Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 46 (15.11.1881)
- Date
- 1881-11-15
- Page
- Seite 759 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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759 Friedens willen sie tragen und dulden soll, zumal wenn das! nicht zu übersetzen vermag und giebt eine entsprechende Ueberdie öffentlichen Constitutionen des Reiches so bestimmen, oder j tragung, die er mit erklärenden Anmerkungen begleitet. Aufwenn Gesahr und Unglück von außen droht. Letzteres befallend war es uns, daß der belesene Vers., der die mannichjahe ich." faltigsten Schriften citirt, gerade die A. Z. d. Jud. da mit Im Kap. 3. führt er den „Beweis für die bejahende Stillschweigen übergeht, wo er sich auf einen Artikel derselben Behauptung", und findet diesen zuerst im Völkerrechte. Es bezieht. — Mit Befriedigung bemerken wir, daß von dem heißt dann: : „neuhebräischen und chaldäifchen Wörterbuch über die Tal- Th. 4. Der zweite Beweis, den wir zum Schutze der mudim und Midraschim" von Rabb. Prof. Dr. I. Levy bejahenden Antwort beibringen, ist aus den zahlreichen guten (Leipzig, Brockhaus 1881) eine neue Lieferung, die 14., er» Folgen hergeleitet, die in Begleitung der Duldung sind, schienen ist. Sie reicht von y:: bis nsoao, und bringt der welche die Hebel, die aus der Unterdrückung der Religionen intereffanten und tüchtig bearbeiteten Artikel recht viele. Zur entstehen müffen, in um so dunkleren Schatten stellen. Wir Vollendung des ganzen Werkes werden noch mindestens 8 Liewollen das in folgendem Bedingungsschluß zusammenfafien: ferungen erforderlich sein und da jetzt jährlich 2 erscheinen, Th. 5. Wenn mehr Ruhe und Friede an den Orten so werden wir erst nach vier Jahren zum Abschluß des Ganzen herrscht, wo verschiedene Religionen geduldet werden, als an gelangen. — Wir haben jüngst aus einer Rede einige Ausdenen, wo sie verfolgt werden, so folgt, daß die Duldung zu! züge gebracht, welche der Profeffor und Doctor der Theologie gestatten sei. „Th. 7. Die Richtigkeit der Voraussetzung lehrt 1) die W. Baum garten am 15. September zu Berlin gehalten. Diese Rede ist jetzt vollständig erschienen: Stöcker's gefälschtes gesunde Vernunft. Wie auch immer die in der Religion ab- Christenthum (Berlin, Stnhr, 1881.). Die Rede ist höchst weichenden Unterthanen eines Staates geartet sein mögen, interessant, und zeigt, wie weit der evangelische Hofprediger so haben sie doch wenigstens in den Dingen, die das gemein- Stöcker sich von dem entfernt hat, was das wirkliche christsame Wohl des Staates angehen, ein gemeinsames Band der liche Kirchenthum enthält. — Vor Kurzem berichteten wir Eintracht, durch das sie unter sich zusammengehalten werden über die gründliche und bedeutsame Arbeit des Rabb. Dr. und vermöge deffcn sie besondere dem Staate drohende Ge- W. S. Zuckermandel (jetzt in Trier) über die Tosefta. fahren mit vereinten Kräften abzuwehren im Stande sind."! Zur ersten Texteslieferung hatte Dr. Z. eine Uebersicht von „Th. 10. Verfolgungen sind ja nichts anderes, als die > dem Inhalt der Tosefta angefangen. In einem „Supple- Zündstoffe der unmenschlichsten und verhängnißvollsten Kriege, ment", das soeben (Trier, Lintz, 1882) erschien, wird diese durch welche die blühendsten Gegenden und Landstriche ein- Uebersicht beendet und Register hinzugefügt, die den Gebrauch geäschert worden sind." Im Schlußkapitel spricht er dann „über die Widerlegung der gegentheiligen Ansicht", und beruft sich auf oen gesunden Menschenverstand, die Erfahrung, die h. Schrift und andere Schriften. So waltete schon im Großvater der Geist, der in seinem Enkel zum vollen Durchbruch kommen sollte. Daß sich Theophilus Lessing an den berühmten ersten Verfechter der Toleranz, den französischen Staatsrechtslehrer Jean Bodin (geb. 1530. S. diese Zeitung 1866. S. 437 ff.) lehnte, ersieht man aus mehreren Citaten der Schriften Bodin's. — In der Beilage zur „Allgemeinen Zeitung" vom 13. Sept. der Tosefta sehr erleichtern, nämlich der Bibelstellen, der Personennamen, der Ortsnamen, der Parallelstellen, der aramäischen Stellen, der Citate in Estori Parchis Kastor Wepherach, endlich der Vokale in der Erfurter Handschrift. Es wird nun noch ein Gloffar folgen, das der Vers, im Lauf eines Jahres zu liefern verspricht. Hierzu kommt: Tosefta-Varianten (Trier, Lintz, 1881.). Ein besonderer Abdruck einer Abhandlung in der Monatsschrift von Grätz, in welcher 21 Varianten der Erfurter und Wiener Handschriften nach bester Methode behandelt werden. — Dem Berichte über die letzten drei Jahre des Vereins zur Förderung und Verbreisindet sich ein intereffanter Aufsatz von Dr. Philipp Kroner j tung der Wissenschaft des Judenthums, Asike Jehuda zu Prag, (Brandenburg): „Der Talmud und die FarbenDer eigentliche Gegenstand ist die Widerlegung einer Behauptung des Prof. Dr. Franz Delitzsch, daß man in beiden Talmuden kein direktes unzweideutiges Wort vom blauen Himmel finde. Kroner weist auf Menachoth 43 und Sota 17 hin, um D. eines Befferen zu belehren. Er nimmt dabei Gelegenheit, über andere naheliegende Punkte zu sprechen, z. B. daß der Hebräer die Ruckert'schen Zeilen: „Die Sonn' ist eine goldene Ros' im Blauen, Die Ros' ist eine rothe Sonn' im Grünen", geht ein populär wissenschaftlicher Vortrag von Dr. Moritz Tauber voran, „Alexandrien und Cordova". Daß diese Zusammenstellung nicht unpaffend, daß neben charakteristischer Verschiedenheit sich doch auch Aehnlichkeiten zwischen dem jüdischen Leben in Alexandrien und Cordova fanden, erweist der Redner in schwungreicher, populärer, doch aber die wesentlichsten Punkte hervorhebender Weise. In der Schilderung Alexandriens nehmen natürlich die Septuaginta und Philo, in der Cordova's Maimonides den Vorrang ein, und der Verfasser versteht es, in kurzen Zügen die wesentlichen Eigen-