Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1881)
- Date
- 1881-11-15
- Page
- Seite 763 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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763 Gegenstände von hiesigen und auswärtigen Gelehrten halten, legte ein Lesezimmer sür die besten Zeitschriften an, sowie auch eine jüdische Bibliothek. Früher erhielt er auch die Talmud-Thora-Schule, welche aber jetzt unter den Auspizien des Gemeindevorstandes steht. In diesen Tagen veröffentlichte der Verein einen Bericht über die letzten drei Jahrenun, daß auch die eingeborenen Israeliten Algeriens keine Zöglinge hierher entsenden, so wird die geringfügige Zahl nicht mehr auffallen. Daß aber aus diesem Umstande ein Mangel an Rabbinern für die vielen Consistorial- und Gemeind erabbinerstellen sich ergeben wird, ist vorauszusehen. — Der General Lambert (Israelit), der zuletzt Platzcommandant von Ein Verzeichniß der in diesen zehn Jahren gehaltenen Vor-> Paris war, ist nach Tunis entsendet worden, um die jetzt träge giebt ein recht anschauliches Bild von dem Reichthum i überaus schwierige des Platzcommandanten dieser Stadt ein- und der Mannichfaltigkeit der Gegenstände, welche kundige zunehmen, schwierig, weil in der mohamedanischen Bevölker- Hände den Schätzen unserer Geschichte und Literatur zu ent- ' nng eine außerordentliche Aufregung vorhanden ist. — Baron nehmen vermögen. Der Verein ist im Fortschritt begriffen; James Eduard von Rothschild, Sohn Nathaniels, ist plötzlich und will jetzt auch einige Borträge einrichten, an denen auch verstorben. Er war 36 Jahre alt, und sein Tod um so mehr Damen theilnehmen können; endlich auch einzelne, namentlich zu beklagen, da er der Gründer und Präsident der Looieie populär gehaltene Vorträge durch den Druck veröffentlichen.: des Stuckes zuives war. Er war Advokat und hatte einige Unsere lebhaften Wünsche begleiten ihn für das neue Jahr-! Male plaidirt. — In Besan^on ist ein israelitisches Conzehnd seines Bestandes. (S. noch den Literar. Wochenb.) sistorium errichtet worden, das neunte in Frankreich außer ~ r . den dreien in Algerien. ■Oelgteu. | Paris, 1. Nov. Man wird sich erinnern, daß das Brüssel, 2. Nov. (Privatmitth.) Bekanntlich hat die Gesetz, welches alle confessionellen Friedhöfe aufhebt, und das städtische Behörde der Bestand confessioneller Friedhöfe untersagt. Daß dies nur gegen die Uebergriffe der Ultramontanen gerichtet ist, nicht gegen die Juden, die aber darunter zu leiden haben, ersieht man daraus, daß, da die Stadt nunmehr auch für die Bestattung zu sorgen hat, sie für die jüdische Gemeinde zwei sehr schön ausgestattete Leichenwagen angeschafft hat. Die Juden lasten übrigens ihre Leichen auf der jüdischen Abtheilung des Friedhofs zu Uckel bestatten, was freilich mit größeren Kosten verbunden ist. — Der seit 2* 2 Jahren an der hiesigen Universität als ordentlicher von der Deputirtenkammcr angenommen war, bei dem Senate in der vorigen Session unerledigt blieb, weil bei der Abstimmung die ganze Rechte sich entfernte und die Versammlung dadurch beschlußunfähig machte. In der ersten Sitzung der jetzt begonnenen Session wurde das Gesetz von der Mehrheit angenommen (mit 146 gegen Stimmen) und wird nun bald promulgirt werden. Sobald die definitive Wahl ihres Vorstandes von der französischen Deputirtenkammer vorgenommen sein wird, will der Abg. Naquet seinen schon einmal abgelehnten Gesetzentwurf über die Zulässig- Profeffor der Geschichte wirkende I)r. Martin Philippson keit der Ehescheidung wieder einbringen. Tie Bestattung des hat an derselben ein bisjetzt an den belgischen und französi-; Barons James Eduard v. Rothschild fand in einer rührenden schen Universitäten fehlendes Institut, nämlich ein historisch-Einfachheit statt, bei welcher sich nur die Anwesenheit der philologisches Seminar, nach deutschem Muster, gegründet, und! höchsten Notabilitäten hervorhob. Es waren unter Anderen haben sich zu demselben zahlreiche Studenten gemeldet. Die > der Senatspräsident, der Finanzminister, die Gesandten von belgischen Blätter sprechen sich mit vieler Anerkennung da-i England, Spanien und Italien erschienen. Die Beerdigung rüber aus und man will jetzt an den übrigen Universitäten! fand in dem Erbbegräbniß in der israelitischen Abtheilung des Landes gleiche Einrichtungen treffen.! des Pere Lachaise statt. Die beiden Großrabbinen sprachen .! die üblichen Gebete in hebräischer und französischer Sprache Frankreich. : e-ne Grabrede wurde nicht gehalten. — Der Preis Yolney Paris, im Oktober. (Privatmitth.) Wir haben zur! für vergleichende Philologie wurde am 2ö. Okt. in der Jahrcs- Zeit auch in diesem Blatte über das schöne Gebäude berichtet,! sitzung der fünf Akademien des Institut de France Herrn welches für das hiesige Rabbiner-Seminar errichtet und wo-; James Darm steter zuertheilt. — hin dasselbe bereits übertragen worden. Jetzt stellt man in > dem Gebäude auch eine Synagoge für circa 300 Personen! *l v L * her. Damit contrastirt allerdings in unangenehmer Weise die! Moskau, 17. Okt. Man schreibt der „Köln. Z/: geringe Zahl der Zöglinge, die auf 4 zusammengeschmolzen! ^Das Krcisgericht zu Lutzk hat über die der Ermordung ist. Die Ursache hiervon liegt in der Abtrennung von Elsaßeines jüdischen Knaben, der zum Ehristenthum übergetreten Lothringen, denn aus dem jetzigen deutschen Reichslande, das! war, angeklagten Juden das Urtheil gefällt. Drei der Anbeinahe - der französischen Juden befaßte, stammten auch geklagten sind srcigesprochen. drei zu l.'fiäyriger Zwangsardie meisten Zöglinge des Rabbinerseminars. Erwägt man ‘ beit in Sibirien und einer wegen Mitwissenschafl zu zwei-