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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1881-11-01 · Heft 44 (1.11.1881) · p. Seite 732

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
45 (1881)
Issue
Heft 44 (1.11.1881)
Date
1881-11-01
Page
Seite 732 (sequence 12)
Language
German
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732 von der Welt ihren Lesern zu übermitteln. Neuerdings sie in eindringlichster Weise vor den Einflüsterungen gewisser wurde nun allerdings im „Poporul" und im „Bukarefter Hetzer warnt, für welche eine kleine Juden-Revolte umso mehr Tagblatt" die Zuschrift eines geachteten Advokaten aus Calaerwünscht wäre, als die Mittel, über welche die Opposition raschi veröffentlicht, welcher die ganze Blutsauge-Geschichte gegen das derzeitige Regierungs-System verfügt, von Tag zu als infame Erfindung brandmarkt und zugleich die Leicht- Tag an Zugkraft verlieren. gläubigkeit der Behörde geißelt, welche durch die einem in _ offenbar böswilliger Absicht ausgestreuten Altweibergewäsch beigelegte Wichtigkeit dem Racenhasse und dem Aberglauben Bonn, 23. Oct. (Notizen.) Man schreibt uns aus der niederen Volksklaffen neue Nahrung zuführt. Doch spricht Breslau: Tie berühmte Gold-, Silber- und Seidenschon der Umstand, daß man, um ernsteren Unruhen vorzu- Kunst-Stickerei (Specialität Prauches, Schulchandecken re.) beugen, ein Detachement Kavallerie nach Calaraschi beordern von Isidor und Rosalie Reiter, Breslau, Unterbär mußte dafür, daß der ausgestreute böse Samen Früchte zu Nr. 1 ist abermals um eine hohe Auszeichnung reicher getragen begonnen hatte. Wie ich vernehme, ist jedoch trotz worden. Sr. Majestät der Kaiser und König von dieses Zwischenfalles die öffentliche Ruhe in keiner Weise Oesterreich-Ungarn :c. haben geruht, dieser Firma, in Anergefährdet und hat auch die „Jndöpendance" ihren in dieser kennung ihrer kunstvollen Leistungen auf dem Gebiete der Affaire begangenen Fehler dadurch wieder gutgemacht, daß Stickerei, die goldene Berdienst-Medaille zu verleihen. Ae u illeton. Tabak! Noah am Tage gemacht hatte. Ties war der Hauptgrund, warum die Verfertigung der Arche so lange Zeit beanspruchte. Wie man gegenwärtig „wissenschaftlich" arbeitet, und dann Seit dieser Zeit, erzählt die Sage, hat Gott einen schweren die thörichtsten Hypothesen für fest begründete Resultate aus- Fluch auf den Tabak gelegt. — Dies ist die alte Sage der giebt, dafür wollen wir heute unseren Lesern ein ergötzliches griechischen Kirche; wo sie sich findet, kann ich nicht sagen, Beispiel geben, wobei wir im Voraus bemerken wollen, daß doch heißt es, daß sie in einigen Werken der früheren Väter, wir es nicht thun um des Ernstes willen, den die Sache z. B. des Hieronymus, erwähnt sei." Hätte Johnston die verdient, sondern um auch einmal eine heitere Stimmung mosaischen Bücher im Hebräischen studirt, so würde er in zu wecken. den Stand gesetzt worden sein, die orientalischen sowie die In der Zeitschrift „Tie Natur" (vom 17. Sept.) giebt übrigen Exegeten zu belehren, daß vorstehende Sage vollem Herr Lothar Becker einen Aufsatz zum besten, in kommen begründet ist; so würde er gefunden haben, daß der welchem er das Tabakrauchen bis auf Noah zurückführt/ und zwar als „Verschlingen des Rauches in den Magen", das sehr berauschend wirkt. Dafür spreche, sagte er, „die Beschränkung der Sitte auf Völker, die den Kulturstand der fernsten Vorzeit noch nicht überschritten haben, d. h. sich in einem solchen befinden, wie man sich ihn zur Zeit Noah's vorstellt, der sich durch Jain ebenso bis zur Besinnungslosigkeit berauschte, wie cs heut mittelst Verschliugcns von Tabaksrauch geschieht. (Das hebräische Jain übersetzt Luther mit „Wein".) Dieser Jain war aber, unbestreitbar, nicht „Ober-Mundschenk" „des Pharao in jener Sprache 8ars hat, Tabachim genannt wird, was die Leputaginta mit Arclii- Eunuchos d. h. Erz-Eunoshalter, wiedergiebt. Das Amt deffelben bestand in der Sorge für den Jain. Die Stelle ist auch insofern höchst interessant, als sie lehrt, daß damals schon am egyptifchen Hofe, und zwar Tabak, durch Wasser geraucht ward; denn das Instrument, worin der angeschuldigte „Ober-Mundschenk" dem Pharao den Jain kredenzte, heißt im Hebräischen Cos. — Gose ist aber heut der allgemeinste Name einer Art Wasserpfeife in Egypten. — den Wein, sondern der Tabak. Chr. Johnston bemerkt in! Uebrigens gehört Jain der hebräischen Sprache nicht an; denn es seinem Werke „Reise im südlichen Abessinien" (London 1844:) findet darin meines Wissens seine Erklärung nicht. Dagegen „Nach einer Ueberlieferung der griechischen Kirche besuchte! bedeutet im ältesten Kulturlande der Erde, nämlich in der Teufel wiederholt Noah als derselbe die Arche verfertigte,; Tjina, Jain, Jaen und dgl. „Rauch" sowie auch „Tabak", um zu erfahren, wie und womit er cs that. Der Patriarch! Hier giebt man auch der Tabakspfeife einen Namen (Kuhn), aber hielt dies geheim, bis der Teufel das Kraut Tabak j der von derselben Wurzel stammt als das hebräische Ku, zu Hilfe zog, um Noah dadurch betrunken zu machen. In j d. h. Rohr, d. h. Pfeife, welches wiederum kein anderes ist diesem Zustande lockte Satan das Geheimniß aus ihm; denn ■ al» das lateinische Canna, das englische Cane, das deutsche Noah, heißt es weiter, ward ein unverbesserlicher Raucher, und , Kanne, d. h. ein rohrsörmiges Gefäß, während das englische Satan zerstörte während der Dunkelheit der N-^cht, was; Gun (Feuerrohr) den tjinesischen Kuhn am nächsten steht."

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