worin mitgetheilt wurde, daß das Tarnapoler KreiSgericht sich Hierselbst ein dauerndes Andenken, und zwar nicht nur einen österreichischen Unterthan als Rädelsführer der Judendurch unermüdliche Amtsthätigkeit, sondern auch durch eine krawalle in Woloezysk zu zehnjähriger Kerkerstrafe verur- Stiftung gegründet, welche, vor zehn Jahren von ihm in's theilt hat. j Leben gerufen, seinen Namen trägt. Für das Wohl strebsamer Kinder armer jüdischer Eltern bedacht, fügte der treue Lehrer zu dem bei der Feier seines siebzigsten Geburtstages Konstantinopcl, 16. Okt. Man schreibt von hier: von Freunden und früheren Schülern ihm überreichten Geld- Seit Kurzem bcsindet sich hier Herr Alexander als Vertreter gefchenke eine namhafte Summe hinzu und legte den Grund von Comitds, welche den bedrückten Juden Rumäniens und zu der nun bereits landesherrlich genehmigten und segens- Rußlands ein neues Heim verschaffen wollen. Diese sollen reich wirkenden Blum'schen Stiftung für arme begabte als ackerbauende Colonie in Syrien angesiedelt werden. Tie Gymnasiasten, die aus der hiesigen jüdischen Elementarschule Bitte um die nötbigen Zuweisungen von Grund und Boden hcrvorgegangen. Mögen dem fürsorglichen, biedern Jubilar hat eben die schwierigste Station, die politische Commission, an der Seite seiner Gattin noch viele und frohe Tage bepassirt und soll demnächst vor den Staatsrath und den z schieden sein! Sultan gebracht werden. Der letztere hat sich nicht ohne! Im Kreise seiner Familie beging am öten d., 83 Jahre Wohlwollen über die Sache geäußert, wenn er auch Herrn i alt, der Geheime Sanitäts-Rath Herr vr Marlin Steinthal Alexander auf Abwarten des ministeriellen Gutachtens ver- J in Berlin, die Feier seines sechzigjährigen Doctor-Jubiläums, wiesen hat. j Tie medicinische Fakultät hiesiger Universität entsandte als