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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-15 · Heft 46 (15.11.1881) · p. Seite 761

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 46 (15.11.1881)
Date
1881-11-15
Page
Seite 761 (sequence 9)
Language
German
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761 Ueberschuß von 194,40 M. verblieb. Das Vermögen belief entfernt halten, erhielten der Schuhmacher Carl Jntrezcnka, sich auf 171,706 M. Auch die Zahl der Zöglinge ist geder Arbeiter Carl Zülcke und der Arbeiter Heinrich Lück je wachsen denn sie betrug 21, von welchen 2 abgegangen. Auch! 14 Tage Gefängniß; wegen durch lautes Schreien und Toben ein Gymnasialunterricht ist mit dem Seminar verbunden.! verübten groben Unfugs an jenen Abenden wurden der Ar- (S. noch Lit. Wachender.) i beiter August Walter, der Arbeiter Heinrich Pricbe und der — Auf der jetzt hier tagenden „ Brandenburgschen Pro- Tischlergeselle Carl Bigitschki zu je 14 Tagen Haft verurvinzialsynode" hob der Justizrath Lesse hervor, daß die Ber-! theilt. liner Stadtmission zuerst segensreich gewirkt habe; jetzt unter j . Nordhausen, 31. Oktober. Am Tage der Feier der Herrn Stöcker sei es aber wesentlich anders: auf der dies-! goldenen Hochzeit unseres verehrten Kaiserpaares, am 11. Juni jährigen geistlichen Augustconferenz sei proclamirt worden,! 1879, überreichte, wie unsre Leser sich erinnern werden, Herr daß die Stadtmission auch sür gute politische Lectüre sorgen I Jacob Plaut, ein Kind unserer Stadt, der im Jahre I8f>2 müßte, und cs beschäftigten sich die Stadtmissionäre mit der j nach Leipzig übersiedelte, aus Anhänglichkeit an seine Vater- Verbreitung des „Reichsboten"; diese Verbindung der Politik! stadt, zu Händen des Herrn Oberbürgermeisters Rieman, ein mit dem Christenthum sei sehr zu beklagen und könne nicht Geschenk von 300,000 M. zur Stiftung einer Alter Versorzum Heile der evangelischen Kirche und zum Frieden in dergungsanstalt, mit der ausdrücklichen Bestimmung, das; arme selben gereichen. Auch die Herren Hosprediger Baur und und würdige, über 50 Jahr alte, hilflose Personen nuferer Dr. Websky erklärten sich gegen die Art wie Stöcker, innere; Commune, ohne Unterschied des Geschlechts, der Religion nnd Mission mit Politik in Verbindung bringe. Gegenbehaupdes Standes in dieser Anstalt eine Zufluchtsstätte finden mögen, tungen wurden dadurch erledigt, daß thatfächlich der „Reichs-1 Schon vorher hatte Herr Jacob Plaut mit feinen Brüdern bote" des Herrn Stöcker durch die Stadtmissionäre verbreitet > unsere Stadt mit verschiedenen Legaten zu milden Zwecken wurde. — Der Anhang des Dr. Hcnrici ist bereits sehr zu-! bedacht. In dem aus fünf Mitgliedern bestehenden Curatosammengeschmolzen. Er will daher eine neue Partei gründen, die er „Antisemitischen Sozialismus" nennt. Man sieht, der Name Sozialismus wird jetzt auf alle mögliche Weise mißbraucht, so daß er bald gänzlich discreditirt sein wird. — In einer Versammlung der christlich-socialen Partei, welche am Freitag im Thalia-Theater stattfand, und in welcher rium sollten stets ein christlicher Geistlicher und der jeweilige Rabbiner Platz haben. Dieser hochherzigen Schenkung schloß sich der Schwager des Stifters, Herr Samuel Frenkel, in rühmlicher Weise an durch Schenkung eines an der Halle' schen Chaussee belcgenen Areals von ca. 5 Morgen znm Bauterrain. Jetzt steht das Gebäude massiv einfach und die Herren Vaftor Diestelkamp und Hapke das Wort führten, j solide ausgeführt da. Es enthält: 28 Zimmer für je eine wurde „unter ungestümem Beifall", wie die „N. A. Z." er! Person bewohnbar, sämmtlichc Zimmer werden durch Central zählt, mitgethcilt, daß bei der eventuellen Nachwahl im III .Heizung (Hcißwasscrsvstem) geheizt. 1«; Zimmer sür je zwei Wahlkreise Herr Stöcker als antifortschrittlicher Candidat aus- Personen, so daß also 60 Personen untergebracht werden gestellt werden wird. — Aus Süd-Rußland sind am 4. d. M., wie wir der „Kreuzztg." entnehmen, ungefähr 360 jüdische Auswanderer in Berlin angekommen. Dieselben wurden unter Leitung des Geh. Commerzienraths Lachmann auf dem hiesigen Hamburger Bahnhofe mit Speise und Trank erfrischt und dann nach Hamburg weiter befördert, um dort zur Auswanderung nach Amerika eingeschifft zn werden. Stolp, 31. Oktober. Heute wurden wiederum vom Schöffengericht mehrfache llrtheile bezüglich der am 2. September und am folgenden Tage hier stattgehabten antisemitischen Krawalle ausgesprochen. Wegen groben Unfugs (wicderkönnen; in jeder Etage bcsinden sich 2 Gcsellschasts-, 1 Badezimmer, 1 Grudeküche, 2 in 2 Abtheilungen getheilte Aborte (Tonnenspstem) und die Wasserleitung. Im Erdgeschoß nach vorn besinden sich aus der rechten Seite die Wohnung des Hausverwalters, aus der linken Seite die Küche, das Waschhaus und die Rollkammer, ferner im Erdgeschoß nach hinten die Oefen sür die Ccntralhciznng, die Keller- und Kohlenräume. Vor, neben und hinter dem Gebäude befindet sich noch eine bedeutende Grundfläche, deren vorderer Theil parkartig und deren Hinterer Thcil znm Gebau und zur Obstplantage eingerichtet werden soll. Tie Kosten belaufen sich auf 100,000 M., so das; von dem Stiftungsholten lauten Hepp-Hepp-Rufens unter einer großen Menschenkapital 200,000 M. übrig bleiben, deren Zinsen sür die menge) erhielten der Droschkenkutscher Carl Misch und de, Verpflegung der Ausgenommenen verwendet werden. Ties Droschkenkutscher Carl Bergunde je 14 Tage Hast; wegen ' genügt aber nur für 40, und muß man von der Zukunft Auflaufs, weil sie, nachdem die aus dem Marktplatze vcr-> erwarten, daß die Fonds bis zur erforderlichen Höhe vermehrt sammelte Menschenmenge von den zuständigen Beamten resp. werden. Heute fand nun durch eine einfache und würdige dem Befehlshaber der bewaffneten Macht ausgefordert war, sich zu entfernen, sich nach der dritten Aufforderung nicht Feier die Einweihung des Hanfes statt. In den Reden, die der Oberbürgermeister und der Superintendent hielten, wurde -16

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