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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-08 · Heft 45 (8.11.1881) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 45 (8.11.1881)
Date
1881-11-08
Page
Seite 747 (sequence 11)
Language
German
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747 olle Zeiten sein, und wenn ich nun dessenungeachtet mich mitenbewegung keinen Boden gesunden, und lasse den Geist, gedrungen fühle, über meine hiesige Stellung persönlich zu der hier waltet, den Geist der echten Humanität und Geberichten, so geschieht dies nur um deswillen, weil ich über-! rechtigkeit, sich über das gesammte theure deutsche Vaterland zeugt bin, damit meinen zahlreichen Freunden und Amtsergießen! Hei den he im. brüdern nah und fern eine Freude zu machen, allen meinen Hildcsheim, 25. Oktob. (Privatmitth.) Sowohl der Glaubensgenossen bei den schmachvollen Erscheinungen der trefflichen Leitung unserer Gemeinde einerseits, wie ganz bc- Gegenwart gewissermaßen eine frohe Botschaft zu bringen.; sonders der unermüdlichen und einflußreichen Wirksamkeit Ich wirke seit 18;i4 in hiesiger Gemeinde, von 1845 unseres verehrten Landrabbiners, Dr. Guttmann haben wir ab auch als Rabbiner unseres Fürstenthums, wurde 1840 als es zu verdanken, daß Ostern 1880 der Ban eines neuen Lehrer der fürstlichen Realschule in den beiden obersten Schulhauses beschlossen wurde. Jetzt steht nun der stattliche Classen angcstellt, bin seitdem Ordinarius der Sccunda, Bau vollendet da als redendes Denkmal dafür, daß hier unterrichte in Prima Mathematik, physikalische und mathemaunsere alte Stammcstugend, jene Opsersreudigkeit noch lebt, tische Geographie, in Sccunda Deutsch, kaufm. Rechnen und Am feierte die Gemeinde die Einweihung des Geographie, war in früheren Jahren auch mehrmals Stellneuen Schulgebäudes, lieber die hierbei stattgehabten Feiervertreter des erkrankten Dircctors. Im Jahre 1845 wurde lichkciten erstatteten Tags darauf alle hier erscheinenden ich Eollaborator, 1852 erster Oberlehrer der Anstalt, erhielt Zeitungen Berichte, von denen ich den der „Hildesheimer 1870 von Sr. Durchlaucht den Hausorden, womit bis Zeitung", eines im ultramontanen Sinne redigirten dahin noch kein Lehrer unseres Landes decorirt worden, und Blattes, anführc. „Gestern wurde das neue Schulgebäude als am 17. d. M. unser neues, prachtvolles Staatsschulgebäude, gemeinsam für Gymnasium und Realschule, feierlich cingeweiht wurde, ernannte mich Se. Durchlaucht zum Professor an der fürstl. Realschule. Beglückt durch die Huld meines Fürsten, durch die Anerkennung meiner hohen Vorgesetzten, durch die Liebe meiner Mitbürger, meiner Collegen, meiner zahlreichen früheren und gegenwärtigen Schüler christlicher und mosaischer Religon, fühle ich mich leiblich und geistig stark genug, mit Gottes Hülfe noch einige Jahre zu wirken, wozu mich nicht nur die wärmste Dankbarkeit antreibt und ermuthigt, sondern vornehmlich auch die heilige Pflicht, in dieser trüben Zeit auch welches die israelitische Gemeinde hat erbauen lassen, festlich cingeweiht. In der nördlichen Hälfte der zweiten Erage ist ein großer Saal, sehr schön decorirt, zu einer Aula eingerichtet. In dieser fand die Feierlichkeit statt. Ein großer Theil der israclit. Gemeinde hatte sich dazu cingefunden, die Mitglieder des Vorstandes, mit dem Rabbiner Herrn Dr. Guttmann in Amtstracht an der Spitze, hatten sich neben der Tribüne ausgestellt, auch der Herr Landdrost v. Pilgrim sowie mehrere Mitglieder der städtischen Collcgien waren zur Theilnahme an der Feier erschienen. Nachdem diese durch einen Gesang der Schulkinder eingeleitet, betrat der Rabbiner die Rednerbühne und hielt die Festrede, durch Vortrag und meinerseits nach schwacher Kraft zur Bekämpfung und that-j Inhalt zugleich ausgezeichnet, in welcher er zunächst der sächlichen Wiederlegung der niederen Borurthcile und Ver-! Freude über die Vollendung des Werkes und sodann dem dächtigungen möglichst beizutragen. Außer mir ist auch noch Dank an alle, welche zur Ausführung des Baues mitgewirkt der Herr Oberlehrer Goldschmidt, Lehrer der französischen! oder dazu beigetragen, in herzlichen Worten Ausdruck gab. Sprache, Israelit, seit 1847 an unserer Realschule angestellt! Im Folgenden ging der Redner auf die Bestimmung und und erfreut sich gleichfalls des vollstens Vertrauens ob seiner j den Zweck der Schule und wie die Erreichung des letzteren segensreichen Wirksamkeit. Seit 1846 wird der isracl. Religionsunterricht im öffentlichen Schulgebäude ertheilt, und unterrichtet außer mir, zugleich Dirigent, auch der Cantor und Religionslehrer der Gemeinde, Herr Schönlank pflichtgetrcu darin. Mit der Einrichtung des neuen Schulgebäudes ist es mir auch möglich geworden, sämmtlichen Schülern des Gymnasiums und der Realschule von Secunda aufwärts, noch einen besonderen höheren Religionsunterricht zu erthcilen. — Nicht allein, daß der Staat circa u'!n meines Gehaltes zahlt, es wird außerdem der jüdische Cultus noch mit einer namhaften, jährlichen Summe von demselben unterstützt. Gott wache mit seinem Vaterauge auch hinfort über unser Fürstenhaus, über Stadt und Land wo die Antiseerstrcbt werden müsse, sehr ausführlich und in allgemein ansprechender Weise ein; er führte im Besonderen aus, das; die Unterweisung in dem für das Fortkommen im Leben nöthigen Unterrichrsgcgenständen allein nicht genüge, sondern daß die Erziehung in Sittlichkeit und Gottesfurcht durch Unterricht in den Wahrheiten der Religion mittels Wort und Beispiel die Hauptsache sei, um die Kinder zu würdigen Mitgliedern der Gemeinde und des Staats herauzubilden. An den Hinweis auf das Bestreben der Juden, ganz Deutsche zu sein und ihre Jugend vollständig in dieser Richtung zu erziehen, knüpfte Redner einen energischen Protest gegen die ganz unberechtigeu Anfeindungen, welche die Juden da und dort wiederführen. Mit der Anrufung Gottes um seinen Segen für die Schule schloß der Vortrag. 45*

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